Erfolgreiche Fahndung

Polizei fasst geflohene Straftäter aus Brauel

+
Erfolgreiche Fahndung: Die Polizei hat die Strafgefangene aus Brauel gefasst. 

Brauel/Leer. Von Irena Güttel. Fünf drogenabhängige Straftäter überwältigen in der Anstalt Zeven Pfleger und einen Sicherheitsmann, nehmen die Schlüssel und entkommmen durchs Tor. Doch lange währt ihre Freiheit nicht. Der gewaltsame Ausbruch hat eine politische Diskussion entfacht.

Ein gewalttätiger Ausbruch mit wartendem Fluchtwagen und ein Einsatz des Spezialkommandos: Gerade mal 24 Stunden nach ihrer aufsehenerregenden Flucht aus dem Maßregelvollzug hat die Polizei fünf Straftäter im ostfriesischen Leer geschnappt. Sie stellte die jungen Männer in der Nacht zu Dienstag in einer Wohnung. Sie ließen sich widerstandslos festnehmen. Wieso die 22- bis 28-Jährigen aus den Maßregelvollzug in Zeven flüchteten und ob sie die Aktion gemeinsam planten, war am Dienstag noch unklar. Die Polizei will sie dazu noch befragen. Fest steht, dass ein Mann und eine Frau die fünf mit einem Auto in der Nähe der Anstalt abholten. Der Wagen führte die Polizei später auf die Spur der Straftäter.

Auch wenn die Männer schnell gefasst wurden - der Ausbruch hat nach einer Reihe ähnlicher Pannen eine Diskussion über die Sicherheit im niedersächsischen Maßregelvollzug entfacht. Die CDU im Landtag wirft Sozialministerin Cornelia Rundt „völliges Versagen“ vor und fordert personelle Konsequenzen. Doch die SPD-Politikerin wehrt sich. In anderen Bundesländern gebe es eine Vielzahl von Entweichungen, die nicht öffentlich gemacht und diskutiert werden, sagte Rundt am Dienstag. „Der Maßregelvollzug in Niedersachsen ist nicht unsicherer als anderswo.“

Der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Thomas Bliesener, warnte vor Panikmache. „Man muss schon eine Fehleranalyse machen, wie es dazu kommen konnte. Letztendlich wird ein Ausbruch oder ein Entweichen aber nie ganz zu verhindern sein“, sagte der Experte. Es sei ein Risiko, dass die Gesellschaft tragen müsse. Denn Straftäter bis zum Ende in Haft zu lassen und dann freizulassen, erhöhe die Gefahr, dass diese neue Straftaten begehen.

Drei der fünf Ausbrecher sitzen inzwischen in der JVA Oldenburg, zwei wurden von der Polizei zunächst in den Maßregelvollzug in Wehnen (Landkreis Ammerland) gebracht. Ein Gericht muss entscheiden, ob sie im psychiatrischen Krankenhaus bleiben oder ihre Haftstrafe in einem Gefängnis verbüßen müssen. „Wir halten sie für nicht therapierbar. Wir hoffen, dass das die Gerichte auch so sehen“, sagte Rundt.

Die Männer hatten am frühen Montagmorgen auf einer geschlossenen Station des Maßregelvollzugs im Zevener Stadtteil Brauel drei Mitarbeiter überwältigt und ihnen die Schlüssel entwendet. Damit flüchteten sie durch ein Tor auf der Rückseite der Einrichtung. „Ein Mann hat die fünf mit einem Wagen in der Nähe abgeholt“, sagte Polizeisprecher Heiner van der Werp. In seinem Wagen saß auch eine Frau, die zum näheren Umfeld einer der Straftäter gehört. In welchem Verhältnis die beiden zueinanderstehen, wollte van der Werp nicht sagen. Zu siebt fuhren sie in dem Auto nach Leer.

Straftäter aus Maßregelvollzug Brauel geflohen

Dabei fielen sie einem Polizisten auf. Er hatte im Vorbeifahren ein Auto mit Leeraner Kennzeichen im Wald gesehen. Als die Polizei später die Familien und Freunde der fünf Straftäter überprüfte, entdeckten sie in der Nähe einer Wohnung in Leer ein Auto, das zu der Beschreibung passte. Der Halter gestand dann bei der Polizei, den Männern bei der Flucht geholfen zu haben. „Wir haben die Wohnung dann observiert“, sagte van der Werp. In der Nacht schlug das Spezialeinsatzkommando zu. Dabei nahmen die Beamten auch eine Frau, die sich in der Wohnung aufhielt, vorübergehend fest.

Die fünf drogenabhängigen Männer saßen wegen Drogenhandels, schwerer räuberischer Erpressung, schweren Raubs und gefährlicher Körperverletzung im Maßregelvollzug. Nur wenige Tage vor ihrem Ausbruch waren sie auf die geschlossene Station verlegt worden. Bei einer Kontrolle war aufgefallen, dass sie Drogen konsumiert hatten. Bis dahin hatten die Patienten den Maßregelvollzug tageweise oder übers Wochenende auch verlassen dürfen.

Mehr zum Thema:

Fußball-Tennis und viel Kopfballspiel: Werder-Training am Donnerstag

Fußball-Tennis und viel Kopfballspiel: Werder-Training am Donnerstag

Warschau will neuen Glanz für Praga

Warschau will neuen Glanz für Praga

UN: Zahl der Syrien-Flüchtlinge übersteigt 5-Millionen-Marke

UN: Zahl der Syrien-Flüchtlinge übersteigt 5-Millionen-Marke

Müntefering zur Türkei: "Der Angriff trifft nicht nur mich"

Müntefering zur Türkei: "Der Angriff trifft nicht nur mich"

Meistgelesene Artikel

Drei Leichtverletzte: Bürgerbus kollidiert mit Auto

Drei Leichtverletzte: Bürgerbus kollidiert mit Auto

Feuerwehren vor großer Umstrukturierung

Feuerwehren vor großer Umstrukturierung

Chef vom „Lucky Dog Hostel“ ist baff

Chef vom „Lucky Dog Hostel“ ist baff

Zahl der Juleicas im Landkreis nimmt ab

Zahl der Juleicas im Landkreis nimmt ab

Kommentare