Landkreis Rotenburg stellt Räume im ehemaligen Krankenhaus in Zeven vor

Das Impfzentrum steht bereit

Der Weg ins Impfzentrum führt zur Temperaturmessung durch ein Zelt.
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Der Weg ins Impfzentrum führt zur Temperaturmessung durch ein Zelt.

Zeven – Klar ist, dass noch viele Details unklar sind. Wann kommt der Impfstoff, wann kann es losgehen, und wie sieht das eigentlich genau mit den Ärzten aus? Von Fragen dieser Art bittet Landrat Hermann Luttmann (CDU) abzusehen – noch bevor der Rundgang mit der Presse am Dienstagnachmittag durch das Corona-Impfzentrum des Landkreises im ehemaligen Martin-Luther-Krankenhaus in Zeven beginnt. Der Landrat wirkt geradezu gereizt: „Der politische Druck ist sehr groß, etwas zu tun, um Erfolge vorweisen zu können“, sagt er. Er hätte sich im Vorfeld einiges anders vorgestellt – für die Menschen und vor allem auch für die, die im Impfzentrum helfen werden. „Daher möchte ich keine Aussagen machen, die sich womöglich hinterher als falsch herausstellen.“

Drei Minuten sind für das verpflichtende Arztgespräch vom Land vorgesehen. Luttmann zweifelt an, dass die ausreichen. Chris Knoblauch – ganz eng eingebunden in die Organisation – erklärt das so: „Gerade dann, wenn Menschen mit Vorerkrankungen kommen, sind eine ganze Reihe von Dingen zu besprechen, tauchen viele Fragen auf.“ Dieses Arztgespräch vor der Impfung bezeichnet er daher auch als „Flaschenhals“. Knoblauch war bereits im Frühjahr von der Bundeswehr abkommandiert, um den Corona-Krisenstab des Landkreises zu koordinieren. Als aktives Mitglied des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bringt er entsprechende Erfahrungen mit. Zurzeit, erklärt er, gehe es darum, alle erforderlichen Systeme zu implementieren, Abläufe zu testen und bestenfalls zu optimieren. Die zuständige Landkreis-Dezernentin Heike von Ostrowski ergänzt: „Gut, dass wir dafür jetzt noch die Zeit haben.“

Der Landkreis stellt für das Impfzentrum Mobiliar, Technik sowie das medizinische Fachpersonal. Das Land liefert den Impfstoff, organisiert das Terminmanagement und übernimmt die gesamten Kosten der Impfzentren. Über die Kassenärztliche Vereinigung werden Ärzte an das Impfzentrum vermittelt, heißt es. Der Landkreis koordiniert den gesamten Betrieb und konnte als ärztlichen Leiter Dr. Michael Bohlmann gewinnen. Das Konzept hat der Landkreis zusammen mit der Ostemed-Klinik erarbeitet, die die Räume schnell und unkompliziert zur Verfügung gestellt habe.

„Wann genau es losgeht und wie viele Personen wir impfen, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht gesagt werden.“, erläutert Landrat Luttmann. „Das hängt von der Anzahl der Ärzte sowie der zur Verfügung stehenden Impfstoffe ab und auch davon, wie die Terminvergabe funktioniert.“ Sollte ein Impfstoff zur Verfügung stehen, werde es wohl erst einmal mit mobilen Teams losgehen. Diese könnten direkt in Einrichtungen mit besonders gefährdeten Personen fahren und vor Ort impfen, zum Beispiel Pflegeheime. Wenn es mehr Impfstoffe gibt, will der Landkreis zunächst mit einer Impfstraße mit vier Plätzen starten. Die Ärzte klärten die Patienten über die Impfung auf und beantworten Fragen, geimpft werde durch das medizinische Fachpersonal. Je nach Menge des Impfstoffes können dann die Kapazitäten aufgestockt werden, bis zu vier Impfstraßen haben im ehemaligen MLK Platz.

Zurzeit sei davon auszugehen, dass das Zentrum montags bis samstags geöffnet sein wird. Voraussichtlich geht es morgens um 8.30 Uhr los, Feierabend könnte gegen 17.30 Uhr sein. Klar ist aber auch das noch nicht. „Auch die Frage, wie viele Personen wir pro Tag impfen können, kann nicht eindeutig beantwortet werden“, sagt Luttmann. Ist das Team eingespielt, kommt der Impfstoff regelmäßig, haben die Menschen viele Fragen, sind genug Ärzte da, werden die Termine eingehalten? Das alles seien Faktoren, die eine Rolle spielten. Luttmann: „Von 100 bis 1 000 Personen pro Tag könnte alles möglich sein.“

Wer zum Impfen kommt, sollte sich auf einen Ablauf einstellen, der im Idealfall etwa 20 bis 25 Minuten dauert. Bei der Ankunft am Impfzentrum führt der deutlich markierte Weg zunächst in ein Zelt. Dort messen Mitarbeiter die Temperatur. Von dort aus geht es weiter in ein Wartezelt, gibt es keinen Stau, erfolgt die Anmeldungen an einem Fenster. Es folgt das Arztgespräch, danach die Impfung selbst. Das alles in spartanisch eingerichteten Räumen – zweckmäßig, damit sie auch schnell gereinigt und desinfiziert werden können. Nach der Impfung verbringen die geimpften Personen etwa 15 Minuten in einem weiteren Raum – zur Überwachung. Nach dem Check-out an einem Schalter im Flur ist alles erledigt. Ein Sanitätsteam steht jederzeit bereit und kann helfen, wenn es zu einem Notfall kommen sollte.

An einem Parkkonzept und der Beschilderung arbeitet das Orga-Team noch. Außerdem ist vorgesehen, mit einem Shuttle-Dienst eine Anbindung an den Zevener ZOB und damit an den ÖPNV zu gewährleisten. Die Details sind noch nicht bekannt.

Der Landkreis bittet darum, keine Anfragen für einen Impftermin ans Gesundheitsamt, Bürgertelefon oder das Impfzentrum selber zu richten. Die Terminvergabe soll ausschließlich über das Terminmanagementsystem des Landes erfolgen, heißt es. Hierzu werde es vom Land in Kürze weitere Informationen geben. „Es können keine direkten Anfragen dazu im Impfzentrum selber beantwortet werden. Soweit bisher bekannt, sollen sich Personen, die sich impfen lassen wollen, im System registrieren lassen und bekommen dann online oder auch telefonisch oder schriftlich einen Termin zugewiesen“, teilt Landkreissprecherin Christine Huchzermeier mit.

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