Bernd Hüning leitet die vor 15 Jahren ins Leben gerufene Schnelleinsatzgruppe Rettung

Im Ernstfall geht es flott

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Bernd Hüning, Gründungsmitglied und aktuell Leiter der vor bald 15 Jahren für die Achse Zeven-Sittensen-Tarmstedt ins Leben gerufenen Schnelleinsatzgruppe (SEG) Rettung.

Zeven - Von Stefan Jeschke. Der Zevener Bernd Hüning war ein Mann der ersten Stunde, als der Landkreis Rotenburg und der Bremervörder Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vor 15 Jahren (und letztendlich als Konsequenz aus Ramstein und Eschede) eine Schnelleinsatzgruppe (SEG) Rettung ins Leben riefen. Jetzt berichtet er von den Anfängen der speziellen Rettungsgruppe.

Das ICE-Unglück von Eschede am 3. Juni 1998 war neben dem Flugtagunglück von Ramstein zehn Jahre zuvor eines der prägenden Ereignisse für den Katastrophenschutz in der Bundesrepublik Deutschland. Zum Einsatz kommen in der damals gegründeten SEG deren ehrenamtlich tätige Mitglieder, sobald die Patientenversorgung bei einem sogenannten Massenanfall von Verletzten oder größeren Schadenslagen durch den Regel-Rettungsdienst allein nicht mehr gewährleistet werden kann oder eine Einschränkung der Regelversorgung absehbar ist. Am Ort des Geschehens schaffen die Freiwilligen gegebenenfalls die für den Einsatz erforderliche Infrastruktur (Beleuchtung, Stromversorgung, Sanitätszelte) und unterstützen den Rettungsdienst durch die Bereitstellung von Material und DRK-eigenen beziehungsweise vom Bund oder dem Landkreis Rotenburg gestellten Rettungsmitteln, also Einsatzfahrzeugen, von denen es am SEG-Standort Zeven sieben Stück gibt: jeweils zwei Rettungs- und Krankentransportwagen sowie jeweils einen Einsatzleit-, Mannschaftstransport- und Gerätewagen.

Weiterhin gehören für die SEG-Kräfte die sanitätsdienstliche Versorgung von Verletzten und deren Transport sowie die Betreuung Unverletzter dazu. Sehr wichtig: „Gemeinsam mit dem diensthabenden Notarzt und dem vom DRK gestellten Organisatorischen Leiter Rettungsdienst sichten SEG-Verantwortliche die zu versorgenden Personen, stufen diese in die Kategorien leicht-, mittelschwer und schwerverletzt ein und notieren das auf standardisierten Karten, die den Betroffenen schließlich an einem Band befestigt umgehängt werden. Dann wird die Rettungsleitstelle in Zeven informiert und direkt mit den Krankenhäusern Kontakt aufgenommenen, wie viele Verletzte sie aufnehmen und weiterbehandeln können. Die Karten sind auch deshalb wichtig, um besorgten Angehörigen Auskunft zum Verbleib des jeweiligen Verletzten geben zu können“, berichtet Hüning.

Nachdem der ehemalige Rotenburger Oberkreisdirektor Hans-Harald Fitschen zur Jahrtausendwende die erste SEG Rettung im Südkreis in Dienst gestellt hatte, kam es ein knappes Jahr später unter Beteiligung des DRK-Kreisverbandes Bremervörde zur Gründung der per Funkmeldeempfänger schnell zu alarmierenden Einheit auch für die Achse Zeven-Sittensen-Tarmstedt, kurz darauf zu einer weiteren für den Bereich Bremervörde. Hüning war einer von etwas mehr als zwei Dutzend haupt- beziehungsweise ehrenamtlichen DRK-Mitarbeitern, die bei der Gründungsversammlung in Zeven in Anwesenheit von Fitschen und des damaligen Leitenden Notarzt des Landkreises Rotenburg, Heiko William, dabei waren.

In der SEG Mitte engagieren sich gegenwärtig rund 40 Frauen und Männer. Etwa die Hälfte rekrutiert sich aus Ehrenamtlichen verschiedenster Berufsgruppen wie Notärzte, Soldaten, Pflegekräfte aber auch Angestellte oder Landwirte. Mindestanforderung sei die Ausbildung zum Rettungshelfer. Dabei handelt es sich um eine Qualifikation, die kennzeichend war für die früher im Rettungsdienst und Krankentransport eingesetzten Zivildienstleistenden (heute Freiwilliges Soziales Jahr/Bundesfreiwilligendienst). Die andere Hälfte der SEG-Freiwilligen sind während des Einsatzzeitpunktes dienstfreie Mitarbeiter des Regel-Rettungsdienstes.

Hüning, im Zivilberuf Hauptkommissar und in der Leitstelle der Polizeiinspektion Rotenburg tätig, engagierte sich zum Zeitpunkt der Gründung der Schnelleinsatzgruppe bereits seit mehr als einem Jahrzehnt ehrenamtlich fürs Rote Kreuz. „Ich habe mich Ende der 80er bei der Polizei zum Rettungssanitäter ausbilden lassen und wollte dann auch am Ball bleiben“, erläutert der mittlerweile zum Rettungsassistenten fortgebildete Hüning die Motivation für sein Hobby.

Aktuell ist der 55-Jährige kommissarischer Leiter der dem Zevener DRK-Ortsverein angegliederten Bereitschaft und ferner erster Ansprechpartner für die SEG Mitte als Zweig wiederum der Bereitschaft. Als SEG-Leiter trägt Hüning Verantwortung für die Sicherheit seiner Mitstreiter und den Ablauf deren Einsatzes und ist währenddessen Ansprechpartner für den Leiter Rettungsdienst und die Feuerwehr.

Stefan Jeschke ist beim DRK-Kreisverband Bremervörde seit dem 1. August 2013 zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

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