Lösung für die letzte Meile

Anrufsammeltaxi Astrow fährt jetzt auch in Zeven, Sittensen und Tarmstedt

Torsten Lühring (Mitte)  mit Vertretern der drei Kommunen Zeven, Sittensen und Tarmstedt sowie den beteiligten Taxi-Unternehmen den am Zevener Busbahnhof
+
Torsten Lühring (Mitte) gibt zusammen mit Vertretern der drei Kommunen Zeven, Sittensen und Tarmstedt sowie den beteiligten Taxi-Unternehmen den Startschuss für das Astrow-System.

Bothel ist seit drei Jahren das Pilotprojekt, mit Zeven, SIttensen und Tarmstedt werden ab sofort drei weitere Kommunen verkehrstechnische Lücken schließen - per Anrufsammeltaxi.

Zeven – Drei Jahre ist es her, dass der Landkreis Rotenburg in der Samtgemeinde Bothel die ersten Schritte auf dem Terrain „Anrufsammeltaxi“ machte. Jetzt partizipieren drei weitere Kommunen an dem in Bothel als Pilotprojekt gestarteten System, denn in und um Zeven, Sittensen und Tarmstedt ist ab sofort das Anrufsammeltaxi des Landkreises (Astrow) unterwegs.

„Wir können damit die weißen Flecken ausfüllen – sowohl, was das Räumliche als auch die Randzeiten angeht“, betont der Erste Kreisrat Torsten Lühring.

60 Minuten vorher anmelden

Zu den zwei Linien in Bothel kommen damit nun vier weitere dazu – von Tarmstedt nach Ottersberg, von Viehbrock nach Heeslingen, von Hatzte nach Zeven sowie durch die Samtgemeinde Sittensen. Diese sind montags bis samstags zwischen vier- und sechsmal täglich unterwegs, „auf Abruf“, wie Lühring erläutert. Als Taxiunternehmen sind der Omnibusbetrieb von Ahrentschildt, Funk-Taxi Schaffert sowie, wie bereits in Bothel, Julia-Reisen mit an Bord. Wer also eine Verbindung von einem der festgelegten Haltepunkte braucht, sollte sich etwa 60 Minuten vorher unter der zentralen Rufnummer 04261/9831111 melden. „Auf der Rückfahrt kann man sich an einem beliebigen Ort und direkt an der eigenen Haustür absetzen lassen“, erläutert Lühring. Jeweils vier Euro, ermäßigt drei, werden pro Fahrt fällig, weitere 20 Euro schießt der Landkreis pro Fahrt hinzu – von Wirtschaftlichkeit ist das noch weit entfernt. Dennoch ist Lühring überzeugt, dass das Konzept angesichts steigender Kraftstoffpreise attraktiver werden wird, denn je mehr Menschen auch zeitgleich das Astrow nutzen würden, desto wirtschaftlicher werde jede Fahrt: „Vielleicht stellt dadurch ja auch der ein oder andere das zweite Auto infrage. Denn das ist unser Ziel, darauf vorbereitet zu sein und die nötige Infrastruktur zu haben“, so der Erste Kreisrat.

Astrow als wichtiger Baustein

„Das Astrow ist ein wichtiger Baustein, den öffentlichen Personennahverkehr besser zu machen. Wenn wir aber wollen, das alle weniger das Auto nutzen, dann kann das nicht alles sein“, sagt Jörn Keller, Bürgermeister der Samtgemeinde Sittensen. Dennoch ein Schritt in die richtige Richtung, findet Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle. Aus seiner Kommune gehen derzeit durchschnittlich ein bis zwei Anrufe pro Tag ein. „Das ist nicht viel, aber es gibt mittlerweile Fahrgäste, die das Astrow regelmäßig nutzen. Von daher sehen wir das ganz entspannt.“

Das sieht auch Lühring so: „Es geht uns nicht um Zahlen, sondern darum, überhaupt etwas anzubieten“, macht er deutlich. Das gelte vor allem für einen Flächenlandkreis wie diesen. Durchquert im Norden als auch im Süden jeweils eine Bahntrasse den Landkreis, beschränkt sich der Busverkehr auf wenige Hauptlinien, unter anderem als Nord-Süd-Verbindung als auch Richtung Bremen und Tostedt. „Zeven ist das zentrale Buskreuz“, so Lühring.

Dieses bedarfsorientierte Modell ist meiner Meinung nach die beste Lösung für den ländlichen Raum.

Torsten Lühring

Das weitere Nahverkehrssystem in der Fläche des Kreises sieht er auf drei Säulen: dem Schülerverkehr, der auch für Nicht-Schüler nutzbar ist, die Bürgerbusvereine, die mittlerweile in acht Kommunen unterwegs sind, und nun auch das Anrufsammeltaxi. „Dieses bedarfsorientierte Modell ist meiner Meinung nach die beste Lösung für den ländlichen Raum“, betont Lühring. „Denn die letzte Meile in einem so großen Landkreis mit relativ geringer Bevölkerungsdichte zu überbrücken ist ansonsten sehr schwierig.“

Mittlerweile sind die Astrow-Verbindungen mit ihren Fahrtzeiten auch über gängige Fahrplan-App abrufbar, an der Möglichkeit, ein Fahrzeug via App zu rufen, „daran arbeiten wir noch“, so Lühring. Und auch weitere Kommunen des Landkreises sind interessiert: „Da gibt’s schon weitere Anfragen.“ Noch ist das Astrow-System auf die jeweiligen Samtgemeinden konzentriert, aber kommen weitere dazu, eröffnet das laut Lühring weitere Möglichkeiten: „Das System wird dann irgendwann zusammenwachsen.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

15 Ratsmitglieder in Weyhe verabschiedet

15 Ratsmitglieder in Weyhe verabschiedet

Meistgelesene Artikel

Mit dem 22-Tonnen-Maishäcksler auf dem Acker unterwegs

Mit dem 22-Tonnen-Maishäcksler auf dem Acker unterwegs

Mit dem 22-Tonnen-Maishäcksler auf dem Acker unterwegs
„So viele Neugründungen wie nie“

„So viele Neugründungen wie nie“

„So viele Neugründungen wie nie“
Martinsmarkt im Kleinformat: Visselhövedes Gewerbetreibende lassen Event wieder aufleben

Martinsmarkt im Kleinformat: Visselhövedes Gewerbetreibende lassen Event wieder aufleben

Martinsmarkt im Kleinformat: Visselhövedes Gewerbetreibende lassen Event wieder aufleben
Der Kreis Rotenburg verabschiedet sich von Landrat Luttmann

Der Kreis Rotenburg verabschiedet sich von Landrat Luttmann

Der Kreis Rotenburg verabschiedet sich von Landrat Luttmann

Kommentare