Auf der A 1 wird die letzte Bauphase eingeläutet

A 1: Der Fahrer des mit Motoröl beladenen Tankzugs stirbt beim Auffahrunfall. ·

Rotenburg - SITTENSEN / A 1 · Auf die Autofahrer auf der Hansalinie zwischen Bremen und Hamburg kommt ab September eine Entspannung beim Durchfahren der anspruchsvollen 73 Kilometer langen Autobahnbaustelle zu. Die beteiligten Baufirmen werden in die letzte der vier Bauphasen eintreten.

Dann läuft der Verkehr in den verbliebenen sechs Bauabschnitten auf der bereits fertig gestellten Fahrbahn mit drei Fahrstreifen und einer Standspur. Es sind also vier ausreichend breite Fahrstreifen für beide Fahrtrichtungen vorhanden. Im dritten Jahr der Baustelle kann die Autobahnpolizei auf eine erheblich zurückgegangene Zahl der schweren Unfälle mit Personenschäden zurückblicken.

Bereits 2010 wurde der Verkehr so geführt, die Polizei registrierte eine Abnahme der Blechschäden auf wenig mehr Fälle, als vor Baubeginn. Besonders die Zahl dieser Unfälle war 2009 angestiegen, da sich oft Fahrer von zu breiten Fahrzeugen auf den schmaleren Überholfahrstreifen vorbeidrängten und dabei ihren Spiegel abfuhren.

Entgegen vieler Warnungen kam die A-1- Baustelle ohne größere Störungen durch die Ferienzeit, obwohl es andernorts durchaus sehr zäh lief oder der Verkehr sogar stand. Auch schwere Unfälle blieben aus.

„Schaut man auf den Verkehrsstatistik-Zeitraum der letzten zehn Jahre“, so Polizeipressesprecher Detlev Kaldinski, „ist es in den sieben Jahren vor Baubeginn jährlich im Schnitt zu rund 113 schweren Unfällen mit Personenschaden gekommen. In den drei Jahren Bauzeit waren es jeweils ,nur‘ rund 88 schwere Unfälle im Jahr.“ Die Polizei führt den Rückgang auf die geringere Geschwindigkeit und die durchschnittlich höhere Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer zurück. Eine Studie der Technischen Universität Dresden bestätige die Entwicklung.

„Bei den Lkw-Fahrern gab es einige Fälle von folgenschwerer Unaufmerksamkeit“, so Kaldinski. In diesen Fällen fuhren Trucker trotz geschalteter und schnell blinkender Stau-Warnschilder ungebremst auf ihre Vorderleute auf.

Bei der genaueren Untersuchung dieser Unfälle kam die Polizei zu dem Ergebnis, dass sehr viele Lkw-Fahrer besonders auf der langen geraden Strecke von Hamburg in Richtung Bremen abgelenkt sind. Die Polizei stellte beispielsweise in Einzelfällen in Führerhäusern fest installierte elektronische Bildschirme und weitere Unterhaltungselektronik fest. Angeschaltet ziehen sie viel Aufmerksamkeit von der Straße. Außerdem traten die Auffahrunfälle mit Lkw-Beteiligung verstärkt in den Nachmittagsstunden auf, wenn tief stehendes Gegenlicht die Fahrer ermüdet. „Der frühe Arbeitsbeginn und der biologische Tiefpunkt nach der Mittagszeit verstärken die eingeschränkte Aufmerksamkeit“, glaubt der Leiter der Autobahnwache in Sittensen, Klaus-Dieter Kroll.

Nach vier Toten im ersten Halbjahr 2010, zitiert Kaldinski die Unfallstatistik, blieb es in diesem Jahr bislang bei zwei toten Lkw-Fahrern bei Auffahrunfällen. Die Polizei setzt hier weiter auf Aufklärungsarbeit. Mit einem Flyer, den die private Autobahnbetriebsgesellschaft A 1 mobil gemeinsam mit der Polizei entwickelte, soll das Problembewusstsein bei den Truckern geschärft werden. Auch Notbrems-Assistenzsysteme können helfen, die Unfallzahlen bei den Auffahrunfällen infolge Unachtsamkeit und mangelndem Abstand weiter zu senken.

Die Polizei hofft, dass die gut befahrbaren Strecken in der Autobahnbaustelle der Hansalinie die Autofahrer nicht zum Rasen animieren. Im gesamten Ausbaugebiet ist die Geschwindigkeit je nach Gefahrenlage beschränkt. Auch auf den bereits ausgebauten Strecken beträgt das Geschwindigkeitslimit 100 km/h. In den letzten Wochen wurden mehrfach Geschwindigkeitsüberschreitungen bis hin zu weit über 200 km/h gemessen. Eine hohe dreistellige Zahl von Autofahrern kassierte in den letzten Monaten in der Autobahnbaustelle bereits Fahrverbote. Erst am Montag wurden in Höhe Horstedt in Richtung Bremen wieder 156 Fahrzeugführer gemessen, die mehr als 20 km/h zu schnell fuhren. 21 dieser Fahrer werden ein Fahrverbot erhalten, so die Polizei. Bei einem Alfa-Fahrer aus Mecklenburg-Vorpommern werden es sogar drei Monate Fahrverbot, vier Punkte und 600 Euro Bußgeld sein.

In 2012 wird die Hansalinie vollständig sechsspurig ausgebaut sein.

Empfindliche Strafen

für Raser

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Sechs Monate Audible inkl. Gratis-Hörbücher für monatlich 2,95 Euro statt 9,95 Euro

Sechs Monate Audible inkl. Gratis-Hörbücher für monatlich 2,95 Euro statt 9,95 Euro

Vor zehn Jahren verunglückte das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia vor der Küste Italiens

Vor zehn Jahren verunglückte das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia vor der Küste Italiens

Meistgelesene Artikel

Das Moor vor der Haustür

Das Moor vor der Haustür

Das Moor vor der Haustür
Visselhövede wird zum Zentrum für Tiny Houses

Visselhövede wird zum Zentrum für Tiny Houses

Visselhövede wird zum Zentrum für Tiny Houses
Antennenträger in der ehemaligen Kaserne Lehnsheide steht zum Verkauf

Antennenträger in der ehemaligen Kaserne Lehnsheide steht zum Verkauf

Antennenträger in der ehemaligen Kaserne Lehnsheide steht zum Verkauf
Waschen, schneiden, spenden

Waschen, schneiden, spenden

Waschen, schneiden, spenden

Kommentare