Internationale Trachtenbegegnung: Interview mit der Gruppo Folkloristico Innoviu aus Li Punti

„Wir wollen mit Bildern tanzen“

Nach 14-stündiger Anreise legte die sardische Trachtengruppe Folkloristico Innoviu erst einmal ein Tänzchen auf dem Scheeßeler Bahnhofsvorplatz hin. ·
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Nach 14-stündiger Anreise legte die sardische Trachtengruppe Folkloristico Innoviu erst einmal ein Tänzchen auf dem Scheeßeler Bahnhofsvorplatz hin. ·

Scheessel - Von Hannes UjenWas macht eine sardische Trachtengruppe, wenn sie nach mehr als 14 Stunden Reise um 18.27 Uhr auf dem Bahnhof Scheeßel ankommt? Nun, sie machen das, was ihnen Freude und Entspannung bereitet – sie tanzen spontan einen traditionellen sardischen Tanz auf dem Bahnhofsplatz und erfreuten damit auch gleichzeitig die sie abholenden Betreuer der Original Scheeßeler Trachtengruppe. Nach dieser zünftigen Ankunft ging es für die Gruppo Folkloristico Innoviu zur Begrüßung und Quartierverteilung auf den Meyerhof. Unsere Zeitung hatte Gelegenheit, mit Francesco Becciu und Pina Sanna von der Gruppe zu sprechen.

Wo ist Ihr Zuhause auf der italienischen Insel Sardinien?

Francesco Becciu: Wir kommen aus Li Punti; das ist mit 18 000 Einwohnern heute ein großer Stadtteil von Sassari, einer der vier Provinzhauptstädte der autonomen Region Sardinien. Die Entfernung nach Scheeßel beträgt etwa 1740 Kilometer.

Was können Sie uns zur Gruppe Innoviu sagen?

Pina Sanna: Gegründet im März 2007 bestehen wir aus Freunden des sardischen Volkstanzes und der traditionellen Volkskultur der Dörfer Sardiniens. Wir haben uns entschlossen, eine Tracht zu verwenden, wie man sie um 1900 trug. Mit unserer Gruppe möchten wir die sardische Kultur bereichern und die Traditionen erhalten und fördern.

Wie sieht es bei Ihnen mit der Nachwuchsförderung aus?

Sanna: Wir haben eine Reihe von Aktivitäten gestartet, um auch die jüngere Generation am Erhalt der sardischen Kultur zu beteiligen und sie dafür zu begeistern. Das hat Früchte getragen, und wir sind zuversichtlich, dass wir weiter wachsen werden.

Sie tragen jetzt zwar gerade Ihre roten Polo-Shirts, können Sie aber für unsere Leser Ihre Tracht beschreiben?

Becciu: Die Tracht der Männer ist aus schwarzem Samt mit langen Hosen oder der „S’isporta“ mit schwarzen Leder-Gamaschen, weißem Hemd, Weste, Jacke und Mütze. Die Tracht der Frauen besteht aus einem knöchellangen, unten plissiertem Rock, der mit oder ohne Schürze getragen wird. Dazu gehört eine Bluse, die je nach Familie sehr verschieden sein kann, einem Woll-Kopftuch mit Muster, genannt Tibè, mit farbigen Stickereien oder Goldfäden. Über die Schultern trägt man einen Schal: Schwarz für die Witwen, blau oder braun für die anderen.

Welche Tänze werden Sie darbieten?

Sanna: Wir werden traditionelle Tänze aus der gesamten Region Sardiniens vorführen. Das sind einfache Rundtänze, Tänze zu Ehren von Heiligen, Hochzeitstänze sowie Tänze in verschiedenen Geschwindigkeiten. Mit unseren getanzten Bildern möchten wir das Leben auf Sardinien darstellen.

Wir haben von einem besonderen Tanz gehört, in dem das Wort „Delirium“ vorkommt – was hat es damit auf sich?

Becciu: Ja, im Tanz „Su Dillu“ kommt die Vorsicht zum Ausdruck, dass man nur keinen Spinnenbiss erleiden möge, der tödlich enden oder sich in einer Art Delirium zeigen kann. Bei diesem Tanz rufen wir uns die Worte „dilliri, dilliri, dilliriana“ zu.

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