Interview: Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele zieht Bilanz und wirft einen Blick in die Zukunft

„Wir haben gut gewirtschaftet“

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Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele im Jahresrückblick-Interview: „Müssen uns ständig weiterentwickeln.“ ·

Scheessel - Von Lars WarneckeWas hat sich 2013 in Scheeßel verändert und was kommt im nächsten Jahr auf die Bürger der Gemeinde zu? Im Gespräch mit unserer Zeitung blickt Scheeßels Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele vor und zurück.

Frau Dittmer-Scheele, wenn Sie mal auf das Jahr 2013 zurückblicken: Was waren für Sie die herausragenden Ereignisse in der Gemeinde Scheeßel, was bleibt von diesem Jahr in besonderer Erinnerung? 

Käthe Dittmer-Scheele:Ich freue mich sehr, dass unsere in 2007 durch den Kauf des Spargeländes initiierte Neugestaltung der Kernortmitte bei unseren Bürgern so gut ankommt. Als Fachfrau für kommunale Finanzen ist mir wichtig: Wir haben gut gewirtschaftet. Nach einem Kraftakt der Verwaltung ist die Eröffnungsbilanz fertig und unterstreicht dies eindrucksvoll. Kontinuierlich haben wir das Lernumfeld in unseren Schulen fortentwickelt, ein Stück nach vorn gebracht. Ein weiteres hartes Stück Arbeit war die nach intensiven Beratungen von Bürgermeisterin und allen Fraktionen und Gruppen vertretenen Ratsmitgliedern einstimmig beschlossenen Verbesserungen für ehrenamtlich Tätige – die neuen Förderrichtlinien. Eine tolle Sache ist sicher auch der Start des Bürgerbusses, der von Beginn an parteiübergreifend getragen wurde. Wir unterstützen ihn, schafften es aber nur dank der engagierten ehrenamtlichen Aktiven im Bürgerbusverein.

Welche Projekte sind 2013 gescheitert, die Sie gerne umgesetzt hätten?

Dittmer-Scheele:Natürlich hätte ich gern ein riesiges Kasernengelände mit Gebäuden gehabt, die ich mit Subvention des Bundes günstig an die Firma JBS abgeben kann. Wir haben um den Standorterhalt gekämpft, hatten aber eindeutig die schlechteren Karten. Bei der Ortsumgehung und beim Anschluss des Bahnhofs an den HVV beziehungsweise VBN sind wir auf den Bund und das Land angewiesen. Ich hätte mir gewünscht, dass das dicke Brett, das wir hier seit Jahren bohren, allmählich durch ist ... Ein Flächenankauf bleibt schwierig in Scheeßel. Die Hilfe aller Ratsmitglieder ist gefordert. 

Scheeßel hat in diesem Jahr rasante Veränderungen des Ortbilds erlebt. Wird es so weitergehen?

Dittmer-Scheele: Ich bin dafür, den Masterplan weiter umzusetzen und werbe bei den anderen Ratsmitgliedern dafür. Die Bürger erwarten, dass wir Schritt für Schritt weitermachen. In 2014 wird der Marktplatz fertig. Das Jahr sollten wir nutzen, in Ruhe den Untervogtplatz zu planen und in 2015 zu bauen. Überfällig ist in dem Zusammenhang, die Sanierung der Rathausfassade mitzuplanen. Ich fände es gut, wenn wir das Erfolgsmodell des Ideenwettbewerbs – analog zur Entwicklung der Kernortmitte – aufgreifen.

 

Wie ist es um die Scheeßeler Wirtschaft bestellt?

Dittmer-Scheele:Unsere mittelständische Wirtschaft hat sich gut entwickelt, ist kreativ und stellt sich flexibel auf Veränderungen ein. Einigen Einzelhandelsgeschäften macht das Internet zu schaffen. Wir bestimmen als Verbraucher über die Entwicklung mit. Leerstehende Geschäftsräume haben sich in Dienstleistungsbetriebe gewandelt. Und: Unsere Hotelumfrage hat den Inhaber des Jeersdorfer Hofes ergänzend ermuntert, über die Investition in Hotelbetten nachzudenken.

 Noch ein Wort zur Breitbandanbindung?

Dittmer-Scheele:Unser Gemeinschaftsprojekt der Kommunen mit dem Lankreis ist ein Vorzeigemodell, das uns gegenüber anderen ländlichen Räumen einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Wir sind für die meisten Haushalte schneller vorangekommen, als gedacht. Jetzt werden wir bei den Problemfeldern nacharbeiten.

 

Die kleine Gemeinde Scheeßel: wohlhabend und schuldenfrei. Eigentlich führen Sie als Bürgermeisterin doch ein ziemlich sorgenfreies Leben ... 

Dittmer-Scheele:Nein. Wir stehen im Wettbewerb und müssen uns ständig weiterentwickeln. Es ist gut, dass wir unsere Finanzen in Ordnung haben. Aber das fällt nicht vom Himmel. Da haben wir in den letzten Jahrzehnten die Ärmel hochgekrempelt, uns nicht alles auf einmal geleistet, sondern sind Schritt für Schritt – ein definiertes Ziel fest im Auge – vorgegangen.

 

Wo wollen Sie 2014 Prioritäten setzen? Welches Projekt wollen Sie im kommenden Jahr unbedingt auf Schiene bringen, welches Projekt erscheint Ihnen derzeit weniger dringend?

Dittmer-Scheele:Auf die Schiene bringen sollten wir in 2014 planerisch den Untervogplatz und die Rathausfassade, einsteigen in erste Investitionen im Zehn-Jahres-Plan im Feuerwehrwesen, eine neue Krippengruppe und die Sanierung des DGH Westervesede. Das werde ich gemeinsam mit dem Rat diskutieren und wird mit meiner Stimme demokratisch entschieden.

Eine Frage, die im Moment die Gemeinde Scheeßel wie auch andere Kommunen im ländlichen Raum bewegt, ist die, wie man der demografischen Entwicklung begegnen soll ...

Dittmer-Scheele: Ja, das bleibt die ganz große Überschrift. Einige Antworten haben wir auf die Fragen des demografischen Wandels gemeinschaftlich gefunden. So freue ich mich beispielsweise auf die neue Seniorentagespflege der Diakoniesozialstation Scheeßel – Fintel, für die ich mich stark gemacht habe. Ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingt, gemeinsam weitere Antworten zu finden.

 

Wenn Sie im nächsten Jahr bei der Bürgermeisterwahl scheitern sollten, müssten Sie auch einen gewissen Einfluss auf die Entwicklungen in der Einheitsgemeinde aufgeben. Beschäftigt Sie das?

Dittmer-Scheele:Klar, in seltenen Momenten kommt mal der Gedanke: Was wäre wenn? Es ist kein Geheimnis, dass ich engagiert und mit Herzblut bei der Sache bin und meine langjährigen kommunalen Erfahrungen gern weiter für meine Heimatgemeinde einbringen möchte. Ich „hab’ noch nicht fertig“ und neue Ideen. Die Bürger Scheeßels wählen und entscheiden, ob sie das auch möchten.

 

Gibt es gute Vorsätze für 2014? Was wünschen Sie sich persönlich?

Dittmer-Scheele:Gesundheit und Zufriedenheit, das wichtigste Gut für mich und meine Familie, für alle Scheeßeler und ein friedvolles Jahr 2014 in der Welt.

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