Stadt Rotenburg steuert 400 000 Euro bei / Landkreis übernimmt 50 Prozent / Hohe Investitionen

DJH will die Jugendherberge kaufen

Die Jugendherberge im Helmut-Tietje-Haus begrüßt pro Jahr 10 000 Gäste. Das DJH will das Haus nun kaufen. ·
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Die Jugendherberge im Helmut-Tietje-Haus begrüßt pro Jahr 10 000 Gäste. Das DJH will das Haus nun kaufen. ·

Rotenburg - Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) plant den Kauf des Helmut-Tietje-Hauses – der Komplex, in dem die Rotenburger Jugendherberge untergebracht ist. Die Stadt wird diesen Kauf mit 25 Prozent – das sind 400 000 Euro – bezuschussen. Vorgesehen ist eine Zahlung von 25 Jahresraten à 16 000 Euro, wie Bürgermeister Detlef Eichinger in einem Gespräch mit der Kreiszeitung berichtete. Der Verwaltungsausschuss habe den Zuschuss einstimmig abgenickt, sagte er.

Hintergrund des geplantes Kaufs: Das DJH habe vor, rund 2,2 Millionen Euro in das Haus zu investieren. Einerseits gehe es um die bauliche Substanz, andererseits um Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität. Weil dabei allerdings Förderbedingungen zu erfüllen seien, brauche das Jugendherbergswerk einen langfristige Zugriff auf das Gebäude, wie es heißt. Und die Fördermöglichkeiten seien Voraussetzung für die Finanzierung und damit auch für die Realisierung der vorgesehenen Investition. Komme es nicht zu den Maßnahmen, wäre der Betrieb der Rotenburger Jugendherberge über 2018 hinaus unwahrscheinlich – bis dahin läuft der aktuelle Pachtvertrag. „Die Jugendherberge ist uns aber sehr wichtig“, sagte Eichinger. Kein Wunder, dass das Haus auch als Wirtschaftsfaktor ernst genommen wird. Denn wie die Leiterin der Jugendherberge, Rita Toll, auf Anfrage bestätigte, beherbergt das Haus rund 10 000 Gäste pro Jahr. Das seien rund 30 000 Übernachtungen. Und die Gäste kämen eben nicht, um einfach nur Spaß zu haben. „Sie wollen das Erlebnis Jugendherberge und das Erlebnis im Gruppenhaus“, so Rita Toll. Die Jugendherberge diene als außerschulischer Lernort, es gehe um erlebnispädagogisches Arbeiten, was in der Schule so nicht möglich sei. Kindergärten, Schulklassen, Sportgruppen, Fachhochschulen und Berufsfachschulen, aber auch zahlreiche Jugendverbände mieteten sich in der Rotenburger Jugendherberge regelmäßig ein, erklärte Toll. Und weiter: „Wir müssen zielgruppenorientiert arbeiten, um uns behaupten zu können.“ Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, nicht nur technisch, sondern auch energetisch auf dem neuesten Stand zu sein. „Wir haben ja auch eine Nachhaltigkeitsstrategie, die wir verfolgen“, meinte Rita Toll gestern Vormittag.

Wie Landrat Hermann Luttmann auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, sei der Vertrag mit dem DJH im Prinzip ausverhandelt, aber noch nicht unterschrieben. Das DJH prüfe die Unterlagen noch einmal. Ausgehend von einem Wert von 1,6 Millionen Euro, bezuschusst der Landkreis den Kaufpreis mit 50 Prozent. „Haushaltsmäßig ist der Verkauf aber abgebildet.“ Der Landkreis habe ein Interesse daran, dass die Jugendherberge mit ihrem guten Angebot vor Ort ist, so Luttmann. Da seien Investitionen erforderlich, um das Haus auf dem Stand zu halten. Deshalb habe es auch allgemeine Zustimmung zum Verkauf gegeben. Darin spiegele sich auch die Wertschätzung der Arbeit in der Jugendherberge wider, erklärte der Landrat im RK-Gespräch.

Der Beschluss des Verwaltungsausschuss stehe unter dem Vorbehalt, dass der Kaufvertrag auch tatsächlich abgeschlossen wird, so Eichinger. Zustimmen muss nun noch der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 9. Februar. · men

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