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Kristine Bremenkamp läuft 2023 von Sottrum nach Sauveterre

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Von: Nina Baucke

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Kristine Bremenkamp
Die Sottrumerin Kristine Bremenkamp plant, am Staffellauf ins französische Sauveterre teilzunehmen. © Nina Baucke

Wie der Vater, so die Tochter: Kristine Bremenkamp plant einen rund 1.600 Kilometer langen Freundschaftslauf ins Nachbarland.

Sottrum –  1998 fällt der Startschuss für eine ungewöhnliche Feier: Die Partnerschaft zwischen Sottrum und Sauveterre-de-Guyenne in Frankreich wird 25 Jahre alt – und aus diesem Anlass begibt sich eine Gruppe aus dem Wiesteort auf einen Staffellauf, die „Tour de l’amité“, bis in den südlichen Teil des Nachbarlandes. Mit dabei ist Uwe Bremenkamp. „Ich hatte damals gerade mein Abitur gemacht“, erinnert sich seine Tochter Kristine Bremenkamp an die Zeit. So wie die Gruppe untereinander auf der Strecke den Stab weiterreicht, passiert es jetzt auch in der Familie Bremenkamp: Für die Wiederauflage des Staffellaufs zur 50-Jahr-Feier der Gemeindepartnerschaft im kommenden Jahr schnürt anstelle von Uwe jetzt seine Tochter Kristine Bremenkamp die Laufschuhe.

Sie ist eine von mehreren Läufern, die zusammen mit Michael Itzen, Initiator der Aktion, aktuell regelmäßig für das Vorhaben trainieren. Denn auch wenn die 43-Jährige von Kind auf sportbegeistert ist, sind die zehn Kilometer täglich, die sie 2023 auf der etwa 1 600 Kilometer langen Route erwarten würden, schon eine Herausforderung. „Ich habe schon als Kind Leichtathletik und Voltigieren gemacht und habe bis vor ein paar Jahren Handball gespielt. Aber grundsätzlich war ich immer mehr auf der Kurzstrecke unterwegs, Langstrecke war immer eher nur sporadisch“, sagt Bremenkamp, die aktuell sportlich auf dem Tennisplatz aktiv ist.

Noch ein Jahr Training

Vor einigen Jahren lässt sie es drauf ankommen und tritt zur Zehn-Kilometer-Runde beim Sottrumer Abendlauf an. „Danach war ich dann wirklich fix und fertig“, erinnert sie sich mit einem Lachen. Dennoch: Als sie in den sozialen Medien über das Projekt mit dem Staffellauf stolpert, ist ihr Interesse geweckt, per E-Mail meldet sie sich bei Michael Itzen. Und ihrer Schwester schreibt sie: „Das ist der erste Schritt.“ Auch Sabine Bremenkamp ist begeisterte Sportlerin und anfangs mit im Boot, bis sie ein Muskelfaserriss ausbremst – allerdings nur für eine Weile, hofft ihre Schwester.

Es ist eine Herzensangelegenheit.

Kristine Bremenkamp

Derzeit trainiert die Läufergruppe im Ortsteil Fährhof noch über die kurze Distanz. „Momentan sind es 5,5 Kilometer, und die klappen auch schon ganz gut. Aber das werden mit der Zeit Stück für Stück mehr. Es sind viele dabei, die schon jetzt viel laufen und wirklich gut sind“, weiß sie. „Aber es ist noch ein Jahr hin, und ich baue da drauf, dass ich das hinbekomme“, ist die Sottrumerin, die als Teamleiterin bei der Deutschen Angestellten-Akademie arbeitet, überzeugt. „Es ist ja kein Problem, auch eigenständig zu trainieren.“ Über die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel hinweg ist das mit der Motivation allerdings so eine Sache, „aber ich gehe davon aus, dass das Frühjahr und der Sommer wieder mehr Ehrgeiz und Willen wecken“, sagt sie.

Studium in Lille

Kristine Bremenkamp hat eine besondere Beziehung zu Frankreich. „Meine beiden Großväter waren als Kriegsgefangene dort, einer von ihnen bei einer Familie, zu der wir später noch Kontakt hatten“, berichtet die Sottrumerin. Zum ersten Mal ist sie selbst in der achten Klasse in Frankreich, als Schülerin des Ratsgymnasiums in Rotenburg besucht sie Sainte-Foy-la-Grande, die Partnergemeinde des Landkreises Rotenburg, während ihres Studiums verbringt sie ein Jahr in Lille, in Montpellier absolviert sie ein Sprachdiplom.

Auch in Sauveterre war sie bereits, mit Mitte 20 ist sie bei einem Besuch Teil der Sottrumer Delegation. „Die Menschen haben dort eine ganz besondere Herzlichkeit“, sagt sie. „Die Gemeinschaft ist toll, und dazu war ich bei einer ganz lieben Familie untergebracht.“ Und natürlich hat ihr Vater Uwe Bremenkamp ihr von seinem Lauf nach Sauveterre 1998 erzählt, zudem hat sie mal ein paar Filmaufnahmen von damals gesehen: „Das war schon ein Wahnsinn. Und Hut ab, wie das da alles geklappt hat.“

Vor allem ist es ihre enge Bindung an das Nachbarland, dass ihr die Antwort auf die Frage, ob sie bei dem Lauf dabei sein soll oder nicht, erleichtert hat. Aber auch die Teilnahme ihres Vaters vor 25 Jahren, spielt für sie eine nicht unerhebliche Rolle: „Wir sind jetzt die nächste Generation“, betont Kristine Bremenkamp. „Es ist eine Herzensangelegenheit.“

Durch Deutschland, die Niederlande und Frankreich

Nicht nur, dass sich mittlerweile eine Läufergruppe gefunden hat, auch der genaue Starttermin und die Streckenführung von Sottrum nach Sauveterre-de-Guyenne steht jetzt fest: Am 19. Juli 2023 soll es um 9 Uhr losgehen – über 120 Kilometer nach Damme. Von dort über täglich etwa 150 Kilometer nach Haltern am See, Masseik in den Niederlanden, Besonrieux in Belgien und von dort durch Frankreich über Appilly, Soignolles-en-Brie, Orléans, Saint Senoch und Saint-Saurent-de-Ceris. Von dort geht es nach Sainte-Foy-la-Grande und dann in einer letzten kurzen Etappe nach Sauveterre.

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