Finteler gründen Bürgerinitiative gegen geplanten Maststall für 39 800 Hähnchen

Widerstand geht weiter

Scheessel - FINTEL · Der Widerstand gegen den geplanten Maststall für 39 800 Hähnchen im Außenbereich von Fintel geht weiter: 46 Bürger haben sich im Finteler „Lindenkrug“ getroffen, um die Bürgerinitiative (BI), die dieses Projekt verhindern will, offiziell zu gründen. Inzwischen gehe es um weit mehr als „nur“ um 39 800 Masthähnchen, teilt die Bürgerinitiative mit.

Gegenüber Vertretern der BI habe Maststall-Bauherr Claus Aselmann erklärt, dass er nach Erfahrungen mit Stall Nummer eins einen zweiten in gleicher Größe bauen will.

Als Gast referierte Michael Hettwer, Vorsitzender der Bürgerinitiative Munzel (BIM) über die Erfahrungen im Kampf gegen Massentierhaltung. In dem Dorf vor den Toren Hannovers soll ein Stall mit 84 000 Hähnchen entstehen. Seine Grundsatzkritik: „Hinter den Stallbauprojekten steckt die Industrie.“ Der mit 6,5 Millionen Euro Landesmitteln bezuschusste neue Geflügel-Großschlachthof in Wietze führe dazu, dass in Fintel und anderen Orten Niedersachsens die Hähnchenmastställe wie Pilze aus dem Boden schießen. Für den einzelnen Landwirt ist das eigentlich „betriebswirtschaftlicher Selbstmord“, sagte Hettwer. Für ein einzelnes Masthähnchen bekommt der Landwirt derzeit zwei bis drei Cent. Ein Maststall mit knapp 40 000 Tieren erwirtschaftet im Jahr rund 9 000 Euro vor Steuern. „Dafür soll ein Dorf mit Keimen belastet und das Grundwasser mit Nitrat belastet werden?“, fragte Hettwer. „Den Reibach“, fügte er hinzu, „machen andere.“ Die gesundheitlichen Risiken dieses Hähnchenmaststalls spielten in der Diskussion eine zentrale Rolle. „Nach aktuellen Studien werden die Keime mehr als einen Kilometer weit verteilt. Darunter auch der als Krankenkaus-Keim bekannte MRSA“, war zu hören.

Das sind Bakterien, die Abwehrmechanismen gegen Antibiotika entwickelt haben und daher nur noch schwer zu behandeln sind. Eine der Anwesenden, eine Landwirts-Tochter, berichtete von Erfahrungen mit diesem Killer-Keim: „Das wünsche ich niemandem.“

Fintels designierter Bürgermeister Rüdiger Bruns (SPD) war an diesem Abend gekommen, „um vor allem zuzuhören.“ Er betonte: „Ich lehne die Massentierhaltung aus ethisch-religiösen Gründen ab.“ Dass unabhängig von diesem Maststallprojekt jeder einzelne Einfluss nehmen kann, gab eine Fintelerin zu bedenken: „Kaufen Sie kein billiges Geflügelfleisch“, lautete ihr Appell, der von Beifall begleitet wurde. Die Bürgerinitiative will sich weiter gegen den Bau stemmen. Als Nahziel haben sich die Mitglieder vorgenommen, eine Podiumsdiskussion zu veranstalten.

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