Sanierung des Güterbahnhofs / 656 000 Euro teuer / Stadt zahlt nur 79 000 / Holz in Richtung Osten

„Wichtigster Bahnhof der Region“

Die alten Bahnhofsanlagen werden zurzeit abgerissen.

Visselhoevede - VISSELHÖVEDE (jw) · Der Baggerfahrer leistet ganze Arbeit mit seinem schweren Gerät. Ruckzuck ist die alte Ladekante abgerissen, der Schutt abgefahren und die Fläche für den Neubau geebnet: Die Sanierung des Visselhöveder Güterbahnhofs ist angelaufen, und schon im Januar sollen dort viele Waggons mit Holz beladen werden.

Lange Jahre fristete das Gelände an der Bahnhofstraße/Verdener Straße ein trauriges Dasein. Zwischen den Gleisen wuchsen Blumen, der Prellbock vermoderte, und die alte Halle am Ende des Gleises glich mehr und mehr einer Ruine.

Seit ein paar Jahren wird der alte Bahnhof von der Waldkonsulting Hohe Heide intensiv genutzt. Dahinter verbirgt sich eine Vermarktungsorganisation des Privatwaldes in den Kreisen Soltau/Fallingbostel, Verden und Rotenburg. Durch die nachhaltige Bewirtschaftung der Forsten gewinnt der Markt des Holztransportes und Umschlags immer mehr an Bedeutung.

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, das heißt einen vollständigen Güterzug gleichzeitig be- und entladen zu können, musste eine neue Infrastruktur her. Und die wird auf Hochtouren erstellt.

„Jetzt bekommen wir einen neugestalteten Güterbahnhof für eine langfristige Sicherung des Holzumschlags“, freut sich Visselhövedes Bürgermeisterin Franka Strehse.

Rund 656 000 Euro sind für die Umbaumaßnahmen eingeplant. Davon fließen 432 000 Euro von der EU an die Vissel, 145 000 Euro werden privat von den künftigen Nutzern wie der Waldkonsulting oder die Dünger verarbeitende Branche finanziert. „Die Stadt ist nur mit 79 000 Euro im Boot“, rechnet Strehse vor.

Bevor allerdings die umfangreichen Sanierungsarbeiten gestartet werden konnten, musste die Stadt noch Flächen von der Bahn und einem Baustoffunternehmen erwerben. Strehse: „Dafür haben wir jetzt das ganze Gleisgelände bis ans Hotel Luisenhof heran.“

Die alte Lagerhalle neben dem Bahnhofsgebäude, in dem jetzt die Rettungswache untergebracht ist, wird abgerissen, um die Lkw-Zufahrten zu ermöglichen. Denn mittels einer Art Ringverkehr von der L 171 zur Ladekante und wieder auf die L171 soll ein störungsfreier Anlieferverkehr des Holzes gewährleistet sein. In dem städtischen Entwicklungskonzept ist beschrieben, dass durch diese Investition fünf Arbeitsplätze gesichert und weitere fünf geschaffen werden, die für die Organisation und Verladung, Reinigung und Instandhaltung der Flächen nötig sind.

Heinrich Luttmann, Geschäftsführer der Waldkonsulting, sieht in dem neuen Güterbahnhof gleich zwei Vorteile: „Der Holztransport wird durch das Motto ’Weg von der Straße – rauf auf die Schiene’ ökologischer und der Frachtnachteil gegenüber anderen Bahnhöfen entfällt durch das Ganzzugsystem.“

Für Luttmann ist „Visselhövede in Zukunft der wichtigste Holzumschlagbahnhof“ für den Transport in Richtung der Papierfabriken im Osten Deutschlands wie beispielsweise nach Stendal.

Dass die Bauarbeiten im Januar beendet werden, ist für Luttmann beschlossene Sache. Und zwar aus ganz pragmatischem Grund: „Wir haben ein kleines Schwein in Aufzucht, das es zur Einweihung als Spanferkel geben soll. Und das darf nicht zu alt sein.“

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