Rot-grüne Gruppe setzt sich mit ihrer Mehrheit im Gemeinderat durch

Es werden Kofferleuchten

Sottrum - Rot-Grün setzt voll auf Effizienz, CDU und FDP geben der Optik den Vorzug – zumindest in den Wohngebieten: Nach dem Fachausschuss beschäftigte sich nun der Gemeinderat mit der Sanierung der Straßenbeleuchtung in Sottrum. Konkret geht es um die 560 Pilzleuchten im Gemeindegebiet, die mit Fördermitteln des Forschungszentrum Jülich modernisiert werden sollen.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand erneut die Frage nach der Ästhetik der Leuchten. Wie im Ausschuss, machte sich Siegfried Gässler (CDU) dafür stark, die Straßenbeleuchtung auch als gestalterisches Element zu sehen und bei der Wahl eines Modells nicht rein nach der Effizienz zu gehen. „Wir bauen wunderschöne Baugebiete, und da gehört eine moderne Leuchte rein“, betonte er und kündigte an, dass er der Empfehlung des Ausschusses, die nur Kofferleuchten für die Ausschreibung vorsieht, nicht zustimmen werde. Für Optik und Vielfalt würde er die Kostenersparnis ein Stück weit hintenanstellen.

„Attraktivität kann unserem Ort nicht schaden“, schloss sich Heiko Döll (FDP) an. Auch die Liberalen wollten sparen, doch sollte man Koffer- und Pilzleuchten nehmen – passend zu den Orten. „Wenn ihr nur sparen wollt ... Wir wollen Qualität für die Bürger schaffen“, unterstrich er.

Für eine Mischung beider Leuchtentypen sprach sich ebenso Hans-Jürgen Krahn (CDU) aus. „Eine Ersparnis haben wir in jedem Fall“, betonte er.

Die Argumentation konnte Markus Winde (Grüne) nicht verstehen, lägen die Vorteile der Kofferleuchten doch auf der Hand. Einziger negativer Aspekt sei die Optik. Um die gleiche Intensität Licht wie bisher auf die Straße zu bringen, komme die Kofferleuchte mit maximal 28 Watt aus, während die Pilzleuchte 44 Watt benötige. Ferner strahle das Licht nach unten auf die Straße und beleuchte nicht die Vorgärten mit. Ebenso seien die Stromkosten erheblich niedriger: Mit den Kofferleuchten spare die Gemeinde jährlich 34 000 Euro – 5 000 Euro mehr als bei den Pilzleuchten. „Mit Pilzleuchten kriegen wir nicht mal unseren Bedarf gedeckt“, pflichtete Hans-Jürgen Brandt (SPD) mit Blick auf die Anschaffungskosten und das Budget bei.

Lühr Klee (Grüne) sah in der Diskussion einen klaren Zielkonflikt „Effizienz versus bessere Optik“. Doch so schön Vielfalt auch sei, „ist es auch im Sinne der Haushaltslage der Gemeinde und der Umwelt, dass wir eine rationale Entscheidung treffen“. Er votierte für Kofferleuchten, die 30 Prozent billiger in der Anschaffung und 65 Prozent günstiger im Betrieb seien.

Als Kompromiss schlug Friederike Paar (CDU) mit Blick auf die Optik, die Anbieter zu ermuntern, auch ein Nebenangebot abzugeben. Am Ende setzte sich Rot-Grün mit ihrer Mehrheit bei sechs Enthaltungen und zwei Gegenstimmen durch. Übrigens: Für die Sanierung wird die Straßenbausatzung kurzzeitig ausgesetzt, damit keine Anliegerbeiträge anfallen. · sbo

Anbieter sollen ein

Nebenangebot abgeben

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