„Im Winter genug zu tun“

Wenn die Kunst ruht

Auch bei Nacht haben die Besucher auf dem Wasserturm einen schönen Ausblick.
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Auch bei Nacht haben die Besucher auf dem Wasserturm einen schönen Ausblick.

Visselhövede - Von Alena Staffhorst. Von Oktober bis März ruht die Kunst im Visselhöveder Wasserturm. Doch ruht auch Turmwächter Manfred Willi Reichert während der kalten Jahreszeit? „Ganz im Gegenteil“, sagt dieser. „Auch wenn keine Ausstellungen laufen gibt es für mich mehr als genug zu tun.“

Manfred Willi Reichert

„Irgendwas fällt immer an“, sagt Reichert. „Der Turm ist ja auch schon älter. Mal fällt etwas Putz von der Wand, dann muss eine Wand neu gestrichen werden – diese Arbeiten erledige ich in den Wintermonaten.“ Hinzu kommen natürlich auch die Vorbereitungen für die folgende Saison. „Ich muss mich um Sponsoren kümmern, Musiker für die Eröffnung engagieren und natürlich die Ausstellungen planen.“

Bei den Künstlern hat er nach eigener Aussage stets eine große Auswahl. „Ich bekomme sehr viele Anfragen von Künstlern, da muss ich mich dann entscheiden.“ Dabei geht er sehr subjektiv vor. „Ich kenne mein Publikum mittlerweile und weiß, was ihnen gefällt.“ Wichtig sei, dass es ihn auch selbst anspricht und „so abwechslungsreich wie möglich“ ist. „Ich probiere aber gerne auch mal was aus, wo ich mir vorher nicht so sicher bin, ob es hier auch gut ankommt.“

Doch wenn die Nachfrage von Künstlern so groß ist, warum hat der Wasserturm dann nicht das gesamte Jahr über geöffnet? „Von den Künstlern her wäre das in der Tat kein Problem, da könnte ich jetzt schon die kommenden zwei bis drei Jahre durchplanen“, sagt Reichert. „Doch wenn es etwas immer gibt, dann ist es ja nichts besonderes mehr. Man braucht einfach zwischendurch eine Phase Pause, damit man sich wieder darauf freuen kann.“

Hinzu kommt, dass der Wasserturm schlecht beheizbar ist. „Da würden im Winter sowieso einige Besucher weniger kommen.“ Doch in der Hohe Heide Galerie hängen das gesamte Jahr über einige Werke. „Momentan sind dort meine Bilder zu sehen“, sagt der Künstler. „Wenn ich Besuch von Interessenten bekomme, ist es ganz schön, auch im Winter etwas präsentieren zu können.“

Bereits seit zwölf Jahren kümmert sich Reichert um die Kultur im Sonnentau. „Seitdem hat sich schon einiges getan.“ Besonders das Hotel, dass hier vor etwa acht Jahren gebaut wurde, habe seinen Teil dazu beigetragen. „Dadurch kommen natürlich mehr Besucher auch aus anderen Regionen in den Wasserturm.“ Auch im Winter sei der Turm bei den Hotelgästen beliebt, um „einen Überblick über die Stadt“ zu bekommen. Auch insgesamt seien es im Laufe der Jahre immer mehr Gäste geworden. „In der vergangenen Saison waren 1 500 Besucher hier.“ Und diese kommen nicht mehr nur aus Visselhövede, wie es anfangs der Fall war. „Besonders aus dem Städtedreieck Hamburg, Hannover, Bremen, sind viele dabei.“

Für die Zukunft hat Reichert keine großen Pläne. „Ich würde mich freuen, wenn es einfach alles so weiter läuft wie bisher. Damit bin ich sehr zufrieden“, sagt er mit einem Lächeln.

Doch Ende März ist es mit der vermeintlichen Ruhe vorbei. Am 29. März beginnt im Wasserturm die Ausstellung „Farbe und Form“ von Helga Lüht aus Quelkhorn. „Bei ihr merkt man einfach, dass sie Lust hat, mit Farbe und Formen umzugehen“, schwärmt Reichert. „Sie hat ihre ganz eigene Handschrift.“ In der Hohe Heide Galerie startet zeitgleich die Ausstellung „Weitblick“ der Gruppe Transobjektiv aus dem Heidekreis. Weitere Informationen und die genauen Termine der Ausstellungen gibt es im Internet.

http://www.kunstimwasserturm.de

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