Ausgabe der Abiturzeugnisse am Ratsgymnasium mit Reden und witzigen Rückblenden

„Weltuntergang wäre einfacher gewesen“

Rückblende: Johanna Cordes und Hendrik Lohmann.
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Rückblende: Johanna Cordes und Hendrik Lohmann.

Rotenburg - 132 Schülern des Rotenburger Ratsgymnasiums war die große Erleichterung förmlich anzusehen, als sie, begleitet von herzlichem Applaus, in die Aula einzogen. Das Abitur – endlich war die Hürde genommen! Das Studium, die Ausbildung, der Aufenthalt im Ausland: Ein neuer Abschnitt im jungen Leben kann jetzt beginnen.

Dr. Walter Jarecki. ·

In seiner Begrüßung wies der Leiter des Gymnasiums, Oberstudiendirektor Dr. Walter Jarecki, darauf hin, dass diese Abiturienten-Entlassung auch für ihn selbst ein Abschied bedeute. Nach 19 Jahren Ratsgymnasium, so Jarecki, werde er sich jetzt in den Ruhestand verabschieden. Der Schulmeister, dessen ganze Liebe dem Latein gehört, zitierte das Motto des Abi-Jahrgangs: „Weltuntergang wäre einfacher gewesen.“ In diesem Jahr, so Dr. Jarecki, habe das Ratsgymnasium zum ersten Mal das Abitur gemeinsam mit dem Domgymnasium Verden gemacht. Außerdem gehörte sein Dank dem Kollegium „für die Arbeit und geduldige Begleitung dieses Jahrgangs“. Ein weiteres Dankeschön ging an den Schulträger, den Landkreis, für die großzügige Ausstattung der Schule.

Landrat Hermann Luttmann in seinem Grußwort: „Nach einer Umfrage lehnen 85 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Abschaffung des ,Sitzenbleibens' ab. Denn sie gehen davon aus, dass dies negative Auswirkungen auf die Leistungsbereitschaft habe.“ Außerdem: „Zur Frage G 8 oder G 9 hat sich der niedersächsische Landesschülerrat eindeutig für G 8 positioniert. Auch ich bin überzeugt, zwölf Jahre Schulbildung reichen. Persönlichkeit und Selbständigkeit junger Menschen werden im ,richtigen Leben‘ (…) besser entwickelt als in einer weiteren Klasse.“ Und schließlich: „Für den Schulerfolg machen nach einer Studie der Uni Göttingen – gute – Schülerinnen und Schüler in erster Linie ihre Lehrer verantwortlich. Gute Noten seien der Erfolg von guten Lehrerinnen und Lehrern, die es aufgrund ihrer Persönlichkeit und ihres Unterrichtsstiles verstehen, die Schülerinnen und Schüler zu motivieren.“

Eine Reihe wichtiger Entscheidungen, liege jetzt vor den Abiturienten. Entscheidungen, die jeder für sich selbst treffen müsse. „Ich möchte Sie auffordern“, so Hermann Luttmann schließlich, „die vor Ihnen liegenden Herausforderungen optimistisch anzunehmen.“

Stephan Orth sprach für die Eltern. Launige, zum Nachdenken auffordernde Worte, die Orth durch Musik ergänzte. Ein herzliches „Auf Wiedersehen“ auch von den Lehrern, den Studiendirektoren Petra Lies und Friedhelm Horn. Dabei vermied es Horn, ein „Zuckerbäckerbild“ von diesen jungen Menschen zu malen. Sehr wohl, so der temperamentvolle Lehrer, habe er bei ihnen auch negative Aspekte gefunden. Aber dann geriet Horn fast ein wenig ins Schwärmen, als er auf die zahlreichen Aktivitäten dieses Jahrgangs zu sprechen kam. Davor ziehe er den Hut, darauf könne die Schule stolz sein. Friedhelm Horn: „Eine gute Schule lebt davon, dass Lehrer und Schüler gut miteinander umgehen. So, wie es hier der Fall war und ist.“ Namentlich nannte er eine Schülerin: Astrid Hermsteiner, die den Notendurchschnitt 1,0 erreichte.

Nach einer witzigen Rückblende der Abiturienten Johanna Cordes und Hendrik Lohmann und der langen Rede von Schulleiter Jarecki war es dann so weit: Die Zeugnisausgabe mit einer roten Rose für die bestandene Reifeprüfung, ergänzt durch Ehrungen für besondere Leistungen.

Das Orchester und die Big Band sorgten dafür, dass der letzte Tag im Ratsgymnasium für manche Schülerin und manchen Schüler von einem Fünkchen Wehmut begleitet war … · bn

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