Hundehaltung beschäftigt Behörden

Wann beginnt Tierquälerei?

Die Umstände, in denen der Hund gehalten wird, sehen nicht freundlich aus.

Visselhoevede - VISSELHÖVEDE (jw/aki) · Der Wintergarten ist mit Kot bedeckt, die Fress- und Trink-näpfe sind nach Angaben der Nachbarn leer und die Temperaturen in dem Glasanbau eines Wohnhauses im Visselhöveder Süden steigen. Mittendrin ein rund 40 Zentimeter hoher belgischer Schäferhund. Die Nachbarn hatten bereits vor längerer Zeit die Behörden eingeschaltet. Weil sich nichts tat, riefen sie diese Zeitung an.

Laut Aussage der Nachbarn wohne der Hauseigentümer und Hundehalter schon lange nicht mehr an der Schützenstraße und versorge das Tier lediglich alle drei Tage mit Wasser und Futter. Seine Notdurft verrichtet der Hund in dem Glasanbau. „So wurde der Hund von Anfang an gehalten“, erbost sich eine Nachbarin. Die schaltete nicht nur Ordnungsamt und Polizei, sondern auch das Veterinäramt ein – zunächst erfolglos.

Jetzt wurde die Situation kritisch, da es im Glasanbau wärmer wurde und die Näpfe leer geblieben sein sollen! „Unhaltbare Zustände sind das“, erregen sich die Nachbarn, die das Gebelle und der Hundekot des etwa eineinhalbjährigen Tieres nur sekundär stören. „Uns geht es um das Wohl des Tieres.“

„Der Fall ist uns bekannt. Wir sind am Ball, aber haben bisher nicht den gewünschten Erfolg beim Halter erzielt“, bedauert Dr. Joachim Wiedner vom Veteri-näramt Rotenburg. „Es kann immer Lebenssituationen geben, in denen man mit dem Tier nicht mehr fertig wird“, entschuldigt der Tierarzt. „Tierschützer fordern immer sofortiges Handeln, doch wir sind auch an Gesetze gebunden“, bittet Dr. Wiedner um Verständnis. Er habe mit dem Hundehalter Kontakt aufgenommen und deutlich gemacht, dass ein Tier außer Nahrung auch Auslauf und menschlichen Kontakt benötige. Man habe dem Tierhalter eine Frist gesetzt.

„Aber warum mussten erst vier Monate ins Land gehen, bevor etwas passiert? Eigentlich ist das ein Fall unterlassener Hilfeleistung seitens der Behörden“, schimpfen die Anlieger.

Der Hundehalter widerspricht den Vorwürfen gegenüber dieser Zeitung vehement: „Die Hündin wird jeden Tag getränkt und gefüttert. Ein offene Haltung beispielsweise im Garten ist aufgrund ihrer noch nicht beendeten Ausbildung unmöglich, weil sie noch nicht unterscheiden kann, wer gut und wer böse ist.“

Die Rasse sei eher für den Diensthundegebrauch und Zwingerhaltung gewöhnt. Der Anbau sei im Übrigen so groß, dass er weit über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehe.

„Natürlich sieht es für Außenstehende nicht gerade ansprechend aus, aber das ist dem Hund egal“, so der Halter, der mit dem Hund aber bald ein neues Heim beziehen wolle.

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