Wahrsagerin Sabine Puls aus Ahausen hat auf vieles eine Antwort

„Die Karten lügen nie“

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Sabine Puls behauptet, mit Hilfe von Karten in die Zukunft blicken zu können.

Ahausen - Von Lars Warnecke. Schwarzer Rock, schwarze Bluse, dunkles Haar, dazu ausgehfertiges Make-up – ja, Sabine Puls entspricht rein optisch in der Tat dem landläufigen Bild einer Hellseherin oder Wahrsagerin. Seit vielen Jahren legt die Ahauserin hauptberuflich die Karten und berät Kunden. Wir haben uns mit der 51-Jährigen über ihre Begabung und das Geschäft mit der Zukunft unterhalten.

Frau Puls, es muss toll sein, alles im Voraus zu wissen.

Sabine Puls: Ja und nein, oftmals ist es gar nicht leicht, damit umzugehen, was passieren wird. Es gibt Zeiten, da kann ich es nicht ertragen, unter Menschen zu sein. Ich sehe oder fühle dann etwas, was ich gar nicht unbedingt sehen oder fühlen möchte – zum Beispiel Probleme oder Krankheiten der anderen. Abstellen lässt sich das nicht. Wenn es besonders intensiv wird, dann bleibe ich auch mal tagelang zu Hause.

Sie werden sicher auch schon eine Ahnung haben, was ich Sie als nächstes frage, oder?

Puls: Nicht unbedingt, nein. Das ist jetzt auch nicht unbedingt das, worauf ich mich in unserem Gespräch konzentriere.

Was müssten Sie dafür machen?

Puls: Ich müsste mir von Ihnen die Frage stellen lassen, dann weiß ich sie auch (lacht).

Also dann versuchen wir es auf dem konventionellen Weg weiter: Ist das Leben vorherbestimmt?

Puls: Viele glauben das, ja. Ich sage aber, dass dem nicht unbedingt so ist. Dann wären wir ja alle nur wandelnde Marionetten. Ich denke, wir können unser Schicksal beeinflussen. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Eine junge Frau kommt zu mir, und ich sage ihr, dass sie schwanger wird. Daraufhin geht sie nach Hause, denkt sich „die Alte kann mich mal“ und lässt sich sterilisieren. Sie geht dagegen an – also kann man sein Leben durchaus beeinflussen.

Woran erkennt man eine gute Wahrsagerin?

Puls: Das merkt man schon am Telefon. Wer da bereits das Gefühl hat, sie könnte arrogant wirken, sollte von ihr die Finger lassen. Und glauben Sie mir: Es gibt viele arrogante Menschen in dieser Branche. Man sollte Vertrauen zu ihr haben können. Eine gute Wahrsagerin spricht auch niemals über den Tod und will nicht urplötzlich noch etwas Weiteres verkaufen. Was ich persönlich noch meinen Kunden gratis mitgebe, sind Steine mit aufgeladener Energie. Oder ich ermittele ihnen zum Abschluss gegen eine kleine Spende die Lottozahlen.

Und das mit den Lottozahlen funktioniert wirklich?

Puls: Ja, das habe ich damals bei meiner „Mama Blume“, einer Hellseherin aus Hamburg, gelernt. Ich ziehe dafür sieben Karten. Die ersten sechs sind die Zahlen, die siebte Karte zeigt jenen Tag im Monat auf, an dem man den Schein abgeben sollte. Das macht der Kunde aber nur einmal. Wenn er die Zahlen verliert, ist die besondere Magie vorbei.

Woher besitzen Sie diese Fähigkeiten?

Puls: Schwer zu sagen, sie waren einfach da. Schon als kleines Mädchen konnte ich früh wildfremde Menschen einschätzen – sehr zum Ärger meiner Mutter, die sich fürchterlich darüber aufregte, dass ich so oder so über andere urteilen könne. Im Endeffekt hatte ich aber immer recht. Irgendwann kamen dann die Tarotkarten ins Spiel. Und so haben mich schon Ratsuchende aufgesucht, noch bevor ich vor 20 Jahren mit dem Beruf offiziell begonnen hatte.

Welchen Beruf üben Sie denn aus – den einer Wahrsagerin oder den einer Kartenlegerin?

Puls: Wenn ich das doch nur selbst genau wüsste. Ich weiß nur eins: Ich stehe mit beiden Beinen fest im Leben. Früher hatte ich auch noch überhaupt keine Ahnung von Esoterik. Heilsteine fand ich zum Beispiel lächerlich. Heute sehe ich das anders. Mir war als Kind auch noch nicht klar, dass ich das irgendwann mal als Profession machen möchte. Zunächst hatte ich ja auch gemeinsam mit meinem Ex-Mann eine Garten- und Landschaftsbaufirma in Soltau aufgebaut.

Wie kam es zum Umdenken?

Puls: Mit der Geburt meiner Tochter. Da war das Gefühl plötzlich da: „Das und nichts anderes möchtest Du machen!“

Kann man das Kartenlegen auch selbst lernen?

Puls: In seltenen Fällen ist das möglich, ja. Man spricht vom siebten Sinn – der wohl in jedem von uns mehr oder weniger stark ausgeprägt steckt. Mit Hellsehen hat das aber wenig zu tun, da gehört dann schon sehr viel mehr dazu. Ich habe mal früher Kartenlegekurse angeboten. Am Ende ist aber keiner der Teilnehmer auch wirklich Kartenleger geworden.

Wie sehen Sie genau die Dinge?

Puls: Ich würde es als eine Mischung aus Gefühlen und Bildern beschreiben. Manchmal sehe zum Beispiel ganz genau jene Häuser vor meinem inneren Auge, in denen die Menschen, die zu mir kommen, einmal leben werden. Das fliegt mir dann einfach zu, wenn ich in die Karten schaue. Dafür brauche ich aber grundlegend zwei Sachen: Ruhe und Konzentration.

Sind Tarotkarten eigentlich verlässlicher als, sagen wir: Glaskugeln?

Puls: Ja. Die Kugel war für mich ohnehin immer nur ein Glückssymbol, eine Art Kraftquelle, aus der sich nicht die Zukunft deuten lässt. Meine Karten sind da schon sehr verlässlich, die lügen nie. Ich besitze sie schon sehr lange, und sie wurden auch geweiht. Mit Skatkarten würde das aber auch funktionieren. Und mit Fotos. Ich weiß sofort, welche Menschen darauf zu sehen sind – ohne dass ich sie kenne. Ich kann sogar über sie lachen oder auf sie wütend sein. Es ist wie eine Eingebung.

Wie ist das bei Ihnen selbst: Können Sie in Ihre eigene Zukunft blicken?

Puls: Ja, durchaus, aber ich lebe und handele auch nicht immer danach – wenn man das täte, würde man ja irgendwann verrückt werden. Ohnehin lasse ich lieber alles auf mich zukommen. Ich plane nicht langfristig, sondern lebe im Hier und Jetzt.

Weshalb wenden sich Ihre Kunden an Sie?

Puls: An erster Stelle geht es natürlich um die Liebe. Wenn jemand einen Anderen kennenlernt, weiß ich heute schon, ob es mit den beiden etwas wird oder nicht. Dafür reicht dann schon ein Bild vom möglichen neuen Lebenspartner, um das zu erkennen. Wenn die beiden aber erstmals richtig verliebt ineinander sind, dann bleiben die mir lieber fern – aus Angst, es könnte eine Enttäuschung geben. Ach ja, Beruf und Gesundheit sind weitere Bereiche, weshalb mich die Menschen aufsuchen.

Was für Menschen sind das?

Puls: Bedauerlicherweise zu 90 Prozent Frauen. Das heißt nicht, dass ich nicht gerne mit ihnen zusammensitze, aber mit Männern, die meisten sind schon älter als 70, habe ich schon immer tolle Erfahrungen gemacht. Frauen begegnen mir eher ehrfürchtig. Männer sind oft nervös, überspielen das aber dann durch lustige Sprüche. Die kommen auch meistens wegen der Liebe oder dem Geschäftlichen. Zur Gesundheit wollen sie in der Regel gar nichts wissen.

Sehen Sie auch Krankheiten und den Tod voraus, und wie viel davon sagen Sie den Menschen?

Puls: Ich spüre das, klar. Aber ich kann ja schlecht auf die Leute zugehen und ihnen das sagen. Viele wollen das auch gar nicht, oder sie glauben erst gar nicht daran. Es gibt aber auch jene, die es wissen wollen – gerade, wenn es um Erbschaften geht. Was bei mir als Erstes immer eingetroffen ist, waren tatsächlich Todesfälle. Da habe ich lange mit mir gehadert und sogar mittlerweile alle Karten, die den Tod symbolisieren, beiseite gelegt. Andererseits habe ich schon vielen Menschen bei Krankheiten geholfen – vor allem, was das Herz betrifft. Dafür habe ich offenbar eine besondere seherische Fähigkeit.

Wie finden Sie es, dass wissenschaftliche Wettervorhersagen größeres Vertrauen genießen als Ihre Karten?

Puls: Dabei haben die Metereologen ja selbst oft gar nicht recht mit ihren Prognosen. Nur, dass denen nichts übel genommen wird. Ich darf mir das hingegen nicht erlauben. Sicher, die meisten denken, dass das, was ich mache, reine Abzockerei sei. Das wird auch immer in den Köpfen der Menschen bleiben. Ich sage ja selbst, dass 80 Prozent in der Esoterik-Branche reiner Humbug ist.

Frau Puls, wie steht es eigentlich um meine eigene Zukunft? Könnten Sie da mal für mich einen Blick in die Karten werfen?

Puls: Was ich sehe: Sie werden es noch mit dem Ausland zu tun bekommen. Dort bietet sich Ihnen eine Chance, die sie auch ergreifen – und das schon sehr bald. Auch häuslich und partnerschaftlich werden noch viele Veränderungen auf Sie zukommen – da sind Sie noch nicht mal auf der Hälfte des Weges angekommen.

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