Projekt mit Jugendlichen

Zweieinhalb Monate Arbeit in Limas Armenviertel

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Franziska Habel in einem Trikot der peruanischen Fußball-Nationalmannschaft, das sie vielleicht einem Jugendlichen in Limas Armenviertel Collique vermachen wird.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Nein, auf frisch gegrillte Meerschweinchen, eine kulinarische Spezialität in dem südamerikanischen Land, freut sie sich „überhaupt nicht“, aber auf ihre „zweite Heimat Peru ganz doll“. Die Visselhövederin Franziska Habel (22) steigt am Sonnabend wieder ins Flugzeug, um für rund zweieinhalb Monate bei einem Kinder- und Jugendprojekt zu helfen.

Bereits 2012 war die 22-Jährige für ein Jahr in dem Andenstaat und hat dort bei einem kirchlichen Projekt mitgearbeitet, das ebenfalls die Verbesserung der Lebensumstände von sozial benachteiligten Jugendlichen zum Ziel hatte. „In der Hauptstadt Lima habe ich so viele neue Freunde gefunden, aber auch eine Menge Elend und von der Gesellschaft völlig benachteiligte Menschen getroffen, dass es mir ein unbedingtes Bedürfnis war, dort wieder hinzufahren“, berichtet die Abiturientin, die jetzt gerade eine Ausbildung zur Hotelfachfrau im Vier-Sterne-Hotel Heide-Kröpke mit der Traumnote eins beendet hat.

Bald beginnt das Studium

Erneut wird sie das Flugzeug in die peruanische Hauptstadt bringen, wo sie einem Freund beim Aufbau eines sozialen Projekts in dem Armenviertel Collique hilft. „Juan Espinoza-Torres stammt selbst aus der Gegend und hat mit viel Einsatz und noch mehr Willen in der Schule einen guten Abschluss gemacht und sogar ein Stipendium bekommen“, berichtet Habel, die nach dem Aufenthalt in Südamerika Germanistik und Romanik mit dem Schwerpunkt Kultur und Literatur in Düsseldorf studieren wird.

„Aber vorher wird es noch sehr kreativ, denn gemeinsam mit Juan werden wir verschiedene Workshops für die Jugendlichen aus dem Viertel anbieten. Geplant sind Theaterstücke und andere Aufführungen wie zum Beispiel zum Weltfrauentag, die den jungen Leuten die Gelegenheit geben, durch eigene Kreativität ihr eigenes Leben zu reflektieren“, freut sich Habel auf viele „schöne Momente, die die Kinder und Jugendlichen weiter bringt“.

Habel ist sicher, dass ihre Projekte auf große Resonanz stoßen werden, denn „Juan spricht die Sprache der Menschen, weil er aus ihrer Mitte stammt“. Das sei bei der Pastorin, die im reichen Touristenviertel in einer Penthouse-Wohnung residiere, ganz anders: „Wenn sie zwei Mal im Monat Collique besucht, wird sie kaum für voll genommen.“

22-Jährige will die Welt kennenlernen

Die 22-Jährige erhofft sich mehr Akzeptanz – auch weil sie mittlerweile fließend Spanisch spricht. „Da haben die Jahre am Rotenburger Ratsgymnasium doch sehr geholfen“, lacht die junge Frau, die in den kommenden Jahren noch andere Regionen der Welt kennen lernen will.

Das scheint in der Familie zu liegen, denn auch Schwester Sabrina (19) steckt ihre Füße gerade in den Sand an irgendeinem australischen Strand statt in den Visselbach. „Ich bin meinem Eltern natürlich sehr dankbar, dass sie uns die Reisen ermöglichen. Auch wenn meine Mutter an der Bäckertheke schon mal scherzhaft gefragt wird, was sie denn gemacht hätte, dass ihre Kinder ständig das Weite suchen müssten“, schmunzelt Franziska Habel, die in den kommenden Wochen ab und an in der Kreiszeitung über ihre Erlebnisse in Peru berichten wird.

Das sei heute dank E-Mail natürlich kein Problem und auch der telefonische Kontakt mit ihren Eltern Ulrike und Erhard sei jederzeit dank Skype möglich. „Man muss nur ein bisschen auf die Zeitverschiebung achten, um sie nicht mitten in der Nacht zu wecken.“

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