Fotoaktion der Interessengemeinschaft Jeddingen-Kirchlinteln

Zwei Hände für einen Radweg

Auf den Sportplätzen in Brunsbrock (oben) und in Jeddingen hat die Interessengemeinschaft „Pro Radweg Jeddingen-Kirchlinteln“ zwei Hände geformt, die die Forderung nach einem Lückenschluss im Radwegenetz symbolisieren sollen. Fotos: Heise, Wieters

Jeddingen/Kohlenförde - Von Jens Wieters Und Henning Leeske. „Stand heute brauchen die zuständigen Behörden noch sechs Jahre, um den Radweg an der Landesstraße 171 zu planen und zwei weitere Jahre, um ihn dann endlich zu realisieren. Das darf nicht sein und muss wesentlich schneller gehen!“ Lars Dammann, einer der Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) „Pro Radweg Jeddingen-Kirchlinteln“, fand deutliche Worte bei einer besonderen Fotoaktion auf dem Jeddinger Sportplatz.

Denn 107 Menschen und ein Hund kamen dort zusammen, um eine ausgestreckte Hand zu formen, die in Richtung Brunsbrock zeigt. Denn dort hatten sich ebenfalls Anlieger getroffen, die ihre aus Körpern geformte Hand nach Jeddingen zeigen ließen. Die ausgestreckten Hände sind das Symbol der Interessengemeinschaft, um auf den dringend nötigen etwa zehn Kilometer langen Lückenschluss im Radwegenetz hinzuweisen.

Aber Symbolik hin oder her, „nach dem neuerlichen Unfall ist es dringender denn je, dass wir den Radweg bauen müssen“, so Dammann. Bereits zu viele Jahre sei man immer wieder vertröstet worden, weil zunächst kein Geld für den Bau zur Verfügung gestanden habe. „Und jetzt darf es nicht daran scheitern, dass es keine Planer gibt“, schimpfte Dammann.

Etwa acht zehn Kilometer weiter, im Vereinsheim des TSV Brunsbrock, schlug Schafwinkels Ortsvorsteherin Ingrid Müller (CDU) in die gleiche Kerbe: „Seit 2012 stehen wir im Landesradwegprogramm an dritter Stelle. Passiert ist aber nichts.“

Dem Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) wurde vor dem Landtag eine Unterschriftenliste überreicht und die anschließende Elefantenrunde in der Straßenbaubehörde Verden hätte auch keinen Fortschritt gebracht. Auch an den Landesvater Stephan Weil (SPD) sei ein Brief geschickt worden. Die Antwort stehe noch aus, so Müller, die betonte, dass für die Planungskosten keinen Haushaltsposten gebe.

Johann Heimsoth, Vorsitzender des TSV Brunsbrock, schilderte die Notwendigkeit des Radweges aus Sicht des Sportvereins, dessen Fußballplätze ebenso wie in Jeddingen direkt an der Landesstraße liegen. Der letzte Unfall nur 300 Meter vom Vereinsgelände entfernt zeige, wie gefährlich die Straße für Radfahrer sei. „Rund 300 Jugendliche aus den umliegenden Ortschaften kommen jede Woche dreimal zu unserem Sportplatz. Zurzeit müssen sie mit dem Auto gefahren werden. Lamentieren nützt nicht mehr, es muss gehandelt werden. Sportlich gesehen liegt der Ball bei der Politik“, so Heimsoth.

Aus Sicht des Klimaschutzes sei eben das Fahrrad besonders wichtig für die Mobilität auch im ländlichen Raum. „Für das Fahrrad brauchen wir natürlich auch die nötige Infrastruktur“, forderte Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth (SPD) und ihre Parteifreund Ministerpräsident Weil habe bereits gesagt, dass die Gelder für den Radwegbau zur Verfügung stünden. „Wir müssen viel politischen Druck erreichen, dass die Planungen endlich beginnen“, so die Kirchlintelerin. Der erste Radweg in der Prioritätenliste sei bereits in der Realisierung und der zweite befinde sich im Planungsstadium. Deswegen habe sie sich, so Liebetruth, eindringlich bei der Behördenleitung erkundigt, wann nun mit der Planung für den Radweg an der L 171 begonnen werden können. „Leider habe ich keine konkrete Auskunft erhalten.“ Daher brachte die Sozialdemokratin wieder die kommunale Finanzierung der Planungen ins Spiel. „Denn so könnten diese Arbeit extern vergeben werden, was Zeit spart.“

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