„Schüler schulen Senioren“ an der Oberschule in Visselhövede

Zurechtfinden in der digitalen Welt

Christa Kettenburg (l.) und Bärbel Reusch lassen sich von Marcel Reiners ein Tablet zeigen. - Foto: Kirchfeld

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. Sich im Internet zurechtfinden und Grußkarten oder Briefe erstellen: Die digitale Welt ist vielen Senioren fremd. Deshalb helfen junge Leute den Älteren, sich dort zurecht zu finden. So auch an der Oberschule in Visselhövede: „Schüler schulen Senioren“ heißt es dort bis einschließlich 10. Mai.

„Meine Jungs haben mir vor drei Jahren so ein Ding geschenkt und mich ins kalte Wasser geschmissen. Da sie weiter weg wohnen, hole ich mir hier Hilfe“, sagt Werner Lünsmann. Der 78-Jährige ist zum wiederholten Mal dabei. Er wird von Bartosz Banaszkiewicz geschult. Zwischen ihm und seinem Schützling liegen 63 Jahre. „Ich bin seit 1999 in Rente, damit brauchte ich mich beruflich nicht mehr befassen“, meint Lünsmann. Er ist einer von zwölf Senioren, die das Angebot der Oberschule angenommen haben. 17 Schüler aus den achten und neunte Klassen kümmern sich um sie. „Wir bieten wieder eine Eins-zu-Eins-Betreuung“, sagt Sven Engelke, Leiter der Arbeitsgemeinschaft. Die Schüler, die sich nicht um einen Senioren kümmern, betätigen sich als Springer.

Über diese Form der Betreuung freut sich auch Helga Reese. Wie Werner Lünsmann, ist die 79-Jährige ebenfalls so etwas wie ein Kurs-Routinier. Helga Reese sagt: „Ich war 2010 das letzte Mal dabei. Ich habe noch keinen Computer, aber es ist toll, was man damit alles machen kann.“ Sie wird vom 16-jährigen Gabriel Hormuth geschult, der sehr zufrieden mit Helga Reese ist.

Das Tablet bevorzugt

Christa Kettenburg hat es mit dem klassischen PC nicht so. „Ich besitze zwar einen Computer, aber ich arbeite lieber mit dem Tablet. Damit komme ich besser klar“, macht sie deutlich. Christa Kettenburg lässt sich deshalb von Marcel Reiners zeigen, wie sie eine App herunterladen kann. Ob nun PC oder Tablet, eines mag Christa Kettenburg besonders. „Ich google gerne. Spiele werde ich aber auf keinen Fall darauf spielen!“, sagt sie.

Renate Heldberg bekennt: „Es macht Spaß, im Internet unterwegs zu sein. Es ist mal etwas anderes.“ Zu Hause möchte die Senioren das Schreibprogramm ihres PC nutzen. Sie freut sich über jeden Fortschritt, der ihr von Florian Rietz vermittelt wird.

Wer jetzt nicht zum Zuge gekommen ist, kann auf das nächste Jahr hoffen. Anmeldungen für „Schüler schulen Senioren“ werden nach den Sommerferien entgegen genommen.

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