Christdemokratische Arbeitnehmer diskutieren über das Rentensystem

Der Weg zur zukunftssicheren Vorsorge

Eine lebhafte Diskussion zur Rente mit viel Sachverstand vom Landtagsabgeordneten Christian Fühner (v.r.), Jan Miede, Max Matthiesen, Karl Schwiewerling, Annelie Buntenbach und Volker Schmidt. Foto: Leeske

Jeddingen - Von Henning Leeske. Auf ihrer traditionellen Klausurtagung in Jeddingen hat bei den Christdemokratischen Arbeitnehmern (CDA) jetzt die Altersvorsorge im Zentrum der Überlegungen gestanden. Hochrangige Experten zum bundesdeutschen Rentensystem waren daher auf Einladung des Landesverbands des Arbeitnehmerflügels innerhalb der CDU im Jeddinger Hof zugegen. Unterschiedliche Meinungen darüber, wie die Altersvorsorge gesichert werden kann, trafen dabei während einer Diskussion aufeinander.

Der Landesvorsitzende Max Matthiesen begrüßte Karl Schwiewerling (Vorsitzender der Rentenreformkommission), Annelie Buntenbach vom DGB-Bundesvorstand, Volker Schmidt (Hauptgeschäftsführer NiedersachsenMetall), Jan Miede (Geschäftsführer Deutsche Rentenversicherung Braunschweig/Hannover) und Christian Fühner, Landtagsabgeordneter und Landesvorsitzender der Jungen Union, auf dem Podium. So sprach sich Fühner als Vertreter der jüngeren Generation für eine Ergänzung des staatlichen Rentensystems um die kapitalgedeckte Altersvorsorge mit einem Wahlrecht der Arbeitnehmer aus. Das sei eine zweite wichtige Säule zur umlagenfinanzierten staatlichen Rentenversicherung. „Eine auf Pump finanzierte Rente spricht klar gegen die Generationengerechtigkeit“, sprach sich Fühner für einen flexibleren Bundeszuschuss zur Rente aus. Denn die Steuereinnahmen würden nicht ewig weiter so sprudeln.

„Sie können den Bundeszuschuss nicht beliebig steigern“, sagte der Arbeitgebervertreter Volker Schmidt, der mit mehr Netto vom Brutto die Jüngeren zu mehr privater Altersvorsorge motivieren wolle. „Wenn wir einem jungen Mitarbeiter ohne Kinder 150 Euro mehr zahlen, bleibt ihm nur 46 Euro netto mehr“, so Schmidt. „Jüngere mögen schneller sein, aber Ältere kennen die Abkürzung“, warb er für das Flexirentengesetz mit einer längeren Beschäftigungsmöglichkeit für Arbeitnehmer über 65 Jahre.

„Ein Jahr mehr Arbeit bringt sechs Prozent mehr Rente für immer“, sagte Rentenreformer Schwiewerling. Er sehe bei einer Migration in die deutschen Rentensysteme die Qualifikation als eine zentrale, aber schwierige Aufgabe, die für ein sicheres Rentensystem bewerkstelligt werden müsse. „Höher qualifizierte Einzahler zahlen eben auch mehr ein. So ist die Rente auch in Zukunft sicher, auch wenn Tempo und Intensität der Rentensteigerungen unsicher sein werden“, sagte er.

Deswegen schlug Miede eine Verbreiterung der Beitragsgrundlage vor, wobei er als Geschäftsführer sich klar an die Vorgaben der Politik halten müsse. Jedoch könnten etwa auch Mieteinnahmen für die Beitragsgrundlage berücksichtigt werden, weil es bekanntermaßen hier ein Ungleichgewicht zu Einkünften aus Arbeitnehmertätigkeit gebe. Einzelne CDA-Diskutanten begrüßten diesen Ansatz und wollten sogar noch weiter gehen, indem auch Kapitaleinkünfte in irgendeiner Form bei der Rentenversicherung berücksichtigt werden. Miede wies noch auf die Bauabteilung in seinem Hause hin, die auch im Wohnungsbau tätig werden könne – je nach politischem Auftrag.

„Natürlich habe ich als Gewerkschaftlerin eine andere Schmerzgrenze beim Bundeszuschuss. Der jetzige Mindestlohn reicht nicht, um anschließend eine gute Rente zu haben“, sagte DGB-Funktionärin Buntenbach und forderte von den Arbeitgebern einen Renteneuro zusätzlich zum Mindestlohn, damit am Ende die Rente später stimme. Besonders bei den sozialen Berufen müsse unbedingt mehr Grundgehalt gezahlt werden.

Angesichts der komplexes Lage bei dem Thema fanden die Christdemokraten doch einige Übereinstimmungen bei den Reformansätzen. Ob sie sich gegen den Arbeitgeberflügel in ihrer Partei diesbezüglich durchsetzen können, bleibt natürlich offen und wird vom neuen Vorsitzenden der Union abhängen. Personalien spielten übrigens keine Rolle, weil man sich auf eine Sachdiskussion konzentrierte.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Erfolgsgeschichte: Mit dem Octavia begann Skodas Aufstieg

Erfolgsgeschichte: Mit dem Octavia begann Skodas Aufstieg

Der Blauregen hat viel Kraft

Der Blauregen hat viel Kraft

Wandern, Waldbaden und Wellness in Bad Steben

Wandern, Waldbaden und Wellness in Bad Steben

Barock und Bio im Bliesgau

Barock und Bio im Bliesgau

Meistgelesene Artikel

Blutspende in Corona-Zeiten? Läuft!

Blutspende in Corona-Zeiten? Läuft!

Fuchs läuft in Tellerfalle: Polizei sucht Zeugen

Fuchs läuft in Tellerfalle: Polizei sucht Zeugen

Vom Erzieher zum Youtuber

Vom Erzieher zum Youtuber

Ausstellung „Am Ende des Tunnels“ auf dem Kirchhof

Ausstellung „Am Ende des Tunnels“ auf dem Kirchhof

Kommentare