Ein Jahr „Viwaldi“: Was hat sich getan, was muss sich noch tun?

Die Zukunft im Blick

Eckhard Langanke blickt positiv auf die Zukunft des Viwaldi: Die Verbindung 588 werde gerne von den Bürgern angenommen, sagt er. Foto: Beims

Visselhövede - Von Ann-christin Beims. Kurz und komfortabel: Das sind die Eigenschaften, die den Kleinbus „Viwaldi“ bestens beschreiben. Dieser verkehrt seit mehr als einem Jahr zwischen den Städten Visselhövede und Walsrode im angrenzenden Heidekreis. 2020 läuft die Probezeit ab, die beide Städte sowie die Landkreise vereinbart hatten. Zeit, einmal mit Initiator Eckhard Langanke darüber zu sprechen, wie die Busverbindung angenommen wird.

Seit dem 1. August 2018 ist der Direktbus montags bis freitags zwischen den Bahnhöfen beider Städte unterwegs, weitere Stopps wie in der Goethestraße in Visselhövede sind ebenfalls dabei. Auch das Krankenhaus in Walsrode wird angefahren – ein Novum, wie Langanke berichtet. Zuvor gab es dort gar keinen Haltepunkt. „Das Bedürfnis der Menschen nach einer Verbindung war da“, sagt Langanke, obendrein Vorsitzender der Fraktion „Wir in Visselhövede“ (WiV). Diese hatte eine Bürgerbefragung durchgeführt. „In kurzer Zeit hatten wir mehr als 300 Unterschriften zusammen“, erinnert er sich.

Der erste Gedanke, eine zweite Bürgerbuslinie aufzubauen, sei schnell verworfen worden. Denn Langanke, der vor zwölf Jahren den Visselhöveder Bürgerbus gegründet hatte, sah das Problem, ehrenamtliche Fahrer zu finden. „In unserem System bin ich ständig an der Grenze“, macht er deutlich. „Das war mir zu riskant.“ Gespräche mit der Walsroder Politik und den Landkreisen seien aber positiv verlaufen. Jeder Partner trägt ein Viertel der Kosten von jährlich etwa 60 000 Euro, die vorläufig berechnet worden waren. So konnte im August 2018 die Jungfernfahrt des „Viwaldi“ starten, bei der Langanke natürlich mit von der Partie war. „Ich durfte das Projekt in Gang bringen und nachher weiter begleiten“, sagt der umtriebige Visselhöveder.

Die Beförderung hat die Firma Haller aus Walsrode zunächst übernommen, die mittlerweile der DB Braunschweig angegliedert ist. Nach dem ersten Jahr zieht Langanke ein zufriedenes Fazit: „Etwa 2 000 Fahrgäste haben wir befördert – und der Bedarf ist auch weiterhin da. Wir müssen noch weiter darauf aufmerksam machen, dass es die Verbindung gibt.“

Damit es nächstes Jahr weiter geht, müsse aber rechtzeitig ein neuer Ratsbeschluss her – denn am 31. Juli 2020 ist sonst erstmal Schluss mit „Viwaldi“. Langanke hofft, dass es vonseiten der Politik weiterhin grünes Licht gibt. „Ich werde darauf achten, dass wir das beraten. Denn wir haben hier in der Region mit unseren Konstellationen weiße Flecken beseitigt, eine ideale Anbindung überall hin.“ So müsse sich zwar beim Busverkehr im Landkreis noch einiges einspielen, der zum 1. August mit neuem Fahrplan gestartet ist. Doch die Busse stehen allen offen. „Menschen aus Ottingen und Kettenburg, die von uns aus nicht bedient werden, können mit dem einstigen Schulbus fahren“, merkt Langanke an. Der politische Wille sei vorhanden, unterstreicht er. „Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Ein Thema, mit dem sich der 67-Jährige aktuell auch befasst, ist der geplante Neubau des Heidekreis-Klinikums und damit die Zusammenlegung der Standorte Walsrode und Soltau. „Wir müssen landkreisübergreifend denken“, sagt er. Denn der mit wichtigste Grundgedanke des „Viwaldi“ war die regelmäßige Verbindung ins ärtzliche Versorgungszentrum Walsrode, zu dem Visselhövede gehört. „Dann müsste sich Viwaldi vielleicht neu strukturieren, aber das ist noch Zukunftsmusik.“

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