Hannoveraner Büro gibt DNA-Analysen bekannt

Wolf reißt 16 Dreeßeler Schafe

Frühmorgens nach dem Massaker machte der Schafzüchter mit dem Handy dieses Bild auf der Weide bei Dreeßel.

Dreeßel  - Die Befürchtungen des Jeddinger Schafzüchters Rainer Meinke haben sich bestätigt: Seine 16 Texel- und Schwarzkopf-Schafe, die in der Nacht zum 29. Februar auf einer Weide bei Dreeßel getötet wurden, sind Opfer eines Wolfs geworden. Das bestätigt Herma Heyken, Sprecherin des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

„Das Wolfsbüro hat jetzt für den Riss von Schafen in Dreeßel die Daten ausgewertet; mit hoher Wahrscheinlichkeit hat ein Wolf die Tiere getötet“, heißt es in einer knappen Mitteilung. Auf der Grundlage der Untersuchung der DNA-Proben von drei getöteten Schafen stehe nach Mitteilung des Hannoveraner Wolfsbüros fest, dass es sich um einen Tier aus einem in Sachsen-Anhalt beheimateten Rudel handele. Damit ist zumindest der von den Medien getaufte Problemwolf Kurti aus dem Schneider, denn der stammt aus einer Familie, die in Munster beheimatet war. Dennoch scheint auch der Dreeßeler Wolf, der im Volksmund bereits den Namen „Würger vom Jeddinger Moor“ trägt, einer der aggressiveren Artgenossen zu sein. Denn vergleichbare Fälle mit einer derartigen Anzahl an getöteten Schafen finden sich in Niedersachsen in den vergangenen acht Jahren eher selten. Im April 2012 wurden 19 Schafe in Wingst im Landkreis Cuxhaven gerissen, und vor rund zwei Jahren 20 Schafe und Lämmer in Uthlede ebenfalls im Kreis Cuxhaven.

„Eine finanzielle Entschädigung für meine Tiere bekomme ich aber nicht“, so Schafzüchter Meinke. In einem Brief des Landesbetriebs stehe klar drin, dass sein Schutzzaun aus einer zweireihigen Litze zu niedrig gewesen sei. Dazu Heyken: „Wichtig ist, einen wolfsabweisenden Grundschutz sicherzustellen. Das ist Voraussetzung für die Beantragung von Billigkeitsleistungen.“

Meinke ist jedenfalls reichlich bedient und hat seine Schafe auf Weiden in der Nähe des Dorfes geholt. „Ob das was nützt, weiß ich nicht. denn ein Wolf wurde ja mitten in Dreeßel gesehen und am Dienstagabend stand einer in Bleckwedel in einem Hühner- und Entengehege. Direkt am Fenster des Bauernhauses“, glaubt der Jeddinger, dass auch weiterhin einige Nutztiere vom Wolf gerissen werden.

jw

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