FDP-Politiker besuchen Schäfer

„Wolf muss ins Jagdrecht“

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Schäfer Heiner Gerken (l.) zeigt FDP-Politikern, Jägern und Landwirten den 30.000 Euro teuren Schutzzaun.

Wittorf - Von Henning Leeske. Wie können die Weidetierhalter ihre wertvollen Tiere besser vor dem Wolf schützen? Das war eine der Kernfragen beim Besuch der FDP-Politiker Jan-Christoph Oetjen, Henning Cordes und Hendrik Jürgens zusammen mit ihrem Landesvorsitzenden Stefan Birkner in Wittorf.

Der Vollerwerbsschäfer Heiner Gerken gab bereitwillig Auskunft über die verschiedenen Schutzmaßnahmen für seine Schafherde. „Jeder hat das Gefühl, man muss etwas zum Schutz der Tiere machen“, sagte Gerken zur Lage der Weidetierhalter in seinem Umkreis. „Herdenschutzhunde sind meiner Meinung nach nicht optimal, da sie Unruhe in die Herde bringen und sie sind auch sehr kostspielig“, so Gerken. Deswegen habe er sich zu einem Bau eines festinstallierten Wolfschutzzaunes mit Strom entschlossen.

Die Hälfte der 30.000 Euro Kosten habe das Land übernommen, nachdem er in neun Monaten drei Anträge stellen musste. „Die Bürokratie in Sachen Wolf muss unbedingt abgebaut werden, wenn die Politik eine höhere Akzeptanz bei den Tierhaltern für den Wolf erreichen will“, forderte Gerken. 

Unkomplizierte Entschädigung notwendig

Weiter berichtete er von einem Jeddinger Schafhalter, dem nur zehn Zentimeter am Schutzzaun fehlten und er nach einem Wolfsangriff keine Entschädigung vom Land erhalten hatte. „Daher ist eine unkomplizierte Regelung bei Schäden durch den Wolf unbedingt notwendig“, so Gerken.

Diese Forderung unterstrich Jörn Ehlers, der Vizelandesvorsitzende des Landvolks. Er kritisierte zum Beispiel die Regel, wodurch Gerken wegen der Förderung für den Zaun in den nächsten drei Jahren keinen Schadensersatz bei einer Attacke durch den Wolf erhalten würde. „Hier muss unbedingt ein Umdenken geschehen“, forderte Ehlers.

Der ehemalige FDP-Umweltminister Stefan Birkner betonte, dass die Landesregierung beim Thema Wolf viel Zeit verspielt habe und total strategielos wirke. „Die FDP fordert eine umfassende Entschädigungsregel sowie die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht.“

Fünfköpfiges Rudel rund um Vissel

Ulrich Voß, Chef der Rotenburger Jägerschaft, trat auch für die Aufnahme des wieder hier heimischen Raubtieres in das Jagdrecht ein und bestätigte das fünfköpfige Rudel, das im Visselhöveder Raum lebe.

Der Ex-Minister Birkner offenbarte sich auch als ein klarer Verfechter des Artenschutzes, indem er sagte: „Natürlich ist der Wolf ein streng geschütztes Tier, aber der Artenschutz ist auch hier lösbar und die Population in Polen und Deutschland muss deswegen im Ganzen betrachtet werden.“

Selbst der Grünen-Ratsherr Gerken stimmte zu, dass nachgewiesen auffällige Wölfe geschossen werden dürften. „Die freilaufenden Hunde oder die Tierseuchen machen mir aber zurzeit viel mehr Sorgen“, positionierte sich Gerken. Außerdem berichtete er von Vorfällen mit Hunden, die die Herde so in Panik versetzten, dass er anschließend seine Tiere in der weiten Umgebung jenseits seiner beweideten Flächen einsammeln musste.

Als sehr hilflos bezeichnete Oetjen den Ratschlag vom Land, dass man laut rufen und klatschen solle, wenn einem der Wolf begegnete. „Der Wolf muss unbedingt wieder Scheu vor dem Menschen bekommen“, stellte Oetjen fest.

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