Versammlung der Jägerschaft Rotenburg

Waidmänner: „Wolf gehört ins Jagdrecht“

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Ulrich Voß (l.), Vorsitzender der Jägerschaft Rotenburg, mit einem Teil der bei der Hauptversammlung geehrten Mitglieder.

Visselhövede - Von Wieland Bonath. Der Wolf, immer wieder der Wolf: Isegrim war während der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Rotenburg am Samstag im Visselhöveder Hotel Luisenhof eines von vielen tragenden Themen.

Und eines stellten die Waidmänner und -frauen klar: „Wir wollen, dass der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen wird.“ In traditionelles Grün gekleidet mit echten Hirschhornknöpfen, so sehen Jäger aus. Im neuen Saal des Luisenhofs, wo sie sich bereits am Freitag zum ersten „Grünen Abend“ getroffen hatten, wurde während der Versammlung die Maxime der Jäger deutlich: Hege und Pflege und als Verantwortliche, ob als Jagdpächter oder Waldbesitzer, dafür sorgen, dass die Natur als Ganzes in der Balance bleibt. „Ein Gleichgewicht, das inzwischen durch den Menschen immer wieder gestört wird“, hieß es.

Vorsitzender Ulrich Voß aus Hiddingen stellte eine Tendenz an den Anfang seines Jahresberichts: „Die Mitgliederentwicklung in der Jägerschaft Rotenburg ist auch in diesem Jahr positiv, und mit aktuell 889 Mitgliedern sollten wir im nächsten Jahr die Marke 900 überschritten haben.“ Die Jäger kommen aus den Hegeringen Rotenburg, Scheeßel, Sottrum, Lauenbrück, Kirchwalsede, Visselhövede und Brockel.

Abschaffung der Jagdsteuer

Der Wolf und seine Population – eines der zentralen Themen in Visselhövede.

In seinem ausführlichen Bericht stellte Voß die Abschaffung der Jagdsteuer durch den Kreistag als besonders wichtige jagdpolitische Entscheidung heraus: „Die nachträgliche Kritik sollten wir gelassen ertragen. Es ist eine nicht zu rechtfertigende Steuer, die vor langer Zeit unter völlig anderen Voraussetzungen eingeführt wurde; einer Zeit, in der mit der Hasenstrecke einer Treibjagd die Jagdpacht bezahlt wurde.“

Schon in den Grußworten, die unter anderem vom stellvertretenden Präsidenten der Landesjägerschaft Niedersachsen, Josef Schröer gehalten wurden, zeichnete sich eines der „Generalthemen“ der Jahreshauptversammlung ab: der Wolf, seine wachsende Population (im Jahr 2021 wird mit insgesamt etwa 1.000 Tieren gerechnet) und diese Forderung, die Kreistagsabgeordneter und Jäger Hans-Heinrich Ehlen (CDU) so formulierte: „Wir von der Jägerschaft wollen, dass der Wolf in das Jagdrecht aufgenommen wird.“ Die Jäger als Fachleute sollten gefragt werden, wenn es um die notwendige Regulierung der Wolfspopulation gehe.

Diese Mitglieder der Jägerschaft Rotenburg wurden vom Vorsitzenden geehrt: Friedel Lossau (Hegering Sottrum) für 25 Jahre. 50 Jahre: Jürgen Nissen (Kirchwalsede) und Joachim Corleis (Sottrum). 60 Jahre: Christel Freudenthal (Visselhövede), Hinrich Burfeind und Heinz Schnackenberg (beide Sottrum). Jagdhornbläser: 40 Jahre Hanna Jahr (Scheeßel). 50 Jahre: Heinz Bruns und Ernst Sackmann (beide Sottrum). 60 Jahre: Christel Freudenthal (Visselhövede).

Die LJN-Verdienstnadel in Bronze wurde Hans-Jürgen Ohlhoff (Visselhövede) und Marco Soltau (Lauenbrück) überreicht. Marco Soltau, hieß es in der Würdigung, habe von 2008 bis 2015 die Vorbereitungskurse auf die Jägerprüfung der Jägerschaft Rotenburg geleitet und damit wesentlich zur Verbesserung des Mitgliederbestandes beigetragen. Hans-Jürgen Ohlhoff habe sich besonders um das Schießwesen in der Jägerschaft verdient gemacht. Das gelte auch für seinen Einsatz beim Umbau des Schießstandes Am Forst Ahlsdorf bei Rotenburg.

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