Keller der Wittorfer Familie Richter säuft ab

Sturzbäche vom Kartoffelfeld

Die Feuerwehr pumpt den Keller aus.
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Die Feuerwehr pumpt den Keller aus.

Wittorf – 60 Zentimeter hoch Wasser im Keller. Möbel, Musikinstrumente und alles andere nur noch Schrottwert. Kühltruhen und Staubsauger komplett kaputt. Die Spielsachen der Kinder voller Schlamm und mit Wasser vollgesogen. „Der genaue Schaden lässt sich noch nicht beziffern“, sagt der Wittorfer Christian Richter fassungslos. Denn beim Unwetter am vergangenen Samstagnachmittag, als bis zu 30 Liter Wasser auf einen Quadratmeter niedergingen, wurde der komplett eingerichtete Wohnkeller der Familie „An der alten Bahn“ überflutet.

So gegen 17 Uhr hatte sich der Himmel über Wittorf verdunkelt und Sekunden später schüttete es wie aus Eimern. „Vom benachbarten Feld aus schoss das Wasser in Richtung Haus, ruckzuck hatte es den Garten erreicht und damit auch die Lichtschächte der Kellerfenster. Wir konnten nur hilflos zusehen“, berichten Christian und Daniela Richter.

Ein Landwirt buddelt einen Graben.

Das große Problem an der Geschichte: Auf dem Feld werden in diesem Jahr Kartoffeln angebaut. „Die breiten Furchen zwischen den Reihen wirken dann wie Kanäle, die bei solch einem Unwetter schnell vollaufen“, so Mathias Haase vom Visselhöveder Ordnungsamt, der nicht nur am Samstag mit der Feuerwehr vor Ort war, sondern sich auch am Montag noch einmal ein Bild von der schwierigen topografischen Lage des Wittorfer Baugebiets gemacht hat. Denn es geht mehr oder weniger steil bergab von der Kreisstraße zwischen Jeddingen und Wittorf bis zur Bundesstraße 440.

„So konnten wir uns nicht schützen“, sagt Christian Richter, der erst einmal den gesamten Keller ausräumt und alle Dinge im Garten verteilt, um Platz für die großen Trocknungsgeräte zu schaffen. „Das Wasser war dank der Wittorfer und Visselhöveder Feuerwehr schnell wieder aus dem Keller gepumpt. Jetzt haben wir vor allem mit dem Schlamm zu kämpfen, den die Sturzbäche vom Feld in unseren Keller befördert haben“, so Daniela Richter, die in den kommenden Tagen wohl noch häufiger zu Feudel und Schrubber greifen muss.

Wenn sich die erste Aufregung gelegt hat, geht es an die Schadensregulierung. „Wir haben bereits Kontakt mit unserer Versicherung aufgenommen, die sich vor Ort umsehen wird“, berichtet Richter, der aber auch die Stadt nicht so ganz aus der Verantwortung lassen will.

Allerdings hatte die seinerzeit nichts mit dem Baugebiet zu tun, sondern ein privates Unternehmen hatte für die Erschließung und Vermarktung gesorgt. Allerdings gibt es zwischen Feld und Häusern noch den Forstweg – ein Sandweg, der wiederum der Kommune gehört. So könnte die Regulierung des Schadens noch einigen Schriftwechsel und damit sicher auch viel Zeit in Anspruch nehmen.

Der provisorische Damm soll schützen.

„Die Hauseigentümer sollten vielleicht durch eine Erhöhung der Fensterschächte dafür sorgen, dass so etwas zumindest nicht nochmal geschieht“, so Haase, der die Familie Richter auch darum bittet, einen entsprechenden Antrag zu stellen, sodass das Thema in den politischen Gremien behandelt werden kann. „Dann können wir vielleicht entscheiden, ob im Bereich Forstweg baulich etwas getan werden kann, um solche Wassermassen abzuleiten.“

Als Sofortmaßnahme rückte am Samstagabend aber schon mal der städtische Bauhof an, der gemeinsam mit den Feuerwehrleuten und Landwirten einen provisorischen Damm gebaut und einen kleinen Graben ausgehoben haben, damit die Wassermassen an den anderen Häusern vorbei in Richtung eines Getreidefelds geleitet wurden. „Die Nachbarn hatten noch Glück, genau ein Zentimeter fehlte, sonst hätten auch sie Wasser im Wohnzimmer“, erzählen die Richters, die natürlich „sehr glücklich“ darüber sind, dass Feuerwehrleute und auch der Bauhof so schnell vor Ort gewesen seien und geholfen hätten. „Das hätte ich an einem Samstag nicht für möglich gehalten“, betont Christian Richter.

Das Wasser sorgt auch optisch für Chaos.

Sein Vater Gerd, der ein paar Straßen weiter wohnt, ist der Meinung, dass die Überflutung hätte verhindert werden können: „Denn schon vor zehn Jahren ist der Rohbau des Hauses schon mal geflutet worden. Damals hatte der Ortsrat meine Bedenken aber offenbar nicht ernst genommen und lediglich eine kleine Mulde am Feldrand ausheben lassen. Die bringt bei Starkregen aber überhaupt nichts.“

Christian Richter möchte vor allen Dingen, dass der Schaden schnellstmöglich reguliert wird, und dass „wir so etwas nicht nochmal erleben müssen.“

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