Dezentrale Corona-Impfungen

Impfstart in Wittorf: Jede Spritze sitzt

Ein älterer Mann sitzt im Wittorfer Dorfgemeinschaftshaus und hält seinen Oberarm für die Corona-Impfung hin.
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Arnold Stumm aus Jeddingen war der Erste, der im Wittorfer Dorfgemeinschaftshaus geimpft wurde.

Der Start der dezentralen Corona-Impfungen im Landkreis Rotenburg ist geglückt. Im Wittorfer Dorfgemeinschaftshaus werden 368 Senioren mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer geimpft.

  • Nachschub an Impfstoff gesichert.
  • Ende März ist die erste Gruppe der Über-80-Jährigen durch.
  • Hausärzte starten demnächst

Wittorf – „Ich will nur schnell meine Spritze abholen“, sagt die Wittorferin, die gerade das 80. Lebensjahr vollendet hat. Und damit hat sie den Nagel auf den Kopf getroffen, denn nichts anderes wollen die Über-80-Jährigen aus Visselhövede und den umliegenden Dörfern auch, die im ausreichend großen Wittorfer Dorfgemeinschaftshaus quasi Schlange stehen, um sich impfen zu lassen.

„Die Organisation klappt ganz ausgezeichnet und auch der Nachschub an Impfstoff ist mittlerweile landkreisweit gesichert“, lobt Chris Knoblauch vom Landkreis-Impfzentrum die Verantwortlichen der Visselhöveder Stadtverwaltung. Am Montag wurden nämlich zeitgleich im Wittorfer Dorfgemeinschaftshaus und in einer Schulsporthalle in der Samtgemeinde Geestequelle die dezentralen Impfhäuser in Betrieb genommen.

368 Visselhöveder bekommen in Wittorf an zwei Tagen ihre Erstimpfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer in den Oberarm gespritzt. „Das ist eine sehr gute Quote“, so Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel. Viele seien bereits in den Seniorenheimen geimpft worden, andere haben ihre Dosis im Zentrum in Zeven abgeholt und einige warten auf einen Termin beim Hausarzt. Ein Prozedere, das laut dem Landtagsabgeordneten Eike Holsten (CDU) aktuell gerade vorbereitet und demnächst hochgefahren werde.

Chris Knoblauch rechnet damit, dass „im Landkreis Rotenburg Ende März alle Menschen, die nach der Impfverordnung des Bundes in die erste Gruppe eingeordnet worden sind, ihre beiden Impfdosen bekommen haben. „Dann geht es an die zweite Gruppe, das sind die Über-70-Jährigen oder Menschen mit schweren Krankheiten.“ In der Landkreisverwaltung werde zurzeit beraten, ob die beiden aktuellen und weitere dezentrale Impfmöglichkeiten auch für diese und weitere Gruppen genutzt werden könnten, und ob auch das Anschreiben der Personen wie jetzt durch die Kommunen erfolge oder eher zentral gesteuert werde.

„Dafür brauchen wir aber eine zeitnahe Entscheidung, denn es ist schon eine logistische Herausforderung, die Leute herauszufiltern und nach Straßenzüge und Ortschaften anzuschreiben“, betont Goebel, der auf diesem Wege auch den vielen Ehrenamtlichen vom DRK, dem Seniorenbeirat, der Feuerwehr dankt.

Vor der eigentlichen Spritze haben die Impfwilligen auch die Möglichkeit, ein ärztliches Beratungsgespräch zu führen. Unter anderem bei Dr. Michael Heise, der seine gynäkologische Praxis in Visselhövede für die beiden Impftage mit seinen Mitarbeiterinnen besetzt hält. „Es ist doch klar, dass ich in dieser besonderen Situation helfe.“ Aber die wenigsten Senioren wollen eine Beratung, sondern zum Beispiel nur Informationen wie sich der Impfstoff mit Blutverdünnern verträgt. „Es gibt hier keine Corona-Leugner oder Impfgegner. Die Leute wollen sich impfen lassen und wissen, was auf sie zukommt“, so Heise.

Vor dem Piks wurden bei Bedarf auch ärztliche Beratungsgespräche angeboten.

Wer übrigens keine Möglichkeit hatte, selbstständig nach Wittorf zu fahren, für den hatte die Stadt mithilfe des Seniorenrats, des Bürgerbusvereins und mit dem eigenen VW-Bus einen Transport organisiert. „Das wird von knapp 40 Personen in Anspruch genommen“, informiert Goebel. „Alles in allem ist es ein reibungsloser Ablauf. Ich gehe davon aus, dass das auch mit den Senioren aus Bothel so klappt“, sagt Chris Knoblauch. Der ist „ein bisschen gespannt“, wie das bundesweit erste „Impf-Drive-In“ in Bremervörde anläuft, das Samstag startet.

Schnelltests: Kein Zelt auf dem Marktplatz

In Visselhövede wird kein Zelt oder ähnliches für Corona-Schnelltests aufgebaut, auf die jeder Einwohner einmal wöchentlich Anspruch hat. Stattdessen setzt Bürgermeister Ralf Goebel auf eine Zusammenarbeit mit den Apotheken und Arztpraxen, die den 9 700 Visselhövedern die Schnelltests anbieten sollen. „Wir haben am Donnerstag eine Videokonferenz mit den Apothekern und Ärzten, um das gemeinsame Vorgehen abzusprechen“, so der Verwaltungschef. Allerdings fordert er vom Land Niedersachsen bis dahin eine Entscheidung, wie die Tests abgerechnet werden sollen.

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