Bundeswehr hat Einwände

Landkreis streicht geplanten Windpark bei Wittorf

Einen Windpark wie diesen wird es zwischen Lüdingen und Wittorf offenbar nicht geben.

Wittorf - Von Jens Wieters. Der bisher im Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) des Landkreises vorgesehene Windpark zwischen Lüdingen und Wittorf ist offenbar vom Tisch. Die Bundeswehr reklamiert das auserkorene Gebiet, auf dem fünf Windräder mit jeweils 230 Meter Höhe gebaut werden sollten, für sich. Es handelt sich nämlich um eine Hubschraubertiefflugzone.

Zwar wird der Ausschuss für Umwelt und Planung des Rotenburger Kreistags am kommenden Mittwoch das RROP noch einmal auf der Tagesordnung haben, aber alle Zeichen stehen auf eine Streichung des Wittorfer Vorranggebiets.

So steht in dem von der Verwaltung während der Ausschusssitzung vorgestellten Diskussionspapier, dass eine ergänzende Stellungnahme vom Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr eingeholt worden sei, um die Entscheidungsgrundlagen bei den vorgesehenen Flächen für die Windenergie zu verbessern. „Zielsetzung war es, eine möglichst konkrete Berücksichtigung militärischer Belange bereits auf Regionalplanungsebene zu erreichen, damit nicht später im Genehmigungsverfahren Windparks wegen entgegenstehender militärischer Belange abgelehnt werden“, heißt es konkret. 

Die flächenbezogene Bewertung der Vorranggebiete für die Windenergie durch die Bundeswehr hat jetzt ergeben, dass der Bereich in Wittorf ebenso zu streichen ist wie Flächen in Groß Meckelsen, Fintel und Ahausen, da sie jeweils in einem Hubschrauber-Tiefflugkorridor liegen. Auf Wittorf bezogen liegt die ablehnende Haltung der Bundeswehr darin begründet, dass die Windanlagen in den Erfassungsbereich der Luftverteidigungsanlagen der Radar-überwachung auf dem Elmhorstberg bei Visselhövede hineinragen könnten.

Auf einer Übersichtskarte, die der Beratungsvorlage beiliegt, ist das Gebiet zwischen Wittorf und Lüdingen bereits rot markiert – was „Fläche entfällt“ bedeutet.

Heinz-Hermann Gerke, Vorsitzender der Initiative Wittorfer für Umwelt und Gesundheit (WUG), geht auch davon aus, dass das „Thema nun vom Tisch ist“. Bei aller Kritik an solch großen Anlagen, können man aber auch nicht einfach lapidar sagen, dass man Windkraft wolle, aber nicht vor der eigenen Haustür. „Nur in unserem Fall hätte man das geplante Gebiet mit Augenmaß behandeln und zum Beispiel eine größere Entfernung zur Wohnbebauung festlegen müssen.“ Dass die Bundeswehr der WUG in die Karten spielt, ist Gerke aber dennoch recht: „Es darf nicht an Schreibtischen geplant werden und die Bürger vor Ort müssen die Belastungen anschließend ertragen.“

Die Kreisverwaltung rechnet damit, dass der Kreistag sich in der ersten Jahreshälfte 2019 abschließend mit dem Entwurf befassen und das Raumordnungsprogramm als Satzung letztlich beschließen wird.

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