Landrat bearbeitet WUG-Argumente

Windkraft bei Wittorf: Luttmann kümmert sich

Das Thema Windkraft beschäftigt die Wittorfer.

Wittorf - Der Besuch der Wittorfer Initiative für Umwelt und Gesundheit (WUG) beim Rotenburger Landrat Hermann Luttmann (CDU), bei dem die WUG erneut gegen ein Windkraft-Vorranggebiet zwischen Wittorf und Lüdingen protestiert hatte, blieb nicht ohne Wirkung: Der Chef der Landkreisverwaltung wird sich jetzt intensiv um die WUG-Argumente kümmern.

Das geht jedenfalls aus einem Brief hervor, den die WUG am Wochenende von Luttmann erhalten hat, und der auch unserer Redaktion vorliegt. Darin heißt es, dass sich Luttmann „kurzfristig“ mit dem Landesbergamt in Verbindung setzen will, „ob Windkraftanlagen einen Abstand von fünf Kilometern zu Messstationen wie in Grapenmühlen einhalten müssen“. Luttmann werde auch prüfen, ob artenschutzrechtliche Konflikte zu erwarten seien, weil sich laut WUG der Brutplatz eines Rotmilans auf dem Vorranggebiet befindet.

Die Wittorfer hatten auch vorgebracht, dass der Landkreis mit veralteten Zahlen arbeite, was die Umweltauswirkungen von Windenergieanlagen angehe. Dazu Luttmann: „Die Tabelle wird überprüft und kann vielleicht ersatzlos entfallen, denn der Landkreis will im Raumordnungsprogramm nicht mit veralteten Daten arbeiten.“

Schallimmissionen und Schattenwurf

Das WUG-Argument, dass in Dänemark alle Windpläne auf Eis lägen, weil erst die Auswirkungen des Infraschalls auf die Menschen geprüft würden, zieht laut Luttmann hingegen nicht: „Das zuständige dänische Ministerium hat sogar bekannt gegeben, dass die Planung von Windrädern auch während des Untersuchungszeitraums weitergehen kann“, hat er in Erfahrung gebracht.

Der will übrigens in Sachen Infraschall „keine eigenen Untersuchungen in Auftrag geben“, da die Einhaltung der konkreten Anforderungen an Schallimmissionen im Genehmigungsverfahren nach Bundes-Immissionsschutzgesetz detailliert geprüft werde.

Den von der WUG kritisierten „zu geringen Abstand der Windanlagen von 1 000 Metern zu den Häusern“ lässt Luttmann ebenfalls nicht gelten: „Bundesweit werden Abstände von 1 000 Metern empfohlen. Der genügt im Regelfall, um nicht nur eine optisch bedrängende Wirkung, sondern auch mögliche nachteilige Auswirkungen durch Schallimmissionen und Schattenwurf auf ein unerhebliches Maß zu minimieren.“

jw

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