Kleiner Volksentscheid in Wittorf / Grundstückseigentümer planen Energieparks

Windkraft: Bürger stimmen ab

Rund 100 Wittorfer Einwohner waren der Einladung zum Informationsabend gefolgt. Am 17. April werden sie und wohl auch viele weitere Bürger ihre Stimme zum Thema Windkraft abgeben. - Foto: Woelki

Wittorf - Ja zur Windkraft am Rande des Dorfes oder doch eher ein klares Nein? Der Landkreis Rotenburg sieht in seinem Entwurf zum Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) zwei Vorranggebiete für Windkraftanlagen bei Wittorf vor. Jetzt ist der Ortsrat gefordert, seine Stellungnahme abzugeben. Aber die Politiker wollen auch die Bürger mit ins Boot holen und wissen, was sie von der Thematik halten.

Um sie direkt an der Meinungsfindung zu beteiligen, ruft der Ortsrat alle Einwohner der Ortschaft ab dem 16. Lebensjahr für Sonntag, 17. April, auf, im Dorfgemeinschaftshaus ihr Votum pro oder kontra Windkraftanlagen abzugeben. Weil dafür natürlich einige Informationen nötig sind, hatte der Ortsrat zur Bürgerversammlung eingeladen. Den Abend mit mehr als 100 Besuchern moderierte Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel.

„Die Flächen für die Windkraft am Ort stehen fest. Wir wollen nun die Bürger um ihr Votum bitten, das wir als Ortsrat aufnehmen werden, um uns zu positionieren“, begrüßte Ortsbürgermeister Willi Bargfrede die Anwesenden.

Der Landkreis habe bei seiner Planung diverse Ausschlusskriterien wie eine Mindestgröße von 50 Hektar, eine Entfernung von 1 000 Metern zur nächsten Wohnbebauung, den ausreichenden Abstand zur Hiddinger Radaranlage, Wälder, Natur- und Landschaftsschutzflächen berücksichtigt und definierte danach zwei Vorranggebiete für Windkraftanlagen bei Wittorf. „Aber beide sind keineswegs uneingeschränkt verwendbar“, berichtete Goebel. Die eine Fläche liegt zwischen Wittorf und Lüdingen und hat eine Größe 76 Hektar. Allerdings befindet sich in diesem Bereich der Landeplatz der Gleitschirmflieger. Die zweite Fläche misst 94 Hektar und berührt Wittorf nördlich in Richtung Bretel. „Sie wird eingeschränkt durch ein Naturschutzgebiet für Brutvögel. Dort hat sich ein Schwarzstorch angesiedelt“, sagte Goebel. „Wenn der Landkreis aber manche Ausschlusskriterien aufgibt, könnte man die Flächen nutzen.“

Während die Grundstückseigentümer im Bereich Lüdingen sich bereits einig sind, einen Bürgerwindpark errichten zu wollen, brauchen die Flächenbesitzer bei Bretel wohl noch eine Weile. Zwar tendieren die Landwirte auch dahin, solche Anlagen aufzubauen, aber konkrete Vereinbarungen gibt es noch nicht.

„Bei einem Bürgerwindpark würden die Gewerbesteuereinnahmen bei der Kommune bleiben und die Akzeptanz in der Bevölkerung wäre höher als bei anderen Modellen“, berichtete Carsten Hipp, Geschäftsführer des Landvolkes Rotenburg-Verden. „Die Anlagen werden 200 bis 230 Meter hoch sein.“

Bei der Befragung sind die Wittorfer Bürger aufgerufen, die Vor- und Nachteile abzuwägen, um den Ortsrat ein Votum an die Hand zu geben, wie sich die Stadt Visselhövede in ihrer Stellungnahme gegenüber dem Landkreis zum Entwurf der Raumplanung positionieren soll. - woe

Mehr zum Thema:

Germanwings-Absturz: Gutachten verärgert Hinterbliebene

Germanwings-Absturz: Gutachten verärgert Hinterbliebene

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Riesige Open-Air-Ausstellung: València ist Feuer und Flamme

Riesige Open-Air-Ausstellung: València ist Feuer und Flamme

Meistgelesene Artikel

Westervesede: Noch jede Menge Müll vom Hurricane-Festival 2016 

Westervesede: Noch jede Menge Müll vom Hurricane-Festival 2016 

Hartmut Leefers: „Das ist ein schwieriger Prozess“

Hartmut Leefers: „Das ist ein schwieriger Prozess“

„Nicht akzeptabel“

„Nicht akzeptabel“

Kommentare