Mandy und Jochen Jordemann bauen sich einen „Western Saloon“

Wilder Westen in Wittorf

In seiner „JMB-Band“ sitzt Jochen Jordemann hinter dem Schlagzeug.
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In seiner „JMB-Band“ sitzt Jochen Jordemann hinter dem Schlagzeug.

Wittorf – In der Ecke steht ein verstaubtes Piano. Im dämmrigen Licht unter Rauchschwaden zocken Männer mit Cowboyhüten Karten. Eine Band spielt Countrymusik und auf der Tanzfläche üben sich Tänzer in Linedance. Dabei befinden wir uns nicht im Wilden Westen Amerikas, sondern mitten in der Lüneburger Heide – in Wittorf, um genau zu sein. Mandy und Jochen Jordemann leben hier auf ihrer „JMB-Ranch“ im Heinhorster Weg ihren Traum. Den Kuhstall haben sie jetzt in einen waschechten Saloon verwandelt.

„Wir sind schon seit mehr als 20 Jahren befreundet, und nach den Countryfesten verabschiedeten wir uns mit den Worten, wir sehen uns dann später im Traum auf unserer Ranch“, berichtet Mandy Jordemann und lacht. Die 35-Jährige hat vor drei Wochen ihren Mädchennamen abgelegt und stilvoll im Westernlook ihren Jochen in Wittorf geheiratet. Dabei kommen beide gebürtig aus Bremen. „Vor viereinhalb Jahren suchten wir einen Hof für unsere Tiere, zu denen Hunde, Pferde und Katzen gehören. Da sind wir über eine Ebay-Kleinanzeige auf den Hof in Wittorf aufmerksam geworden“, erinnert sich Jochen Jordemann. Gleich bei der Blind-Date-Besichtigung waren die Bremer Feuer und Flamme. „Hier im Kuhstall kommt der Saloon hin, hier die Bühne“, konnten sich beide sofort vorstellen.

Gesagt, getan – doch als das ein Hektar große Grundstück mit Haus, Hof und Nebengebäude gekauft war, zeigte sich: „So leicht war es dann doch nicht. Uns war die Bühne für die Countryband wichtig. Dann kam alles Weitere nach und nach im Saloon hinzu“, berichtet der 55-Jährige. Mit viel Liebe zum Detail wurde der Kuhstall in einen waschechten Saloon verwandelt, dennoch blieb der alte Charme des Gebäudes mit den Balken und Pferdetränken erhalten. „Und wer nicht spurt, wird im Knast eingesperrt“, meint der „JMB-Sheriff“ mit Verweis auf die Gitterstäbe schmunzelnd. JMB steht für die Vornamen Jochen, Mandy und der zehnjährigen Tochter Brooke und so sollen auch die Band, die Ranch und der geplante Verein die Initialen vorweg tragen. „Die Mitglieder der JMB-Band kommen aus Fallingbostel und Visselhövede und sind alles Hobbymusiker“, informiert der Schlagzeuger und fügt hinzu: „Wir suchen übrigens noch einen zweiten Gitarristen.“ Ehefrau Mandy tanzt seit mehr als 20 Jahren Linedance und fand schnell durch Mund-zu-Mund-Propaganda zehn Mittänzer. „Wir treffen uns immer freitags um 19.30 Uhr“, informiert die Vortänzerin, die sich über weitere Mitstreiter freut. Diese Westernkulisse könne so schnell jedenfalls keiner bieten, sind sich beide einig. „Das hier ist einzigartig in der Gegend.“ Dabei ist noch längst nicht alles fertig. „Alles peu à peu. Der Saloon soll noch mit einem Holzfußboden ausgestattet werden und der Heuboden begehbar werden, sodass man von einer Galerie nach unten schauen kann“, plant der Angestellte im Bremer Großhandel.

Leider wird der Saloon nicht für die breite Öffentlichkeit geöffnet. „Es bleibt privat. Es muss ja alles zu händeln sein.“, betont Mandy Jordemann, die in der Woche als Tagesmutter für fünf Kinder im Alter von null bis drei Jahren verantwortlich ist. Wenn die Auflagen es zulassen, sind für Frühjahr 2021 mit der Band und den Linedancern Veranstaltungen geplant. „Demnächst gründen wir einen Verein. Mitglieder sind willkommen“, so Jochen Jordemann, der über die Facebookseite der „JMB-Ranch“ zu erreichen ist und eine „Reitklause“ für Freunde und Bekannte plant, die dort nach dem Ausritt einkehren. Auch ein Biker-Frühstück ist denkbar, der Saloon bietet es an und inspiriert zu träumen.  aki

Aus dem ehemaligen Kuhstall haben Mandy und Jochen Jordemann einen Western Saloon gezaubert, in dem unter anderem Freunde und Bekannte nach dem Ausritt einkehren können.
Bei der Dekoration des Saloons hat das Paar viel Wert auf Details gelegt.

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