Rosebrucher machen mobil gegen geplante Exxon-Anlage bei Bellen

Widerstand regt sich

Transparenz statt dicke Zäune: Auch in der Gemarkung Rosebruch sehen Bürger die Exxon-Pläne mehr als kritisch. - Foto: Wieters

Visselhövede - Jetzt regt sich auch in Rosebruch Widerstand gegen die vom Erdgasförderer „ExxonMobil“ geplante Reinigungsanlage bei Bellen, direkt hinter der Grenze des Visselhöveder Stadtgebiets. „Bevor dort irgendwas gebaut wird, fordern wir Aufklärung und Transparenz“, stellte Rosebruchs Ortsvorsteher Volker Carstens während der Sitzung des Visselhöveder Stadtrats klar.

Es seien zu viele Fragen offen, die vorab nicht nur von dem Konzern beantwortet werden, sondern auch alle Politiker aus Kreis- und Landesebene beschäftigen müssten. „Dort sollen die Reststoffe, die mit Schwermetallen, Quecksilber und auch radioaktiven Stoffen belastet sind, über Filteranlagen in feste und flüssige Bestandteile getrennt werden“, erläuterte Carstens. Von den 65 Bohrstellen im Gebiet zwischen Elbe und Weser würden zwei Lkw pro Woche die Stoffe anliefern. „Aber bleibt es dabei?“, fragte Carstens in die Runde. Ein Teil der Rosebrucher Einwohner werde jetzt der Interessengemeinschaft Wiedau beitreten, die verhindern wolle, dass die Region noch stärker belastet werde. „Wir haben hier schon Verpressbohrungen, Fracking, Erdbeben und Schäden an Leitungen.“ Es sei sinnvoller, die Anlage in einem Gewerbegebiet zu bauen, „wo die Auflagen entsprechende sind“, forderte Carstens. So müssten die Menschen rund um Bellen mit einem Wertverlust ihrer Immobilien rechnen, es gebe zusätzlichen Schwerverkehr, „und uns machen die erhöhten Krebserkrankungen in der Samtgemeinde Bothel Sorgen, weil niemand weiß, ob es einen Zusammenhang mit der Gasförderung gibt“. Zunächst müsse Klarheit über die Ursachen herrschen, bevor eine solche Anlage gebaut werden dürfe, stellte der Ortsvorsteher klar.

Ähnlich sieht Heiner Gerken (Grüne) die Problematik: „Grundsätzlich ist es gut, dass sich was tut. Aber es ist auch skandalös. Denn nur auf Drängen der Bürgerinitiativen wird der Konzern aktiv. Vorher wurden die Rohre mit einem Hochdruckreiniger abgespritzt und das Quecksilber floss in die Gräben.“

Astrid Kirmeß (CDU) ist der Meinung, dass der Bau der Exxon-Anlage in Bellen die Bürger in Vissel etwas angehe, „denn mögliche Belastungen der Umwelt machen nicht vor Gemeindegrenzen halt“.

Bürgermeister Ralf Goebel versicherte, dass er „am Ball“ sei und sich regelmäßig mit seinem Botheler Kollegen austausche.

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