Workshop und Elternabend in der Oberschule

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Die Sechstklässler arbeiteten mit Tablet und Co. während des Workshops.

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Wenn Kinder morgens aufwachen, sie ihr Handy checken und darauf 200 „WhatsApp“-Nachrichten vorfinden, sind sie schlicht überfordert!“ Hauke Burgdorf will die angesagten Kommunikationsmittel aber nicht verdammen, schließlich würden nicht nur Kinder die Messenger-Plattformen nutzen, aber wichtig sei, „richtig damit umzugehen“.

Burgdorf versuchte gestern Morgen den Sechstklässlern der Visselhöveder Oberschule während eines Workshops Fluch und Segen von Instagram, Facebook und Co. näher zu bringen. Die Aktion des Vereins Smiley zur Förderung der Medienkompetenz aus Hannover war aber nicht nur auf den Morgen begrenzt, sondern abends stand eine ausführliche Elterninformation an.

„Gerade die Erwachsenen sollten die Chat-Gewohnheiten ihrer Kinder nicht einfach nur mit den Worten deckeln ,ihr schreibt sowieso nur Blödsinn‘. Denn auch bei den Gruppen der Großen geht es beileibe nicht immer nur um tiefgründige Konversation“, weiß Burgdorf aus eigener Erfahrung.

Wichtig sei, dass gerade die Heranwachsenden ihre Mitteilungen kanalisieren und vielleicht Regeln für die Kommunikation untereinander aufstellen. „Wenn ein Schüler ,Guten Morgen‘ schreibt und alle anderen 29 Mitschüler in der Klassengruppe darauf antworten, dann nervt das richtig, oder?“, fragte Burgdorf in die Runde der Sechstklässler und erntete von allen ein zustimmendes Kopfnicken. „Dadurch habe ich das Gefühl, dass die Kinder wollen, dass genau dieses Problem endlich mal angesprochen wird. Von allein würde nie jemand darüber schreiben, um sich nicht auszugrenzen“, so der Experte.

Burgdorf klärte die Schüler aber auch über die Gefahren des Internets auf. „Dabei geht es um Abo-Fallen, um Online-Spiele, aber auch um Bilderrechte, denn nicht jedes per Handy geschossene Bild darf man so einfach ins Netz stellen.“

Nach Burgdorfs Meinung sollten sich Eltern intensiver mit den Handy-Gewohnheiten ihrer Kinder auseinandersetzen, und auch „da sind gewisse Regeln“ nötig. So berichtete der Medienfachmann den Oberschülern von einer Siebtklässlerin, die gar nicht böse gewesen sei, dass ihre Eltern ihr das Handy über Nacht abgenommen hätten: „,Dann kann ich endlich mal wieder durchschlafen‘, hat sie gesagt“, berichtete der Smiley-Mitarbeiter.

Rektor Gerard Dyck ist froh, dass der Schulverein den Workshop und den Elternabend organisiert und finanziert hat. „Denn gerade in dem Medienverhalten der jungen Menschen kann Aufklärung niemals schaden.“

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