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Wer weiß einen pfiffigen Namen?

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Von: Jens Wieters

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Dirk Eberle wünscht sich den Radweg auf dem alten Bahnkörper. Foto: Wieters
Dirk Eberle wünscht sich den Radweg auf dem alten Bahnkörper. Foto: Wieters

Brockel – In nur wenigen Minuten von Wensebrock aus per Fahrrad mit oder ohne Motor nach Rotenburg radeln oder von der Kreisstadt aus in ganz kurzer Zeit mit dem Zweirad mitten in der Natur des Trocheler Waldes sein. Das könnte bald Wirklichkeit werden, wenn der Radweg auf der ehemaligen Bahnstrecke Rotenburg-Visselhövede gebaut wird. Die Idee einer schnellen Verbindungsstrecke von Rotenburg nach Brockel hat jedenfalls „viele begeisterte Befürworter“, betont Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle. „Die Leute aus der Region sind richtig heiß auf diesen Radweg.“ Eberle organisiert mit seiner Verwaltung das etwas komplizierte Bewerbungsverfahren, um Fördergelder für das Projekt zu bekommen. Unter anderem wird ein einprägsamer Name für das Projekt gesucht.

„Wir freuen, wenn sich die künftigen Nutzer des Radwegs einen markanten, vielleicht witzigen, passenden Namen für unser Projekt einfallen lassen.“ Dirk Eberle ist sich sicher dass seinen Mitbürgern, aber „natürlich auch den Menschen aus der Stadt Rotenburg“ etwas Passendes einfällt. „Der Vorschlaggeber für den am Ende ausgewählten Namen erhält ein Dankeschön-Präsent.“ Vorschläge für einen Projektnamen sind per Mail an sg.eberle@bothel.de. zu richten. Einsendeschluss ist Montag, 25. Mai.

Bereits seit Jahren verfolgen die Anlieger-Kommunen der ehemaligen Bahnstrecke von Rotenburg nach Visselhövede das Ziel, den früheren Bahndamm als durchgehenden Radweg neu zu nutzen und damit die Lücke im Wegenetz zwischen Rotenburg und Brockel zu schließen.

Geplant ist der Radweg direkt auf dem Schotterbett, das mit einer Asphaltschicht überzogen werden soll. „Das befürwortet auch die Naturschutzbehörde des Landkreises, weil dann der mit Schadstoffen belastete Schotter abgedeckt wird. Der wurde während des Betriebs der Bahnstrecke über Jahrzehnte mit Pestiziden behandelt, damit dort nichts wächst. Ist eine Asphaltsschicht drauf, können diese Schadstoffe durch Regen nicht weiter ausgewaschen werden“, sagt Eberle , der „voll hinter“ dem neuen Anlauf des Radwegebaus steht und Fördermittel für das rund 2,2 Millionen Euro teure Vorhaben einwerben will. „Eine erste Hürde auf dem Weg zur Bundesförderung haben wir bereits genommen“, berichtet Eberle „Als nächstes sind wir aufgerufen, einige Hausaufgaben zur Antragsergänzung zu erledigen, damit wir hoffentlich in der zweiten Jahreshälfte grünes Licht für die finanzielle Unterstützung aus Berlin bekommen.“ Und dazu zähle eben auch ein „kurzer prägnanter Projekttitel“, wie es die Förderstelle in den Hinweisen zur Antragstellung gefordert habe.

Und diese Hausaufgaben sind es wert, dass sie zügig und ordentlich gemacht werden, denn mittlerweile wurde die Förderung auf 75 Prozent aufgestockt. „Die restlichen 25 Prozent werden auf die Kommunen Rotenburg, Hemsbünde und Brockel je nach Streckenlänge aufgeteilt. So ist der Plan“, informiert Eberle.

Die Akzeptanz in der Bevölkerung sei ohne Frage da. Denn zurzeit laufe das Dorfentwicklungsprogramm Wiedau-Walsede. „Im Rahmen einer Umfrage zu den Prioritäten ihrer Dorfentwicklung haben nicht nur Brockeler und Hemsbünder Einwohner den neuen Radweg mit höchster Dringlichkeit bewertet, sondern auch Menschen aus Bothel“, so Eberle. Was liege da näher, als die Frage nach einem originellen Namen in die Öffentlichkeit zu stellen?

Mit Blick auf den Naturschutz betont Eberle, dass vor Baubeginn ein Jahr lang genau geguckt und dokumentiert werde, was auf und am Bahndamm so kreucht und fleucht. „Unter Umständen werden auch Verschwenkungen gebaut oder Schrägen modelliert, um vielleicht Reptilienarten zu schützen“, unterstreicht Eberle. „Wir nehmen der Natur nichts weg, was wir nicht wieder herstellen können. Das ist mir ganz wichtig.“

Das Projekt: Acht Kilometer in wenigen Minuten

Das Radwegprojekt Rotenburg- Hemsbünde- Brockel soll künftig mit höchstem Komfort und auf kürzester Strecke den Bahnhof Rotenburg mit dem bestehenden Hohe-Heide-Radweg in Brockel verbinden. Ergänzend zur Wegstrecke von rund acht Kilometern durch die Gemarkungen Rotenburg, Hemsbünde und Brockel sind Ladestationen für E-Bikes, Fahrradgaragen zur sicheren Unterbringung, ein Miet-Angebot für Pedelecs sowie ein Pendlerparkplatz an der B71 in Hemsbünde angedacht.

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