Uwe Holsten entwickelt Idee zur Bahnsteiggestaltung

Weichen statt Umweg

Neue Weichen und Zwischensignale könnten den zweiten Bahnsteig am Visselhöveder Haltpunkt überflüssig machen. Davon ist zumindest Uwe Holsten überzeugt. Foto: Wieters

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Das geht überhaupt nicht! So kann man nicht mit uns umgehen!“ Uwe Holsten ist ganz und gar nicht damit einverstanden, was die Bahn AG mit dem Visselhöveder Haltepunkt plant, um ihn barrierefrei zu machen. Denn bekanntlich soll die Unterführung von einem Bahnsteig auf den anderen im Rahmen der Umbaumaßnahmen unter dem Titel „Niedersachsen ist am Zug“ dicht gemacht werden. Wer also von einem Bahnsteig auf den anderen muss oder will, der soll dann zunächst die Bahnhofstraße entlanggehen, den Übergang mit der Schranke auf der Rosenstraße nutzen und letztlich über den Wehnser Weg zum Ziel zu kommen.

Für Gehbehinderte fast eine Unmöglichkeit. Das passt nicht nur den Politikern der Stadt überhaupt nicht in den Kram, sondern auch viele Bürger sind erbost. Einer davon ist Uwe Holsten. Der schimpft aber nicht nur, sondern hat sich auch selbst so seine Gedanken gemacht – und die der Bahn, der zuständigen Landesnahverkehrsgesellschaft und die im Planfeststellungsverfahren zuständige Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mitgeteilt. „Ich stelle mir den Einbau eines Zwischensignals am Gleis zwei aus Richtung Langwedel sowie zwei Weichen am jetzigen Güterbahnhof für die Weiterfahrt des Reisezugs vom Gleis zwei nach Gleis eins an den Bahnsteig eins vor“, so Holsten.

Bei Zugkreuzungen könnte nach Holstens Idee wie folgt verfahren werden: „Erstens: Die Einfahrt des Zugs aus Soltau nach Gleis eins mit vorhandenem Bahnsteig. Zweitens: Einfahrt des Reisezugs aus Langwedel nach Gleis 2 bis vor das Zwischensignal. Dann fährt der Zug vom Gleis eins in Richtung Langwedel. Ist der vorbei, nutzt der wartende Zug in Richtung Soltau die neuen Weichen von Gleis zwei zum Gleis eins bis an den Bahnsteig eins und fährt anschließend weiter.“

Mit der Umsetzung seines Vorschlags wäre die vorhandene Bahnsteigunterführung überflüssig und die geplante Erweiterung des Bahnsteigs zwei könnte entfallen. „Eine Gefährdung der Reisenden auf dem langen Umweg über den Bahnübergang Rosenstraße wäre so ausgeschlossen“, vermutet Holsten.

Denn dieser geplante Umweg ist ihm ein gewaltiger Dorn im Auge: „Wer den Übergang kennt, vor den geschlossenen Schranken gewartet hat und nach deren Öffnung gemeinsam mit Autos über das Holperpflaster muss, der weiß, wie gefährlich das ist.“ Wer dazu noch im Rollstuhl geschoben werden müsse oder einen Rollator brauche, der habe noch mehr Probleme. „Der ist dann sicherlich froh, wenn er nach rund 400 Metern seinen Reisezug am Bahnsteig 2 erreicht hat“, so Holsten.

Gleiche Unzulänglichkeiten müssten natürlich auch die Reisenden überwinden, die aus Richtung Bremen bis nach Visselhövede fahren und vom Bahnsteig zwei den Parkplatz an der Bahnhofstraße oder die Bushaltestelle vor dem Bahnhof erreichen müssten.

„Der Straßenverkehr am Bahnübergang nimmt stetig zu, zumal die Weser-Ems-Bus Verkehrsbetriebe seit Anfang August mit bis zu zehn Bussen den neuen Parkplatz auf dem Gelände der Heidesand an Werktagen anfahren. „Nicht zu übersehen sind dabei auch die landwirtschaftlichen Gespanne“, zählt Holsten auf.

Der Visselhöveder blickt aber nicht nur auf den für 2021 geplanten Umbau des Bahnsteigs, sondern bereits auch einige Jahre weiter: „Ich bin mir sicher, das mein Vorschlag auch beim Ausbau der Strecke im Rahmen des Alpha E-Projekts nicht hinderlich ist.“

Und was sagen Bahn und Behörden zu seiner Idee? „Bisher habe ich nur eine Eingangsmitteilung als Antwort bekommen.“

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