Zu wenig Autos und Fußgänger bei Verkehrszählung

Weder Zebrastreifen noch Ampel auf der Süderstraße

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Gehbehinderte Menschen und Senioren bekommen vorerst keine Querungshilfe über die Süderstraße. 

Visselhövede - Von Jens Wieters. Die Senioren, die vor allem mittwochs zum Einkaufen auf dem Wochenmarkt und auch sonst für den Besuch beim Combi oder Aldi die Visselhöveder Süderstraße überqueren, werden auch weiterhin ganz gehörig auf den Verkehr achten müssen. Denn einen Zebrastreifen oder sogar eine Bedarfsampel wird es vorerst nicht geben.

Das wurde im Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung deutlich. Begründung: Zu wenig Autos und zu wenig Fußgänger. Brunhilde Arps von der Visselhöveder Bauverwaltung stellte die Zahlen der Verkehrszählung vor, die der Landkreis initiiert hatte. Demnach haben am 12. September während der Spitzenstunde von 14.30 bis 15.30 Uhr 380 Fahrzeuge den Bereich zwischen Gaswerkstraße und der Parkplatzeinfahrt zu den Supermärkten passiert. Zeitgleich überquerten 30 Fußgänger die Süderstraße. „Die Zahlen reichen bei Weitem nicht aus, damit Straßenverkehrsbehörden baulich aktiv werden“, informierte Arps den Ausschuss. Es hätten nämlich in der Spitzenstunde 600 Fahrzeuge sein müssen und 100 querende Passanten. „Wäre ein Altenheim in der Nähe, hätten es nur 50 Fußgänger sein müssen, aber so wird das nichts“, berichtete Arps. Während der Verkehrsschau am 18. Oktober hätten ihr die Fachleute der Kreisverwaltung erklärt, dass im Fahrzeugverkehr noch ausreichend Lücken für die Senioren und andere Fußgänger vorhanden seien, um die Straße zu überqueren.

Selbst wenn die Stadt auf eigene Kosten eine Fußgängerampel für geschätzte 30 000 Euro installieren würde, sei es fraglich, ob Land und Landkreis als Genehmigungsbehörden zustimmen würden.

Ein Zebrastreifen sei zwar viel günstiger, der sei nach Arps Meinung aber nicht so effektiv wie eine Ampel: „Statistiken haben ergeben, dass die Sicherheit, die Fußgänger auf einem Zebrastreifen vermuten, trügerisch ist.“

Hermann Bergmann (SPD) kann kaum glauben, dass es nur so wenig Fußgänger gewesen sein sollen, die die Straße überquert hätten: „Da gibt es doch sicherlich auch viele Mütter, die ihre Kinder in den Kindergarten bringen?“ Aber Arps erklärte, dass von 7 bis 16 Uhr gezählt worden sei.

Seniorenrat bleibt hartnäckig

Der Visselhöveder Seniorenbeirat hatte die Querungshilfe beantragt und auch der Verwaltungsausschuss hatte zugestimmt. Jetzt kam die Ernüchterung.

Aber so ganz ist die Hoffnung bei Beiratsmitglied Klaus-Dieter Burmester, Berater im Ausschuss, noch nicht verflogen: „Die Zählung wurde an einem Dienstag bei Regen gemacht, da sind auch kaum Senioren mit Rollator oder Handstock unterwegs. Der Mittwoch, der Markttag, und dann bei trockenem Wetter wäre für eine Zählung besser gewesen. Und außerdem sind auch 380 Auto pro Stunde eine ganze Menge. Es ist zu bezweifeln, ob ein alter Mensch mit Rollator es schafft, zwischen den Autos rüber zu kommen.“

Aber der Ausschuss und auch die Visselhöveder Verwaltung wollen Burmesters Vorschlag aufnehmen, und den Landkreis bitten, eine erneute Zählung an einem Mittwoch bei Sonnenschein zu organisieren. „Zur Not kann unsere Verwaltung das auch selber machen“, so Arps.

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