Schulbauernhof „ackern & rackern“: Kinder ernten Kartoffeln

Von der Pflanze zur Pommes

Der Kartoffelroder holt die Knollen schnell aus der Erde. Die Kinder sammeln sie aber von Hand auf. Maschinen, die in der heutigen Erntearbeit zum Einsatz kommen, kommen allerdings mit deutlich weniger Handarbeit aus.
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Der Kartoffelroder holt die Knollen schnell aus der Erde. Die Kinder sammeln sie aber von Hand auf. Maschinen, die in der heutigen Erntearbeit zum Einsatz kommen, kommen allerdings mit deutlich weniger Handarbeit aus.

Riepholm – „Rund 60 Kilo Kartoffeln isst jeder Deutsche jährlich. Davon 30 Kilo unverarbeitet“, informiert Christiane Burandt-Gabriel, Leiterin des Schulbauernhofs „ackern & rackern“. Die Kinder staunen, denn weil sie einen ganzen Sack, somit rund 60 Kilo Kartoffeln, mit eigenen Händen geerntet hatten, wurde die Menge und Masse erst deutlich. Der September ist Kartoffelmonat, so auch beim Schulbauernhof. Eine Woche lang tummelten sich auf dem Feld von Eicke von Hörsten sechs Gruppen, darunter Freizeitgruppen, die sich normalerweise einmal im Monat auf dem Hof in Riepholm treffen, sowie Schulklassen. Hier lernen sie die traditionelle Landwirtschaft kennen und erleben – ganz nach dem Motto des Vereins „Transparenz schaffen“. „Dieses Jahr konnten wir uns wegen Corona noch nicht treffen, doch nun habe ich als Ausgleich, unter Auflagen zur Kartoffelernte eingeladen“, berichtet Christiane Burandt-Gabriel, die hofft, dass sie mit dem Projekt „Landwirtschaftserlebnis“ im nächsten Jahr wieder starten kann.

„Das ist toll, dass man hier alles über die Landwirtschaft kennenlernt“, freut sich Alice Leschnikowski aus Bad Fallingbostel. Die Achtjährige liebt es auch, die Tiere auf dem Hof zu streicheln. Sie hat sich schon mit Hannah aus Walsrode angefreundet und diskutiert, wie sie die Kartoffeln am liebsten essen. „Ich mag Pommes, aber nur mit Ketchup. Sonst sind sie zu trocken“, lautet deren Urteil.

Das, was die Großeltern noch am eigenen Leib mitgemacht haben, erlernen die Kinder hier spielerisch. Erst werden die Kartoffeln mit dem Spaten und per Hand ausgebuddelt, in Körben gesammelt und in Säcke verpackt. Dann kommt der alte Kartoffelroder von Eicke von Hörsten zum Einsatz. Der zieht eindrucksvoll und schnell die Erdfrüchte aus der Erde. Die Schar läuft hinter dem Trecker her und sammelt sie auf. „Dann demonstrieren wir anhand eines Spielzeugroders, wie schnell heute die Kartoffelernte vonstatten geht“, vermittelt die Leiterin des Schulbauernhofs. Unterstützung erhält sie von Jenny Bomer die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr auf dem Schulbauernhof absolviert.

Florentine hat eine besonders bizarre Knolle in Form eines Männchens ausgegraben. „Guck mal, die nehme ich mit nach Hause!“, freut sich die Siebenjährige. Doch erst mal kommt sie auf das Laken der „Ausstellung“. Hier werden besondere Exponate, kuriose Kartoffeln, Mutterkartoffeln und besondere Steine gesammelt und unter die Lupe genommen. „Es ist toll, dass uns Eicke von Hörsten und Nina Rieche aus Battenbrock ihr Feld für die Aktion zur Verfügung stellen“, freut sich Christiane Burandt- Gabriel über die Großzügigkeit der Biobauern.

Für die Kinder ist der Schulbauernhof ein Paradies. Hier können sie sich austoben, mit den Tieren knuddeln, aber auch den richtigen Umgang mit den Vierbeinern und dem Federvieh lernen. Dazu gehört das Füttern der Tiere, das Melken der Kühe, Schafe scheren, aber auch richtig „Rackern“, wie beim Ausmisten des Stalls. Sinn und Zweck ist es nach wie vor, den Kinder nahezubringen, wo die Lebensmittel herkommen, eben Transparenz zu schaffen und sie für die Landwirtschaft und Zusammenhänge zu sensibilisieren. Daher wird „ackern und rackern“ auch vom niedersächsischen EU-Projekt „Transparenz – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ gefördert.

Besonders das eigentliche Ganzjahresprojekt „Kartoffeln“ zeigt den jungen Teilnehmern den langen Weg eines Nahrungsmittels, vom Setzen über die Pflege der Pflanzen bis hin zur Ernte und dem Verspeisen am Kartoffelfeuer.

Mitmachen

Interessierte können sich bei „ackern & rackern“ unter der Telefonnummer 04262 / 8260 oder per E-Mail bei anmelden.ackernrackern@ewetel.net anmelden.

Von Angela Kirchfeld

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