Vater beschwert sich beim Landkreis Rotenburg

Bus zu voll: Schüler kommen zu spät zum Unterricht

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Hier wurden die Schüler stehen gelassen.

Hof  Tadel - Von Jens Wieters. Pünktlich um 7.01 Uhr hält der Schulbus an der Haltestelle „Heidmark“ in Jeddingen. So auch am vergangenen Freitag: Die Schüler, die vorne standen, hatten Glück und durften einsteigen, um nach Rotenburg zu kommen. Die, die weiter hinten standen, hatten Pech und mussten auf den nächsten Bus warten. Und das bedeutete, dass sie zu spät zum Unterricht kamen.

Das wiederum will Vater Hannes Wilkens vom Hof Tadel nicht so einfach hinnehmen. Er erzählt: „Beim Eintreffen des Busses konnte lediglich ein Teil der wartenden Schüler einsteigen. Den übrigen wurde der Zutritt mit dem Hinweis verwehrt, dass der Bus überfüllt sei. Auch mein Sohn wurde angewiesen, auf den nachfolgenden Bus zu warten. Der sollte in einer halben Stunde da sein.“

Zahlreiche Schüler kommen am ersten Tag zu spät

Tatsächlich sei der erst gegen kurz vor 8 Uhr eingetroffen, sodass die Schüler viel zu spät zum Unterricht gekommen seien. „Für den ersten Schultag meines Sohnes nach den Sommerferien wahrlich kein guter Start“, so Wilkens, der nun festgestellt hat, dass die erforderliche Schülerbeförderung nicht ordnungsgemäß organisiert war. Also hat er sich sofort an den Computer gesetzt und dem Landkreis als zuständige Behörde einen Fragenkatalog geschickt. Darin wollte Wilkens wissen, warum die Zahl der zu befördernden Schüler die Zahl der verfügbaren Plätze übersteige und welche Maßnahmen ergriffen würden, um kurzfristig eine ordnungsgemäße Schülerbeförderung für die genannte Linie einzurichten.

„Es hängt wohl auch vom Busfahrer ab“, so Wilkens. „Wenn man wenig Glück hat, wird man zwar mitgenommen, aber eingepfercht wie Schlachtvieh. Wenn man noch weniger Glück hat, bleibt man stehen.“

Weser-Ems-Bus erwartet kurzfristige Entspannung der Situation

Die Antwort des Landkreises ließ einige Tage auf sich warten, dann kam aber eine E-Mail des Bedauerns: „Dass Schüler nicht mitgenommen und auf einen später fahrenden Bus verwiesen wurden, darf natürlich grundsätzlich nicht passieren und der Landkreis bedauert diesen Vorfall sehr“, so Sprecherin Christine Huchzermeier. Der Fahrer sei nachdrücklich belehrt worden.

Grundsätzlich werde die Schülerbeförderung aus dem Raum Visselhövede nach Rotenburg mit der Firma Weser-Ems Busverkehr (WEB) durchgeführt. Die habe für den Schülertransport wiederum die Firma Haller als Subunternehmen eingeschaltet. „Für die Hinfahrt nach Rotenburg wird von der Firma aufgrund der hohen Fahrgastanzahl üblicherweise ein Gelenkzug eingesetzt“, klärt Huchzermeier auf. Dieser Bus sei leider ab vergangenen Freitag defekt gewesen und kurzfristig habe er nur durch einen kleineren Solo-Bus ersetzt werden können.

Ab sofort sei von der WEB vorgesehen, die Haltestellen bis zum Visselhöveder Marktplatz mit dem Solo-Bus zu bedienen. „Alle weiteren Haltestellen der Linie 880 bis Rotenburg sollen durch einen Gelenkzug der WEB angesteuert werden. Die Beförderungssituation dürfte sich daher kurzfristig deutlich entspannen“, teilt Huchzermeier auf Nachfrage mit.

Landkreis kann Aussage des Unternehmens nicht nachvollziehen

So ganz nachvollziehen kann Hannes Wilkens die vom Landkreis angegebenen Gründe allerdings nicht: „Ein Bus mit der erforderlichen Kapazität ist nicht verfügbar. Stattdessen wird entschieden, einen Bus einzusetzen, der zu klein ist. Und nun soll der Fahrer dieses zu kleinen Busses schuld sein, dass nicht alle Platz finden?“ Wilkens sieht aber nicht die Fahrerin des Busses am 4. August in der Pflicht: „Sie hat vorbildlich gehandelt und erkannt, dass die Kapazitäten überschritten werden und dass eine verantwortungsvolle Schülerbeförderung nicht möglich ist. Die Fahrer an den Folgetagen haben die Kinder aufgefordert, sich noch stärker zusammenzudrängen und haben wissentlich die Sicherheitsvorgaben ignoriert.“

Laut Wilkens habe vorsätzlich fehlerhaft der gehandelt, der den Einsatz der zu geringen Beförderungskapazität verfügt habe.

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