2021 mit Engpässen

Vissels Gewerbeverein möchte 2022 neu durchstarten

Ulf Timmann steht vorm Visselhöveder Kirchturm.
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Ulf Timmann ist Vorsitzender des Visselhöveder Gewerbevereins. Für den Fahrradhändler lief das Geschäft im Coronajahr 2021 gut.

Nicht nur vielerorts coronabedingte Umsatzeinbußen haben das Jahr des Visselhöveder Gewerbevereins geprägt. Viele Ladenbesitzer klagen auch über Lieferengpässe. Doch auch wenn das Jahr 2021 durchwachsen war, blicken fast alle optimistisch in das neue Jahr.

Visselhövede – „Sicherlich, es waren weniger Karten, die in die Glückskugelaktion eingingen, aber letztendlich macht es keinen großen Unterschied zu 2020.“ So fasst Ulf Timmann, Vorsitzender des Visselhöveder Gewerbevereins, das vergangene Jahr 2021 zusammen. Dieses zweite Coronajahr habe besonders der Fahrradbranche Geld in die Kasse gespült. „Wegen der hohen Nachfrage nach Fahrrädern und auch Zubehörteilen, können wir uns nicht beschweren“, so Timmann, der auch Inhaber des Fahrradgeschäfts Vento am Marktplatz ist.

Sorgen bereiten ihm vielmehr die Zulieferfirmen für Fahrradteile, bei denen es oft Engpässe aufgrund der hohen Nachfrage gegeben habe. „Die Häfen waren teilweise gesperrt, in Malaysia standen die Bänder still. Wenn das dann auf eine hohe Nachfrage trifft, ist es für viele Hersteller schwierig. Besonders, wenn es sich um hochwertige Teile handelt.“ So wie in anderen Branchen habe es bei Fahrrad und Co. eine Preissteigerung von 15 bis 20 Prozent gegeben. Doch im Gegensatz zum Onlinehandel, bei dem oft nur Zwischenhändler von A nach B verkaufen, kann Timmann auf ein gut gefülltes Fahrradlager zurückgreifen. „Das ist unser Vorteil, hier haben wir vorgesorgt, auch wenn die Ware verspätet kam. Alle Kunden, die sich jetzt etwas anschaffen möchten, sollten nicht lange zögern, sondern schnell zugreifen.“ Die Lieferengpässe werden sich auch noch durch 2023 ziehen, ist sich der Fahrradexperte sicher.

Der Vorsitzende des Gewerbevereins zeigt sich froh und glücklich, dass wenigstens der Martinsmarkt, wenn auch im verkleinerten Format, stattfinden konnte. „Wegen Ausfall des geplanten Sommerfestes 2020, das uns verhagelt wurde, freuten sich alle auf den Martinsmarkt 2021, auch wenn wir bis zum Schluss nicht wussten, was uns erwartet“, gesteht Timmann.

Die Planungen für 2022 laufen noch. „Wir können leider schlecht planen, aber wenn alles gut geht, wird es im Juni ein Sommerfest geben, bei dem vor allem die Vereine die Chance haben, sich vorzustellen.“

Auch Nicole Fedderken-Pries vom Modehaus Fedderken blickt optimistisch ins neue Jahr. „Das Sommerhalbjahr ist sicherlich besser zu planen als der Herbst. Wir hatten 2021 von Januar bis März drei Monate Lockdown. Da kann man nicht viel erwarten.“ Da habe der Frühherbst in Relation schon besser ausgesehen. Die Kunden haben eher als die Politik gemerkt, dass man sich mit Ware bevorraten sollte und gehandelt.

Auch die Modebranche habe mit Lieferengpässen zu kämpfen. „Besonders schwer ist es für uns, Jeans und Unterwäsche nachzubekommen, die Lieferungen dauern länger.“ Das Modehaus habe gute und weniger gute Monate gehabt. „Das Jahr war ein einziges „Heckmeck.“ Doch Nicole Fedderken-Pries ist sicher: „Wir packen das, egal in welche Richtung es geht. Wir haben die Erfahrungen gemacht, und davon profitieren wir.“

Besonders hart traf es die Gastronomie. „Wir mussten bis Ende Mai schließen. Dann starteten wir ganz optimistisch in den Sommer. Viele Busgesellschaften hatten gebucht. Doch die Panikmache schlägt sich in den Buchungen nieder“, berichtet Jörn Riedel-Vollmer vom Gasthaus Vollmer. „Aber wir haben es gut überstanden, trotz Einbußen und hoffen, dass das Jahr 2022 besser wird, wenn uns Corona nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht. Die Nachfrage ist jedenfalls da.“ Vor allem freuen sich die Gastwirte darauf, den Gästen die neu renovierten Räumlichkeiten vorzustellen.

„Unsere Branche ist zum Glück nicht sonderlich von der Pandemie beeinträchtigt, da wir systemrelevant sind und somit keine großen Einschränkungen haben. Wir dürfen uns nicht beklagen“, betont unterdessen Lorena Janßen, Augenoptikermeisterin, die auch optimistisch für dieses Jahr bleibt. Lieferverzögerungen gibt es höchstens im Bereich der Kontaktlinsen und deren Pflegemittel. „Doch all zu lange müssen unsere Kunden nie warten“, sagt sie.

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