Iris Weis und Stefan Gaudies wollen in Visselhövede viel bewegen

Neue Sozialarbeiter besuchen Jugendliche

Gustav Stegmann (v.l.) vom Präventionsrat, Sabine Voss (DAA), Gemeinwesenarbeiter Christian Oddoy, die beiden Sozialarbeiter Iris Weis und Stefan Gaudies sowie Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel.
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Sie stellen die Jugendarbeit auf ein neues Fundament (v.l.): Gustav Stegmann vom Präventionsrat, Sabine Voss (DAA), Gemeinwesenarbeiter Christian Oddoy, die beiden Sozialarbeiter Iris Weis und Stefan Gaudies sowie Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel.

Visselhövede – Nicht auf die Jugendlichen in irgendeinem Gebäude warten, sondern aktiv auf sie zugehen und auch die besuchen, die in keinem Verein, in keiner Feuerwehr und in keiner Kirchengruppe mitmachen: So sieht die neue Jugendarbeit in Visselhövede aus, die im vergangenen Jahr von den politischen Gremien auf den Weg gebracht worden war und jetzt ein Gesicht hat.

Besser gesagt, zwei neue Gesichter. Denn Iris Weis (52) und Stefan Gaudies (54) übernehmen für die nächsten drei Jahre die sogenannte aufsuchende Jugendarbeit. Die Jugendprojektkoordinatorin und der Sozialarbeiter teilen sich eine Stelle. Sie sind bei der Deutschen Angestellten Akademie (DAA) beschäftigt, die wiederum das Gehalt der beiden zu großen Teilen vom Land Niedersachsen bezahlt bekommt, während die Stadt Visselhövede den Rest übernimmt.

„Finanziell könnten wir das alleine gar nicht wuppen“, betonte Bürgermeister Ralf Goebel während der Vorstellung. Für ihn decke die aufsuchende Jugendarbeit viel besser den Bedarf in der Stadt ab, als im Jugendtreff an der Gaswerkstraße nur auf die Jungen und Mädchen zu warten. „Schön, dass wir nicht viel Zeit verloren haben, und uns mit den beiden schnell einig geworden sind.“

Auch für Gustav Stegmann, Vorsitzender des Präventionsrats, der die DAA überhaupt erst für Visselhövede begeistert und auch für die Anstellung des örtlichen Gemeinwesenarbeiters Christian Oddoy gesorgt hatte, ist es „höchste Zeit, die Jugendarbeit auf ein neues Fundament zu stellen“. Denn es habe in der Vergangenheit viel Ärger mit Jugendlichen gegeben, die eben nicht den Jugendtreff besucht hätten und darum durch das Raster gefallen seien. „Wir müssen jetzt versuchen, die Jugendlichen aufzufangen, die irgendwo in der Stadt herumlungern und ihnen etwas Sinnvolles mit auf den Weg zu geben.“

Rotenburgs DAA-Leiterin Sabine Voss, quasi die Chefin von Weis und Gaudies, betonte, dass eine „dreijährige finanzielle Förderung der Sozialarbeit durch das Land schon sehr außergewöhnlich“ sei. „Aber so haben die beiden auch die Möglichkeit, viel zu bewegen.“ Denn eine gute Jugendarbeit habe auch viel mit Vertrauen zu tun, dann wäre es schlimm, wenn die handelnden Personen schon nach einem Jahr die Stadt wieder verlassen müssten, weil die Förderung ausläuft.

Gemeinwesenarbeiter Christian Oddoy setzt vor allem auf die „kleinen Dienstwege“ mit den beiden Sozialarbeitern, die zunächst einmal in seinem Büro im Haus der Bildung eine berufliche Heimat gefunden haben, um „einen Einblick in das umfangreiche Netzwerk zu bekommen, das in den vergangenen Jahren aufgebaut worden ist“. Perspektivisch werden Weis und Gaudies aber neben ihrer Arbeit auf den Straßen und Plätzen der Stadt aber auch im Jugendtreff an der Gaswerkstraße zu finden sein, bis die neuen Räume im ehemaligen Gastro-Bereich des Hallenbades hergerichtet seien.

„Und schon bei der Gestaltung dieses neuen Jugenddomizils wollen wir die Jugendlichen in irgendeiner Form beteiligen“, hat sich Iris Weis bereits auf die Fahnen geschrieben. Sie werde künftig vor allem mit der Organisation geplanter Veranstaltungen und „Mädchenterminen“ betraut sein, während Stefan Gaudies sich den Jugendlichen mit Musik, Sport und Outdoor-Aktivitäten nähern will.

Die beiden werden jetzt Kontakt mit den Schulen, Vereinen und anderen Institutionen, die Jugendgruppen haben, aufnehmen, um ihre Arbeit breit aufzustellen. Dabei rücken besonders die Zwölf- bis 16-Jährigen in den Fokus. „Davon haben wir 389 im Stadtgebiet. Die lassen sich noch bestens für alle möglichen Aktionen inspirieren“, startet Weis optimistisch in ihren ersten kompletten Arbeitsmonat. Aber auch die 16- bis 18-Jährigen, von denen es 309 in und um Visselhövede herum gibt, werden von den beiden Sozialarbeitern Angebote erhalten.

In den kommenden Wochen werden Weis und Gaudies auch das Ferienprogramm auf den Weg bringen, „Coronabedingt sicherlich etwas ungewohnter“. Aber selbst wenn es wegen der Pandemie anders sein sollte, „haben wir immer einen Plan B in der Schublade“, so die beiden.

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