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Visselhöveder will Upcycling von Baumaterial

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Von: Jens Wieters

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Für viele Materialien, die der Visselhöveder Bauhof irgendwo im Stadtgebiet aufnimmt, gibt es noch Abnehmer.
Für viele Materialien, die der Visselhöveder Bauhof irgendwo im Stadtgebiet aufnimmt, gibt es noch Abnehmer. © Wieters

 „Warum müssen wir nicht mehr benötigtes Baumaterial entsorgen, wenn sich jemand findet, der es gebrauchen kann?“, fragt sich der Visselhöveder Ratsherr Heiner Gerken, der ein Upcycling fordert.

Visselhövede – Hier mal ein paar Pflastersteine oder Gehwegplatten, dort mal einige Dachpfannen oder Betonrohre: Oft müssen diese Materialien von den Mitarbeitern des Visselhöveder Bauhofs aufwendig über Fachfirmen entsorgt werden, nachdem sie durch neue Baustoffe ersetzt worden oder aufgrund einer Umgestaltung von Straßen, Wegen oder Plätzchen gleich gänzlich „über“ sind.

„Das muss doch nicht sein, es gibt nämlich immer mal wieder Bürger, die diese Dinge noch gebrauchen können“, fordert Heiner Gerken (Grüne) während der Sitzung des Ausschusses für Landwirtschaft, Klima und Umwelt.

Als Wittorfer Bürgermeister sei ihm nämlich aufgefallen, dass bei Ausbesserungsarbeiten im öffentlichen Verkehrsraum „einige Betonsteine“ von den Bauhofmitarbeitern aufgeladen wurden, um entsorgt zu werden. „Dabei hatte mich ein Bürger angesprochen, ob er die Steine haben könne, denn er könne sie sie auf seinem Grundstück noch gut gebrauchen. Er hätte sie sogar selber abgeholt.“, berichtet Gerken.

„Nur leider haben wir für solch ein kurzen, für alle einfachen und gangbaren Dienstweg bisher noch keine rechtliche Handhabe“, bedauert der Wittorfer, der darum im Ausschuss auf eine Lösung des Problems drängt. „Alle Welt redet von Upcycling, bei dem gutes Material noch mal an anderer Stelle Verwendung findet, statt weggeworfen zu werden. Da sollten wir als Kommune mal vorbildlich vorangehen und den Wünschen unserer Bevölkerung ein wenig entgegenkommen, zumal es auch noch Geld spart, weil die teure Entsorgung unsere Kasse nicht belastet“, betont Gerken.

Im Ausschuss herrscht Einigkeit darüber, dass ein Überlassen solcher Baumaterialien an Einwohner schon problemlos möglich sein sollte, „vielleicht finden die Ortsbürgermeister und Ortsvorsteher ja eine praktikable Lösung“, hofft Ausschussvorsitzender Charly Carstens (CDU).

Der Aufwand einer Versteigerung entspricht nicht dem Erlös.

Bürgermeister André Lüdemann

Wenn es nur einen Interessenten für Steine, Rohre oder ähnliche Dinge gibt, ist die Idee vielleicht noch ganz einfach umzusetzen. Was aber, wenn es zwei oder sogar mehrere Bieter gibt? „Genau das müssen wir jetzt irgendwie klären“, sagt Bürgermeister André Lüdemann. Eine Art öffentliche Versteigerung wie bei Brennholz oder bei den Fundsachen kann er sich nur „schwerlich vorstellen“. Denn bei dem, was der Bauhof nicht mehr benötige, handele es sich in der Regel nicht um wertvolle Dinge, sodass „der Aufwand einer Versteigerung nicht dem Erlös entspricht“.

Und Gehwegplatten bei Ebay-Kleinanzeigen anzubieten, sei auch nicht zu empfehlen, sagt Bauhof-Leiter Olaf Strote: „Die Anzeige muss dann regelmäßig gepflegt und Angebote sondiert werden. Wer soll diese aufwendige Arbeit machen, wenn wir von einer Einnahme von 20 Euro sprechen?“

Aber dennoch will Heiner Gerken, dass nicht alles „in den Schredder“ geht. „Und darum brauchen wir eine Idee, und zwar zügig.“

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