Visselhöveder Ursel Pegesa besonders geehrt / Erste Frau in Männerdomäne

„Schießen liegt ihr im Blut“

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Ursel Pegesa blickt auf eine lange Schützenkarriere zurück.

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. „Probier mal“, bot Manfred Pegesa seiner Frau Ursula sein neues Gewehr während eines Übungsabends der Visselhöveder Schützenkompanie an. Das war 1965 – und Frauen gab es zu der Zeit in der Männerdomäne nicht. Aber dennoch war es die Geburtsstunde einer großen Schützin, die die erste Frau in der Kompanie war und ein Jahr später die Damengruppe mit ins Leben rief.

„Meine Frau war gleich von Beginn an sehr erfolgreich. Das Schießen liegt ihr irgendwie im Blut“, berichtet Manfred Pegesa nicht ohne Stolz von seinem damaligen Schachzug.

Während der vergangenen Jahreshauptversammlung der Schützenkompanie wurde die 80-jährige Visselhövederin für ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Die Verdienstmedaille des Niedersächsischen Sportschützenverbandes in Gold, Silber und Bronze, das Ehrenkreuz des Deutschen Schützenbundes in Bronze, die Ehrennadel des Kreisschießbundes und des Kreissportverbandes sowie die Verdienstnadel des Kreisverbandes in Silber und Bronze sind neben unzähligen Urkunden und etlichen Pokalen die wichtigsten Auszeichnungen von Ursula Pegesa, die in Schützenkreisen schon immer nur kurz Ursel genannt wird.

Ein besonderes Ereignis gab es 1977, als sie Schützenkönigin von Visselhövede wurde. „Das wurde gebührend hier bei uns im Alten Postweg gefeiert. Mein Mann baute noch ein Ehrentor mit allem drum und dran“, erinnert sich die sportliche Schützin gerne an die Zeit zurück. „Damals wurde die Geselligkeit noch großgeschrieben und das Feiern war in den 60er und 70er Jahren noch ganz anders.“

1983 wurde sie sogar Landesmeisterin mit dem Luftgewehr und nahm ab 1982 drei Jahre in Folge an den Deutschen Meisterschaften in München teil. „Dort belegte sie einmal den zwölften und einmal den siebten Platz“, berichtet der Ehemann, der genauso gerne auf die Scheiben anlegte.

Die Freude am Schießsport in der Damenwelt weiter zu verbreiten und ihn auch an jüngere Mitglieder weiterzugeben, war Ursel Pegesa stets ein Anliegen. So nahm sie mit der Jugendgruppe am Jugendzeltlager in Fallingbostel als Betreuerin teil, war von 1984 an 14 Jahre Kreisdamenleiterin und ab 1999 Ehrendamenleiterin.

Vor rund zehn Jahren hängte sie aus gesundheitlichen Gründen das Kleinkalibergewehr – ihre Paradedisziplin – „an den Nagel“, ist jedoch noch passives Mitglied im Verein.

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