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Visselhöveder Sozialausschuss befürwortet Pläne für Zukunftshaus

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Das Haus der Bildung in Visselhövede.
Lange Zeit war es recht still rund um das Haus der Bildung, jetzt steht es im Mittelpunkt vieler Diskussionen. © Wieters

Visselhövede – Eine Beschlussvorlage zum Stand der Dinge, das Visselhöveder Haus der Bildung in ein Begegnungs- und Zukunftshaus (BuZ) mit gleich mehreren Nutzern umzufunktionieren, gab es zwar nicht, aber der größte Teil des Sozialausschusses war von dem Leuchtturmprojekt für die Region sehr angetan – auch die CDU.

Aber die will das Thema noch intensiver diskutiert wissen, „vor allem, weil jetzt plötzlich ein Visselhöveder Unternehmer ein Kaufangebot für das gesamte Gebäude abgegeben hat“, wie Volker Carstens während der Sitzung am Donnerstagabend verriet.

Mit dem Ziel, die Arbeit in Visselhövede in Zukunft weiter voranzubringen, hatten sich die Rotenburger Werke und Simbav gemeinsam mit der Initiative Vissel for Future sowie der Gemeinwesenarbeit der Stadt zusammengetan und vor rund drei Monaten erste Ideen einer Zusammenarbeit reifen lassen, die unter den Titeln Inklusion, Umweltbildung, Angebote für Familien/Frühe Hilfen und Gemeinwesenarbeit zusammengefasst werden können.

Werke wollen langfristig mieten

Die Rotenburger Werke, so der Plan, werden die Räumlichkeiten langfristig anmieten und sie für verschiedene Inklusionsprojekte nutzen. Simbav, Vissel for Future und auch der städtische Gemeinwesenarbeiter ziehen in einige Teile des Gebäudes, wobei ihre Arbeit eng verzahnt ist mit den Projekten der Werke.

Über den großen Saal kann auch weiterhin die Stadt verfügen, um den vielen Gruppierungen, die aktuell das Haus der Bildung nutzen, weiterhin die Möglichkeit zu geben, sich zu präsentieren oder auch zum Beispiel die ältere Generation zu informieren wie den Seniorenbeirat.

„Wir stehen aber noch ganz am Anfang der Idee und werden alle Gruppen an einen Tisch holen und bis April eine Konzeption für die weitere Nutzung des Hauses erarbeiten“, so Bürgermeister Ralf Goebel.

Lange auf der Suche nach Konzept

Die BuZ-Idee findet Tam Ofori-Thomas (SPD) so „richtig klasse“, denn seit 15 Jahren seien Verwaltung und Politik auf der Suche nach einem vernünftigen Konzept für das Gebäude. „Und jetzt bringen uns die Rotenburger Werke gemeinsam mit ihren Partnern eins, das sich realisieren lässt.“

Auch für SPD-Fraktionschefin Dagmar Kühnast ist die Planung wegweisend, weil „künftig jede Generation aus dem Stadtgebiet in irgendeiner Form berücksichtigt wird und Angebote in dem Haus annehmen kann“.

Auch eine Kostenfrage

Volker Carstens (CDU) ist der Meinung, dass aktuell zu viel Tempo im Spiel ist: „Natürlich ist das Ganze ein soziales Engagement, wie man es sich nur wünschen kann. Aber warum sollen wir bereits in ein paar Tagen entscheiden, dass wir das Haus nicht verkaufen wollen?“ Die CDU wolle die BuZ-Planungen keinesfalls blockieren, aber zunächst müssten alle Fakten und Daten auf den Tisch, und es werde eine klare Aufstellung gebraucht, welche Kosten auf die Stadt zukämen. „Diese Frage muss auch mal gestellt werden dürfen“, so der Rosebrucher, der von der Verwaltung Auskunft darüber haben möchte, ob es auch andere Gebäude gebe, wo die Idee der Rotenburger Werke realisiert werden könnte.

Die gibt es nach Ansicht von Irene Becker (WiV) nicht: „Das Haus der Bildung ist ideal, mitten in der Stadt von Alt und Jung gleichermaßen zu erreichen.“

Auch Ausschussvorsitzender Ulf Timmann (Grüne) will dem Projekt eine Chance geben: „Wir hatten über viele Jahre keinen Plan, was mit dem Gebäude geschehen soll, jetzt gibt es einen – und darum kommt das Kaufangebot zu einem falschen Zeitpunkt.“ Das Haus sei in den vergangenen Jahren mit öffentlichen Geldern erheblich saniert worden, sodass es auch aus diesem Grund im Eigentum der Stadt bleiben sollte. „Natürlich müssen wir bei Baumaßnahmen die Kosten im Blick haben, aber ein Verkauf ist für mich vom Tisch“, so Timmann.

Grundsatzfrage muss im Verwaltungsausschuss geklärt werden

Bürgermeister Goebel betonte, dass alle Beteiligten im Vorfeld bei der Planung des künftigen Begegnungs- und Zukunftshauses die Thematik aus „einem hohen Verantwortungsbewusstsein für die Bevölkerung“ heraus betrachtet hätten und der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss nun die Grundsatzfrage klären müsse, ob das Haus verkauft werden soll oder nicht.

Diese Frage stellt sich Heiner Kaemna überhaupt nicht. Das beratende Mitglied im Ausschuss ist der Meinung, dass das Haus der Stadt und ihren Bürgern „erhalten bleiben“ muss. „Gerade mit Blick auf die vielfältigen Angebote, die dort entstehen sollen.“ Visselhövede habe kaum vergleichbare Dinge vorzuweisen, sodass „uns viele umliegende Städte und Gemeinden um das Begegnungs- und Zukunftshaus beneiden“.

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