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Visselhöveder Quartier hat einen Namen

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Von: Jens Wieters

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André Lüdemann (v.l.), André Pannier sowie die Nachfahren der Familie Quellhorst, Rainer Homann, Johanna Bernhuber und Peter Homann, enthüllen das Schild.
André Lüdemann (v.l.), André Pannier sowie die Nachfahren der Familie Quellhorst, Rainer Homann, Johanna Bernhuber und Peter Homann, enthüllen das Schild. © Wieters

Unterschiedliche Formen des Wohnens wachsen im Visselhöveder Osten zu einem Quartier zusammen, das durch die neue Quellhorststraße erreichbar ist.

Visselhövede – Ein schickes neues Wohnquartier braucht auch einen adäquaten Namen für die Erschließungsstraße. Und den gibt es jetzt mitten in Visselhövede auf dem ehemals landwirtschaftlich genutzten Areal zwischen Mühlen-, Berg- und Zollikoferstraße: Dort wurde am Dienstagabend die Quellhorststraße feierlich getauft. Benannt nach dem ehemaligen Bürgermeisterehepaar Luise-Marie und Otto Quellhorst, die von 1970 bis 1974 und von 1946 bis 1948 sowie von 1955 bis 1962 den Visselhöveder Stadtrat geführt hatten.

Bürgermeister Otto Quellhorst hat den SPD-Ortsverein gegründet.
Bürgermeister Otto Quellhorst hat den SPD-Ortsverein gegründet. © -

Der aktuelle Bürgermeister André Lüdemann, der auch Nachfahren der Familie Quellhorst zur Schildenthüllung begrüßte, erinnerte an die „wilden Nachkriegsjahre“, in denen Sozialdemokrat Otto Quellhorst, der den SPD-Ortsverein an der Vissel nach dem Ersten Weltkrieg gegründet hatte, nicht nur Bürgermeister geworden sei, sondern auch den Bau der damaligen Mittelschule, der Sporthalle Auf der Loge und der Volksschule, heute Kastanienschule, vorangetrieben habe. „Seine Frau Luise-Marie hatte nach dem Unfalltod ihres Mannes 1962 für den Stadtrat kandidiert, zog 1964 in das Gremium ein und wurde 1970 zur ersten Bürgermeisterin der Stadt gewählt. In der langen Reihe der Bürgermeister ab 1450 war sie die einzige Frau an der Spitze der Verwaltung, bis 2007 Franka Strehse gewählt wurde“, so Lüdemann.

Mit so viel Historie im Hintergrund will auch die Volksbank Lüneburger Heide mit ihren Tochtergesellschaften Immokonzepte und Gesellschaft für Entwickeln und Bauen (GEB) in Visselhövede ein wenig Geschichte schreiben. „Denn wir haben es hier nicht mit einem Baugebiet im klassischen Sinne zu tun, sondern mit einem echten Quartier“, berichtete Volksbank-Regionalleiter André Pannier.

Visselhövedes erste Bürgermeisterin Luise-Marie Quellhorst.
Visselhövedes erste Bürgermeisterin Luise-Marie Quellhorst. © -

Denn auf der einen Seite des Baugebiets würden die Rotenburger Werke ein Mehrfamilienhaus beziehen, in den Menschen mit Handicap eine neue Heimat fänden und „inklusives Wohnen bald zum Alltag gehört“. Auf der anderen Seite entstehe in Zusammenarbeit mit dem Kieler Unternehmen Ting ein Wohnprojekt, das auf einen Genossenschaftsgedanken basiere. Und mittendrin gebe, es Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen „und nicht zuletzt auch Mietwohnungen, die von unseren Tochtergesellschaften vertrieben werden“, so Pannier, der sich sicher ist, dass schon bald Leben auf die knapp 20 Grundstücke einzieht, die schon nach kurzer Zeit „allesamt erfolgreich verkauft“, worden seien.

Die Grundstücke sind zwischen 401 und 928 Quadratmeter groß und haben von knapp 50 000 bis zu 107 000 Euro gekostet. Alle Häuser dürfen mit einem Vollgeschoss errichtet werden. Eine Besonderheit des neuen Wohngebietes ist, dass pro angefangene 300 Quadratmeter ein Baum gepflanzt werden muss. Vier Jahre hatte die planerische Entwicklung des neuen Quartiers gedauert. Dabei hat vor allem die Hanglage bei den Fachleuten für Bauchschmerzen gesorgt. „Weil der vorhandene Kanal an der Mühlenstraße das Regenwasser der versiegelten Flächen des neuen Baugebiets nicht geschluckt hätte“, erinnert sich die inzwischen pensionierte städtische Bauingenieurin Karin Stegmann. Das Problem wurde gelöst, in dem ein geplantes Baugrundstück geopfert und die Fläche nun als Regenrückhaltebecken gestaltet wurde.

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