Entorger reagiert mit Nachlieferungen

Visselhöveder kritisieren Verteilung der Gelben Tonnen

 Gelbe Tonnen stapeln sich in einem Industriegebiet.
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Gut gesichert: Die Gelben Gefäße sind nach der Umstellung von Sack auf Tonne heiß begehrt und nicht in jeder Gemeinde hat der Wechsel gut funktioniert.

Visselhövede – „Wir haben zwei Gelbe Tonnen für sieben Haushalte bekommen. Offenbar hat das vom Landkreis beauftragte Unternehmen die kleinen Buchstaben a, b, c und d hinter der 1 nicht beachtet“, schimpft der Eigentümer eines Mehrfamilienhauses in einer Visselhöveder Ortschaft. „Bei uns war es ähnlich: ein Mietshaus mit sechs Wohnungen und nur zwei Tonnen in gelb“, so eine Frau aus der Gartenstraße.

Die Umstellung vom Gelben Sack auf die festen Gelben Tonnen funktioniert offenbar nicht ganz so reibungslos wie vom Landkreis geplant. Den Auftrag dafür hatte die Firma RMG Rohstoffmanagement mit Sitz in Eltville vom Dualen System Deutschland bekommen, das für die Ausschreibung zuständig ist.

Marius Schröder vom RMG-Geschäftsmanagement erklärt jetzt auf Nachfrage, dass die Auslieferung von Behältern für Haushalte in Reihenhäusern deren Hausnummern mit Adresszusätzen wie a, b, c enthält, „eine automatische Nachlieferung erfolgt“. Wer in solchen Fällen bis Ende April noch keinen Behälter erhalten habe, könne per Mail unter gelbe-tonne.rotenburg@rmg-gmbh.de ein Gefäß anfordern, sodass dann jeder Haushalt eine 240-Liter-Tonne habe. „Bis dahin können weiterhin die Gelben Säcke genutzt werden, die an den bekannten Ausgabestellen zur Verfügung stehen“, so Schröder.

Etwas anders verhalte sich die Thematik bei Mehrfamilienhäusern. Hier sei aufgrund des Behälterkatasters für Restmüll der tatsächliche Bedarf an Gelben Tonnen ermittelt worden. Bei solchen von mehreren Parteien bewohnten Objekten sei von einer gemeinsamen Nutzung der Gelben Tonne auszugehen. „Bei den Auslieferungen sind aber durch Software-Probleme teilweise eine Anzahl von Behältern ausgegeben worden, die nicht dem tatsächlichen Bedarf entsprechen“, so Schröder. Das habe dazu geführt, dass sich einige Haushalte Tonnen geschnappt und sie unter Verschluss gehalten hätten. „Das ist rechtlich nicht haltbar“, betont Schröder.

Bewohner von Mehrfamilienhäusern haben Gemeinschaftstonne

Bei solchen Immobilienobjekten handele es sich um sogenannte „Anfallstellen“. „Die Behälter stehen über die gesamte Vertragslaufzeit im Eigentum unseres Unternehmens und werden lediglich zur Nutzung überlassen“, erklärt Schröder. Das bedeute, dass der Besitz der Behälter auf die Wohnungseigentümergemeinschaft übergehe. Einzelne Anwohner hätten keinen Anspruch darauf, das Gefäß ausschließlich für sich selbst zu nutzen. „Vielmehr entziehen sie den anderen Anwohnern die faktische Nutzbarkeit der Tonnen“, stellt der Fachmann klar. Das wiederum bedeute, dass die Wohnungseigentümergemeinschaft auf die Herausgabe der Gelben Tonnen bestehen könne.

Bei einigen Objekten werden demnach bereits Überprüfungen durchgeführt und der tatsächliche Bedarf ermittelt. „Gegebenenfalls werden weitere Behältnisse gestellt“, verspricht das RMG-Management. Bis zur endgültigen Lösung der Probleme könnten aber die Gelben Säcke von den Haushalten weiterhin zur Abholung bereitgestellt werden.

Viele verärgerte Bürger haben – wohl aus Unwissenheit – ihre Probleme an die Landkreisverwaltung herangetragen. Die aber entscheidet nicht über die Vergabe der einzelnen Tonnen. „Der Auftrag über die Erfassung, die Beförderung und für den Umschlag von Leichtverpackungen wird von den Dualen Systemen Deutschland in unserem Landkreis namentlich von der Interseroh Dienstleistung mit Sitz in Köln vergeben“, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises.

Geänderte Abholtermine

Diese Systembetreiber hätten nach einer Ausschreibung das Unternehmen RMG-Rohstoffmanagement mit der Entsorgung des Verpackungsmülls beauftragt. Die Abfallentsorgungsgebühren zahle der Verbraucher bereits beim Kauf eines verpackten Produktes. In der Pressemitteilung heißt es auch, dass direkt bei der RMG weitere oder andere Behälter angefordert werden können. Mit der Einführung der Gelben Tonne hätten sich die Abholtermine geändert. Die seien auf der Internetseite des Landkreises zu finden.

Im Visselhöveder Rathaus ist man zunächst einmal froh, dass die Tage der Gelben Säcke gezählt sind. „Oft genug wurden die nicht richtig geschlossen, sodass der Wind oder Vögel den Inhalt in alle Richtungen verteilt haben“, so Mathias Haase vom Ordnungsamt. Er kann zwar die Kritik an der oft mangelhaften Verteilung der Tonnen verstehen, „aber bei der Vielzahl von Haushalten im Landkreis kann das nicht von einen Tag auf den anderen funktionieren.“

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