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Visselhöveder Kleiderkammer fehlt Ware: Hilfe für Ukrainer reißt Löcher

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Von: Angela Kirchfeld

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Sabine Coors (l.) und Anna Schierz hoffen darauf, dass viele Visselhöveder ihre Schränke durchstöbern, gut erhaltene Kleidung aussortieren und der Kleiderkammer spenden.
Sabine Coors (l.) und Anna Schierz hoffen darauf, dass viele Visselhöveder ihre Schränke durchstöbern, gut erhaltene Kleidung aussortieren und der Kleiderkammer spenden. © Kirchfeld

Der Visselhöveder Kleiderkammer geht aktuell die Ware aus. Denn viele Geflüchtete brauchen Kleidung. Das DRK als Verteiler hofft nun auf Spenden.

Visselhövede – Seit mehr als 40 Jahren gibt es die Kleiderkammer des DRK-Ortsvereins Visselhövede. In den Räumen an der Schäferstraße gibt es gut erhaltene Kleidung für ganz wenig Geld. Doch nun kommen Anna Schierz und Sabine Coors, die seit Jahren das etwas andere Bekleidungsgeschäft betreuen, an ihre Grenzen. „Durch die viele geflüchteten Menschen aus der Ukraine haben wir aktuell einen dramatisch erhöhten Bedarf an Kleidung.

Zurzeit ist besonders Kinderkleidung Mangelware, und auch Spielwaren für die Kinder fehlen“, schildert Sabine Coors den Ernst der Lage.

Denn die beiden Damen aus der Kleiderkammer haben sogar schon Sondertermine vereinbart, um den Kriegsflüchtlingen schnell und unbürokratisch mit Kleidung auszuhelfen. „Die Flüchtlinge, überwiegend Frauen, kommen im Ankunftszentrum in den Räumen der ehemaligen Kaserne in der Lehnsheide oft nur mit einer Plastiktüte an. Sie haben nichts und vor allem kaum Kleidung zum Wechseln. Daher bieten wir ihnen die Möglichkeit, sich bei uns umzusehen“, informiert Eckhard Langanke, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins. Vermittelt werden die Sondertermine durch die Dolmetscherin, die fast rund um die Uhr in den Räumen des Gewerbecampus ihren Dienst versieht. Die meisten Flüchtlinge bleiben nur rund zwei Tage und werden dann auf die einzelnen Kommunen verteilt.

Die Flüchtlinge kommen im Ankunftszentrum oft nur mit einer Plastiktüte an. Sie haben nichts und vor allem kaum Kleidung zum Wechseln.

DRK-Vorsitzender Eckhard Langanke

Wie auch ins Visselhöveder Stadtgebiet, wo mittlerweile rund 100 Personen aus der Ukraine eine Zuflucht gefunden haben. Sie suchen regelmäßig die DRK-Kleiderkammer auf. „Daher haben wir natürlich einen erhöhten Bedarf an gebrauchter Kleidung. Aktuell gibt es nicht mehr alles in den gängigen Größen“, erklärt Anna Schierz. Darum sei man dringend auf gespendete Kleidung angewiesen. Jeder Visselhöveder sollte darum doch mal in seinen Schrank gucken, was er wirklich noch trägt. „Wir sind dann zwar immer noch kein Modehaus mit schicker Ware, aber gebrauchsfähige Kleidung nehmen wir gerne an“, appelliert Langanke.

Bei den beiden Frauen bekommt jeder gut erhaltene Kleidung, Schuhe und auch Accessoires wie unter anderem Handtaschen für gerade mal zwei Euro. „Dann kann jeder mitnehmen, so viel er möchte“, klärt Schierz auf. Flüchtlinge sind übrigens von dem Obolus befreit.

Ein Arm voller Kleidung kostet nur zwei Euro

Jeden Samstag von 9 bis 11 Uhr ist Anlieferung. Dann nehmen die Damen die Kleidung entgegen. Auch in dem DRK-Container, der rechts vom Haus steht, können die gespendeten Textilien eingeworfen werden. Anschließend wird die Kleidung sortiert. „Kaputte, stark verschmutzte oder sehr alte Kleidung brauchen wir natürlich nicht“, berichtet Anna Schierz, die gemeinsam mit Coors die Ware nach Damen-, Herren und Kinderkleidung sortiert.

Vor ein paar Monaten sah das Angebot weit weniger dramatisch aus. „Die Leute hatten während der Pandemie viel Zeit und haben ihre Kleiderschränke aufgeräumt. Da hatten wir viel Ware. Und durch Corona habe sich viele auch nicht zur Abholung getraut, sodass wir sogar ein Überangebot hatten“, berichtet Anna Schierz. Doch das habe sich jetzt drastisch geändert.

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Neben Kleidung und Spielwaren fehlt es auch an Handtüchern, Bettwäsche, Decken, Handtaschen, Kissen und Schuhen – es wird so ziemlich alles benötigt, was ein Haushalt braucht, damit es an jedem zweiten Mittwoch im Monat von 13 bis 14 Uhr angeboten werden kann. „Jeder ist willkommen, keiner muss sich schämen und kann sich bei uns einmal unverbindlich umschauen. Man muss sich nur trauen“, lädt Schierz ein.

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