Ausschuss stimmt für Planungen in ehemaliger Hallenbad-Küche

Visselhöveder Jugendzentrum: Eile ist geboten

Das Restaurant wird zum Mehrzweckraum ohne Podest.
+
Das Restaurant wird zum Mehrzweckraum ohne Podest.

Visselhövede – „Wir diskutieren jetzt schon seit zwei Jahren, und ich befürchte, dass es auch bis Ende dieses Jahres nichts wird mit dem Jugendzentrum“, schimpfte Tam Ofori-Thomas während der Sitzung des Visselhöveder Jugendausschusses am Donnerstagabend. Bekanntlich sollen die Jugendlichen der Stadt künftig die Räumlichkeiten der ehemaligen Küche des Hallenbadrestaurants als Treffpunkt nutzen.

Eile ist auch noch aus einem anderen Grund geboten, denn der Eigentümer des bisherigen Jugendtreffs an der Gaswerkstraße hat der Stadt mitgeteilt, dass er „spätestens in den ersten Wochen des neuen Jahres eine andere Verwendung für die Räumlichkeiten hat“, informierte Bürgermeister Ralf Goebel.

Aber einfach mal schnell aus einer ehemaligen Kneipenküche ein Jugendzentrum zu machen, funktioniert nicht – zu viele Auflagen von den Behörden. „Und es muss ja auch so hergerichtet werden, dass sich die Jugendlichen dort wohl fühlen, denn sonst kommen sie sicher nicht. Nur hier und da ein bisschen Farbe reicht nicht“, betonte der Rotenburger Architekt Martin Menzel im Ausschuss.

Der hatte sich bereit erklärt, die Planungen für den Umbau zu übernehmen, da er wegen des Baus des Primar Campus eh fast mehr Zeit in Visselhövede als in der Kreisstadt verbringt. „Zum Glück für uns, denn es waren auf die Schnelle keine Architekten zu finden“, wie Heiko Grünhagen von der Verwaltung erklärte.

Aber die Kehrseite der Medaille ist das liebe Geld, denn die Umgestaltung der alten Küche würde rund 102 000 Euro verschlingen, wie der Fachmann den Politikern vorrechnete. Denn aktuell sei ein Großteil der Räume noch gefliest und im Boden befände sich fettfestes Steingut samt Fettabscheider. „Das muss natürlich ebenso raus wie die Lüftungsanlage, die auch mehr auf einen gewerblichen Küchenbetrieb ausgelegt ist“, wie Menzel erläuterte.

Aus der alten Küche wird ein Jugendzentrum.

Seinen Planungen nach wird die Wand zum ehemaligen Kiosk und Außer-Haus-Verkauf größtenteils entfernt, um mehr Platz zu schaffen. „Aus statischen Gründen bleiben aber zwei Mauersäulen stehen“, so Menzel.

Ein paar Meter weiter, im ehemaligen Restaurantbereich, soll ein Mehrzweckraum entstehen. Die Erhöhung wird wieder zurückgebaut, um das Ganze auch barrierefrei nutzen zu können. Menzel: „Dazu ist lediglich Trockenbau nötig.“ Für die Arbeiten inklusive Maßnahmen an der Heizung kalkuliert der Architekt etwa 46 000 Euro ein. „Der Raum ist dann auch von vielen Vereinen zu belegen, die Nachfrage ist ohne Zweifel vorhanden für Sitzungen, Versammlungen oder auch einfache Schulungen“, so Bürgermeister Ralf Goebel.

Aber auch die Toilettenanlagen im Eingangsbereich des Hallenbades werden im Zuge der Maßnahmen „angepackt“. Die Planung sieht vor, dass es auch von außen einen Zugangsbereich gibt, denn mit öffentlichen Toiletten ist es nach dem Abriss des Klohäuschens am früheren Freibad nicht weit her in der Stadt, wie der Verwaltungschef zugeben musste.

Für diese Arbeiten plant der Architekt rund 22 000 Euro ein. Aber eventuell wird das städtische Portemonnaie zumindest bei dieser Baumaßnahme ein wenig entlastet. „Denn im Rahmen eines Corona-Hilfspakets zur Sicherung der Innenstädte des Landes Niedersachsen kann auch solch ein Vorhaben gefördert werden“, so Goebel. Die Stadt habe sich jedenfalls beworben und wenn der Zuschlag erteilt werden sollte, dann werde so etwas auch zu 100 Prozent gefördert.

Der Ausschuss gab jedenfalls erstmal grünes Licht für die weitere Planung des Architekten. Der rechnet damit, dass die Baugenehmigung „im Spätherbst“ auf dem Tisch liegt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Landkreis sucht Fachkraft für den Vertretungsstützpunkt

Landkreis sucht Fachkraft für den Vertretungsstützpunkt

Landkreis sucht Fachkraft für den Vertretungsstützpunkt
Leon Radermacher erlebte die Flut an der Ahr mit und ist in Nindorf zu Gast

Leon Radermacher erlebte die Flut an der Ahr mit und ist in Nindorf zu Gast

Leon Radermacher erlebte die Flut an der Ahr mit und ist in Nindorf zu Gast
Filmdreh mit Heimvorteil – übers Aufwachsen auf dem Land

Filmdreh mit Heimvorteil – übers Aufwachsen auf dem Land

Filmdreh mit Heimvorteil – übers Aufwachsen auf dem Land
Leipzig, München, Rotenburg

Leipzig, München, Rotenburg

Leipzig, München, Rotenburg

Kommentare