Visselhöveder Hoyer-Gruppe kauft Sonnentau

Hotel wird zum Erlebnis Campus

Thomas (l.) und Markus Hoyer schmieden Pläne für den Sonnentau Erlebnis Campus.
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Thomas (l.) und Markus Hoyer schmieden Pläne für den Sonnentau Erlebnis Campus.

Visselhövede – Das Biohotel Hof Sonnentau an der Visselhöveder Bahnhofstraße hat einen neuen Eigentümer. Die Sonnentau Erlebnis Campus GmbH hat zum 1. Mai das gesamte Gebäudeensemble der ehemaligen Honig- und Bonbonfabrik Winkelmann inklusive des riesigen Außengeländes samt Wasserturm vom Hotelier Hjalmar Peschek übernommen. Hinter der GmbH steht die Familie Hoyer, die viele Räumlichkeiten des ehemaligen Tagungshotels aktuell umbauen lässt, um daraus eine Fort- und Weiterbildungsakademie für ihre rund 2 000 Mitarbeiter an den aktuell gut 200 Firmenstandorten zu entwickeln.

„Von den knapp 50 Zimmern werden 16 zu Büros, der Rest bleibt weiterhin Übernachtungsmöglichkeit für unsere Angestellten“, lässt sich Markus Hoyer schon jetzt in die Karten blicken. Von Montag bis Freitag werden in den Schulungsräumen aber nicht nur Hoyer-Mitarbeiter beruflich fit gemacht für die künftigen Aufgaben, die auf sie im sich ständig wechselnden Energiesektor warten. „Gemeinsam mit unserem Partner Stratavis aus Hamburg werden Kompetenzen in den Bereichen Fort- und Weiterbildung für Personal, Vertrieb und Führungskräfte an diesem neuen Standort mit dafür idealem Umfeld gebündelt“, erläutert Thomas Hoyer. Denn nicht nur für Weltkonzerne, sondern auch für mittelständische Unternehmen sei es unabdingbar, ihre Mitarbeiter in Form von Seminaren und Workshops oder durch effektive Coachings zu schulen. Thomas Hoyer: „Und dafür bietet sich das Sonnentau-Gelände an.“

Die ersten Umbaumaßnahmen sind bereits angelaufen.

Der Familie war es „auch wichtig“, dass die geschichtsträchtigen Mauern der altehrwürdigen Fabrik nicht in fremde Hände fallen, sondern „Visselhöveder weiter die Geschicke des Areals bestimmen“, so Markus Hoyer. Und darum ist er auch gerade dabei, ein enges Netz von Kooperationen zu knüpfen: „Wir arbeiten mit Hjalmar Pescheks anderen Hotelbetrieben sowie Landwirten und Dienstleistern aus der Region zusammen. Auf die Teller der Seminarteilnehmer kommt nur das, was auch im Raum Visselhövede produziert worden ist.“ Wertvolle Tipps über die Anbieter regionaler Lebensmittel habe sich die Familie unter anderem auch im Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) geholt. Und dafür war der Weg nicht weit. Denn das KÖN hat seit vielen Jahren einen Teil des Sonnentau-Komplexes gemietet und wird laut Markus Hoyer in den bestehenden Vertrag einsteigen.

Während wochentags Menschen aus vielen Regionen im Sonnentau für den Job trainieren, sollen die Wochenenden vor allem von Kunst und Kultur, Feiern und Märkten geprägt sein. „Wir bereiten zurzeit Magic Moments vor, die es in dieser Form in der Region noch nicht gegeben hat“, verrät Markus Hoyer, macht aber deutlich, dass „Sonnentau kein öffentliches Hotel“ werden wird. Aber es seien Open-Air-Veranstaltungen mit musikalischen Beiträgen ebenso geplant wie zum Beispiel Kino-Events unter freiem Himmel oder alle möglichen Kleinkunst- oder auch Varieté-Darbietungen. „So ab Sommer soll jeden Monat etwas stattfinden.“

Dann gebe es natürlich auch Verpflegung aus der Küche des Hauses, „wobei wir aber darauf achten, dass wir dann nicht in Konkurrenz zu der in Visselhövede etablierten Gastronomie stehen. So wird es kein À-la-carte-Angebot bei uns geben“, informiert Markus Hoyer, der „richtig viel Herzblut in das Projekt steckt“, wie Bruder Thomas es nennt.

„Nach einer Grundreinigung wollen wir es Künstlern schon bald ermöglichen, sich und ihre Werke auf den fünf Ebenen zu präsentieren.

Markus Hoyer über den Wasserturm

Auch der Wasserturm, der mit seinen Ausstellungen jahrelang zu den kulturellen Höhepunkten der Region gezählt hat, soll wieder mit Leben gefüllt werden. „Nach einer Grundreinigung wollen wir es Künstlern schon bald ermöglichen, sich und ihre Werke auf den fünf Ebenen zu präsentieren.“

Denn der Turm sei ja eine Art Wahrzeichen der Stadt und es sei viel zu schade, wenn der nur leer stehen würde. Vor einigen Jahren hatte der Turm sogar den Rang eines Standesamts inne. Viele Paare hatten sich das Ja--Wort über den Dächern der Stadt gegeben. Zuletzt war er ein wenig in Vergessenheit geraten, „aber wir wollen ihn weiter der Stadt zur Verfügung stellen“, verspricht Hoyer.

Jetzt im Mai planen Thomas und Markus Hoyer aber bereits für den Advent. „Uns schwebt vor, einen mehrwöchigen Weihnachtsmarkt auf dem gegen Wind und Wetter geschützten Außengelände mit Buden und Ständen, Musik und Kleinkunst zu organisieren, der sicher auch viele Menschen aus den größeren Städten anlocken wird“, so Markus Hoyer, der für die Werbung natürlich auch das firmeneigene Netzwerk, soziale Medien und die Zeitungen nutzen wird.

Und wer die Familie kennt, weiß, dass solche Pläne auch in die Tat umgesetzt werden: Vor einigen Jahren sorgte ein großer Schneeberg auf dem Visselhöveder Marktplatz überregional für Aufsehen. Firma Hoyer hatte die weiße Pracht kurzerhand vom Snow-Dome Bispingen besorgt, weil Naturschnee zum Weihnachtsmarkt nicht in Sicht war, aber die Kinder dennoch ihren Spaß haben sollten.

Mauern mit viel Geschichte

1889 gründete Heinrich Winkelmann die Firma „Norddeutsches Honig- und Wachswerk“. 1930 folgte die Übernahme durch Winkelmanns Söhne Heinz und Eckhart. Als der Vater 1941 starb, hieß der Betrieb Gebrüder Winkelmann KG. Durch den Zweiten Weltkrieg war die Produktion nur eingeschränkt möglich. 1948 setzte die Bonbonproduktion ein, 1950 verließ Eckart Winkelmann das Unternehmen, sein Bruder Heinz führte die Firma fort. Eckhart verkaufte 1957 seine Anteile an Dieter Winkelmann, den Sohn seines Bruders. Der übernahm den Betrieb, als sein Vater 1963 tödlich verunglückte. 1990 verkaufte Winkelmann die Firma an das Unternehmen Dr. Oetker. Zwei Jahre später übernahm ein mittelständischer Honigfabrikant. Nach dessen Insolvenz führten leitende Angestellte den Betrieb unter dem Namen Winkelmann Nachfahren Süßwaren weiter. Doch sie gaben 1999 die Produktion von Honig auf und die Bonbonherstellung wurde nach Kaltenkirchen verlegt. So lagen die Gebäude bis zum Beginn der Bauphase im Jahr 2002 brach. Die wurde mithilfe einiger Fördertöpfe realisiert. Das Biohotel Hof Sonnentau gehörte zu den Top Ten der Bioseminarhotels in Deutschland.

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