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Visselhöveder fragen Bürgermeisterkandidaten

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Von: Jens Wieters

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Der Visselhöveder Kirchturm mit der Uhr
Die Zeit rennt für die Visselhöveder Bürgermeisterkandidaten. Am 27. Februar wird gewählt. © Wieters

Visselhövede – So langsam wird es ernst für die vier Kandidaten, die am 27. Februar zum Visselhöveder Bürgermeister gewählt werden wollen. Zuvor stellen sich Sabine Schulz, André Lüdemann, Jürgen Dunecke und Burkhard Scheidel aber noch den Fragen unserer Leser.

Unter anderem will Michael Stelljes wissen, „ob der ambulante Pflegenotstand bedeutet, dass man in Visselhövede zukünftig sein Zuhause verlassen muss, wenn man alt und gebrechlich wird oder ob es einen Plan B gibt?“

Sabine Schulz
Sabine Schulz © - Wieters

Sabine Schulz: „Das wichtigstes Ziel ist es, hilfs- und pflegebedürftigen Menschen ein möglichst selbstständiges Leben mit einer hohen Versorgungssicherheit zu ermöglichen. Ich sehe in dieser Aufgabe eine kommunale Verpflichtung dafür, die Handlungsfelder und deren Möglichkeiten zur Ausgestaltung individuell zu erarbeiten. In Niedersachsen gibt es 45 Pflegestützpunkte. Ein Stützpunkt ist im Landkreis Rotenburg, dort gibt es für die Betroffenen eine Beratung über häusliche Versorgung und Wohnberatung. An dieser Stelle ist die Netzwerkbildung ein Muss.

Jürgen Dunecke
Jürgen Dunecke © -Wieters

Jürgen Dunecke: „Facharbeitermangel betrifft mittlerweile fast jede Branche, jedoch ist es gerade im Bereich der sozialen Berufe besonders dramatisch. Um den Trend umzukehren, muss für diese Berufe geworben werden. Örtliche Unternehmen können sicherlich im Rahmen der Berufsorientierung, mit den örtlichen Schulen zusammenarbeiten und ihren Betrieb und die damit verbundenen Berufe vorstellen. Um die Attraktivität zu steigern, wäre es Aufgabe des Bundes, die Ausbildung der Pflegefachkräfte von der schulischen zur dualen Berufsausbildung umzustellen, damit Auszubildende, wie in anderen Berufen auch, eine Ausbildungsvergütung erhalten können. Plan B der häuslichen Pflege wäre zum Beispiel Caresharing: Mehrere Pflegebedürftige teilen sich eine 24-Stunden-Pflegekraft.“

André Lüdemann
André Lüdemann © - Wieters

André Lüdemann: „Der zu erwartende und in vielen Fällen bereits existierende Pflegenotstand wird Stand heute alle Städte und Kommunen in Deutschland betreffen. Es mangelt grundsätzlich an Personal und hier sind vor allem seitens der Bundesregierung Lösungsvorschläge gefragt. Wir können aber auch in Visselhövede eine Menge tun, indem wir den ansässigen Anbietern von Pflegediensten unsere aktive Unterstützung anbieten und unsere Stadt als attraktiven Arbeits- und Lebensort gestalten und vermarkten! Dazu gehört die Schaffung von günstigem Wohnraum, Vernetzungen in die Branche und Anwerbeaktionen speziell für diese Fachkräfte.“

Burkhard Scheidel
Burkhard Scheidel © - Wieters

Burkhard Scheidel: Die Stadt muss eine Versorgung mit ambulanten Pflegeeinrichtungen aufbauen, um diese Grundversorgung sicherzustellen. Dabei sind die Kostenträger mit einzubeziehen und in die Verantwortung zu nehmen. Alt und gebrechlich bedeutet für mich nicht, dass man sein Zuhause verlassen muss.“

Wer Fragen an die Kandidaten hat, schickt sie per Mail an jens.wieters@kreiszeitung.de an unsere Zeitung.

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