1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Rotenburg
  4. Visselhövede

Visselhöveder freuen sich über „wilde“ Pfaue

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jens Wieters

Kommentare

Die Pfaue im Garten und auf dem Dach.
Ein Pfau auf dem Dach. © Müller

Zwei Pfaue haben es sich im Süden Visselhövedes gemütlich gemacht. Sie sitzen auf Dächern, stolzieren durch Gärten und werden auch mal laut. Nur vermisst werden sie offenbar von niemandem.

Visselhövede – Einen Namen haben sie zwar noch nicht, aber in Visselhövedes sogenannter Ostpreußensiedlung zwischen Breslauer und Königsberger Straße sind sie bereits bekannt und beliebt: Seit einigen Tagen haben nämlich zwei Pfaue den Bereich als ihre neue Heimat auserkoren. Die beiden Hühnervögel stolzieren frühmorgens ungerührt auf den Straße, sitzen abends in der untergehenden Sonne auf den Dächern und sind lauthals in den Gärten zu hören, wenn sie sich mit durchdringenden Schreien frühzeitig vor Gefahren warnen.

„Während des vergangenen Wochenendes sind die beide Pfaue plötzlich bei uns aufgetaucht“, sagt Nadine Müller, die direkt am Waldrand der Lehnsheide wohnt, wo sich die beiden Vögel offenbar pudelwohl fühlen. „Sie zeigen auch wenig Scheu vor Menschen, sondern sind uns schon direkt über die Köpfe geflogen, als wir im Garten waren“, so Müller, für deren Familie das Pärchen aktuell eine kleine Attraktion ist. „Man kann schon seine Zeit damit verbringen, die Vögel zu beobachten.“

Fynn-Marvin und Nadine Müller sind den Vögeln in ihrem Garten immer auf der Spur.
Fynn-Marvin und Nadine Müller sind den Vögeln in ihrem Garten immer auf der Spur. © Wieters

Aber Müller weiß auch, dass die Ziervögel irgendwo ausgebüxt sein müssen, „denn einfach so hier bei uns kommen sie doch nicht vor“. Ihre Recherchen waren bisher aber nicht von Erfolg gekrönt. „Ich habe beim Vogelpark Walsrode nachgefragt, aber dort werden keine Pfaue vermisst. Und auch auf der Kamelfarm in Hiddingen, wo ja auch jede Menge Geflügel großgezogen wird, konnte man mir nicht weiterhelfen.“

Die Fachleute aus Walsrode haben ihre die Tierauffang-station in Soltau als möglichen Tippgeber genannt, aber „die hatten ebenfalls keine Vermisstenanzeige vorliegen“. Zumindest hat Familie Müller von dort den Hinweis bekommen, im Garten ruhig Hühnerfutter bereitzustellen, dann hätten die Tiere eine Anlaufstelle. „Sie würden in den Sommermonaten in der freien Wildbahn schon überleben, hat man mir dort mitgeteilt.“ Ob es sich bei den beiden Vögeln um Hahn und Henne handelt, haben die Müllers noch nicht herausgefunden: „Denn sein berühmtes Rad aus den Schwanzfedern hat der Hahn, wenn es denn einer ist, noch nicht geschlagen“, sagt Sohn Fynn-Marvin Müller. Aufgrund des blauen Halses und des gescheckten Gefieders gehen die beiden aber davon aus, dass es sich um junge Hähne handelt.

Tagsüber sitzen die Tiere meistens hoch oben in den riesigen Eichen oder Tannen, „erst so gegen 19 Uhr werden sei ein wenig munterer und sind auch auf dem Boden unterwegs“, führt Nadine Müller schon fast ein kleines Tagebuch über ihre neuen Haustiere.

Und wenn sie für immer bleiben wollen? „Dann räumen wir unser Gewächshaus aus, dort ist es auch im Winter nicht zu kalt“, schmiedet Müller bereits Pläne, während die Pfaue gelangweilt aus den Baumwipfeln auf das gucken, was über sie geredet wird.

Auch interessant

Kommentare