Gemeindeverband steht hinter Bürgermeisterkandidaten

Visselhöveder CDU geschlossen für Glüsing

Harald Glüsing (l.) und CDU-Gemeindeverbandschef Michael Meyer.
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Harald Glüsing (l.) und CDU-Gemeindeverbandschef Michael Meyer.

Visselhövede – Harald Glüsing, Kandidat für das Visselhöveder Bürgermeisteramt, hat die letzte Hürde vor dem entscheidenden Wählervotum am 12. September genommen: Nach den Grünen und der SPD hat jetzt auch der CDU-Gemeindeverband einstimmig die Unterstützung des Kirchwalseders beschlossen. Das Votum kam während der Mitgliederversammlung des Gemeindeverbandes im Schwitscher Haus zustande.

Harald Glüsing konnte in seiner Vorstellungsrede überzeugen und erhielt dafür in einer geheimen Abstimmung die volle Unterstützung der CDU-Mitglieder. Damit weiß er jetzt bereits drei Parteien des Stadtrats hinter sich“, teilt CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Michael Meyer mit.

Der 53-jährige Diplom-Verwaltungswirt konnte demnach insbesondere mit seinen beruflichen Qualifikationen und seiner langjährigen Erfahrungen in der Führung größerer Behörden punkten. Aber auch seine Vorstellungen, wie die Stadt Visselhövede zukünftig mit den Corona-bedingt geringer ausfallenden Gewerbesteuereinnahmen umgehen könne, habe den Zuspruch der Anwesenden gefunden, so Meyer. Die Stadt habe sich in den vergangenen Jahren über stetig steigende Steuereinnahmen freuen können. Es sei aber absehbar, dass sich dieser Trend nicht fortsetzen lasse.

Darum will Glüsing, so er denn gewählt wird, ganz besonders auf die Finanzen blicken: „Es ist daher notwendig die bisherigen Bemühungen, die Schuldenlast der Stadt zu senken und perspektivisch ganz abzubauen, fortzusetzen, um sich so Freiräume für freiwillige Ausgaben zu erhalten.“ Die Stadt müsse ihre finanziellen Kräfte bündeln und sich nicht verzetteln. „Es können nicht immer neue Großprojekte angestoßen werden, sondern die Stadt muss sich für eine gesunde Entwicklung immer auch die Zeit nehmen, das, was sie bereits geschaffen hat, zu pflegen, zu unterhalten beziehungsweise auf Stand zu halten.“

Aber der Sparkurs soll auch verantwortungsvoll vorgenommen werden. „Ein Kaputtsparen, an welcher Stelle auch immer, kann nicht in Frage kommen.“

Dass das Ehrenamt in kleineren Kommunen wie Visselhövede eine wichtige gesellschaftliche Rolle spielt, ist dem derzeitigen Leiter des Job-Centers des Landkreises Diepholz auch bewusst. „Das braucht viel Unterstützung. Insbesondere unsere Feuerwehren nehmen hier eine besondere Stellung ein. Denn Feuerwehr ist viel mehr als nur Brandschutz allein, sondern gelebtes Engagement für unser Gemeinwesen, das keineswegs selbstverständlich ist und das entsprechende Anerkennung verdient“, so Glüsing mit Blick auf den aktuell wieder heiß diskutierten Feuerwehrbedarfsplan.

Neben diesen Punkten habe Harald Glüsing während der Versammlung auch seine weiteren Schwerpunktthemen demografischer Wandel, Natur- und Klimaschutz, Digitalisierung und Infrastruktur, Öffentliche Sicherheit sowie Familie, Schule und Bildung vorgestellt.

Michael Meyer selbst zeigt sich erfreut über das Abstimmungsergebnis und betont: „Die Stadt Visselhövede hat nach 15 Jahren endlich wieder die Chance, einen Fachmann auf den Chefsessel des Rathauses zu bekommen. Jemand, der nicht versucht, sich hier Denkmäler zu errichten, sondern zusammen mit dem Rat Zukunftsperspektiven entwickeln möchte.“

Der Drögenbosteler wundert sich überhaupt, „wer sich alles dieses Amt, nämlich die Leitung einer Kommunalbehörde mit immerhin 100 Mitarbeitern, zutraut“. Seiner Meinung nach könne „nicht jeder, der mal ein Rathaus von innen gesehen hat, gleich Bürgermeister werden“. Davon wolle die CDU jetzt die Bürger der Stadt überzeugen.

Kommentar

Hurra, der Wahlkampf beginnt

„Die Jüngsten haben immer die größte Klappe!“ Diesen Spruch habe ich in der Kindheit häufiger zu hören bekommen, wenn unsere Dorfbande bei Streichen erwischt worden war. Auch Michael Meyer, mit 33 Jahren jüngstes Mitglied im Visselhöveder Stadtrat, hat den Mund jetzt ordentlich voll genommen bei der Kür des Bürgermeisterkandidaten Harald Glüsing durch den CDU-Gemeindeverband. „Nicht jeder, der mal ein Rathaus von innen gesehen hat, kann gleich Bürgermeister werden“, teilt der Drögenbosteler aus. Eine verbale Spitze in Richtung Sabine Schulz, die mit Unterstützung der WiV und der FDP ebenfalls die Führungsposition der Verwaltung erklimmen möchte. Aber auch der amtierende Amtsinhaber Ralf Goebel bekommt sein Fett weg: „Die Stadt hat nach 15 Jahren wieder die Chance, einen Fachmann als Chef des Rathauses zu bekommen, der nicht versucht, sich Denkmäler zu errichten.“ Nun gut, man muss Meyer zugutehalten, dass Klappern bekanntlich zum Handwerk gehört und er als CDU-Gemeindeverbandschef auch mal die Abteilung Attacke reiten muss – auch wenn er der Jüngste in der Unions-Riege ist. Aber eines darf er nicht vergessen: Jeder, der Bürgermeister werden will, muss seine Verwaltung führen können, aber vor allem auch sehen und spüren, was außerhalb des Rathauses passiert. Wie dem auch sei: Der Wahlkampf ist eröffnet. Herrlich!

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